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PreisträgerInnen gaben Einblick in ihr Können

Abschlusskonzert des Paul-Hofhaimer-Preises in der Hofkirche
Den krönenden Abschluss und gleichzeitig künstlerisch anspruchsvollen Höhepunkt des diesjährigen Paul-Hofhaimer-Wettbewerbes bildete am 5. September das überaus gut besuchte Konzert der PreisträgerInnen in der Hofkirche. Kulturreferentin Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer überreichte im Beisein von Musikschuldirektor Dr. Wolfram Rosenberger in diesem Rahmen die begehrten Auszeichnungen an die vier GewinnerInnen.

„Ihre außerordentlichen Leistungen bestätigen uns, dass dieser Wettbewerb zu den anspruchsvollsten seiner Art zählt“, gratulierte die Bürgermeisterin. „Wir sind sehr stolz, diesen hochkarätigen und international sehr begehrten Preis auch heuer wieder an solch junge talentierte Organistinnen und Organisten zu vergeben.“

Der Österreicher Martin Riccabona und die Französin Charlotte Marchandise erreichten beim finalen Durchgang am 4. September an der Ebert-Orgel in der Hofkirche den zweiten Platz (dotiert mit je 3.500 Euro). Adrien Pièce aus der Schweiz und Deniel Perer aus Italien konnten sich über Platz drei und jeweils 2.000 Euro freuen.

Außerordentliche Leistungen
Die hohen Ansprüche, die im Rahmen des Wettbewerbes an die TeilnehmerInnen gestellt werden, lassen sich unter anderem an der Vergabe des ersten Preises messen: In der Geschichte des Wettbewerbes wurde der erste Preis erst fünf Mal vergeben. Brett Leighton (1979), Andrea Marcon (1986), Bine Katrine Bryndorf (1989), Luca Scandali (1998) und Mirko Ballico (2007) waren bisher die einzigen, die einen ersten Preis erlangen konnten.

Die Interpretationen der vier PreisträgerInnen konnte die sechsköpfige Jury – bestehend aus Prof. Reinhard Jaud (Innsbruck), Jörg Andreas Bötticher (Basel), Pieter van Dijk (Alkmaar), Jan Willem Jansen (Toulouse), Karin Nelson (Göteborg) und William Porter (Montreal) – überzeugen. Am Programm standen unter anderem Kompositionen von Alessandro Poglietti, Johann Sebastian Bach, Girolamo Frescobaldi, Hans Leo Hassler und Paul Hofhaimer.

Wettbewerb 2013
Heuer wurde der 17. Wettbewerb um diesen Preis von 30. August bis 5. September 2013 an der Orgel in der Landhauskapelle zum Hl. Georg, auf der Renaissanceorgel in der Silbernen Kapelle sowie auf der Ebert-Orgel in der Innsbrucker Hofkirche ausgetragen. Für den diesjährigen Wettbewerb gingen Anmeldungen von 45 TeilnehmerInnen ein. Zum Wettbewerb wurden 28 OrganistInnen (zehn Frauen und 18 Männer) aus 16 Nationen zugelassen. Am Finaldurchgang am 4. September an der Ebert-Orgel in der Hofkirche nahmen sieben OrganistenInnen teil. Alle Veranstaltungen des Wettbewerbs waren öffentlich und kostenlos zugänglich.

Die PreisträgerInnen
- Charlotte Marchandise, geb. 4. Oktober 1983 in Nantes (Frankreich), 2010 Master Orgel und Bachelor Cembalo am Conservatorium Amsterdam, 2012 Master Claviorganum an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

- Martin Riccabona, geb. 3. April 1993 in Hall (Österreich), 2011 Außerordentliches Orgelstudium an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz, 2004-2009 Musikschule Stadt Innsbruck

- Adrien Pièce, geb. 18. September 1988 in Vevey (Schweiz), 2012 Bachelor of Arts in Music, setzt seit 2012 sein Masterstudium in den Fächern Orgel und Clavecin fort.

- Deniel Perer, geb. 7. April 1989 in Feltre (Italien), 2012 Diplom Orgel, seit 2012 Masterstudium an Schola Cantorum Basiliensis

Der Paul-Hofhaimer-Preis
Der Preis wird als „Paul-Hofhaimer-Plakette“ der Landeshauptstadt Innsbruck verliehen. Es werden Preisgelder in der Höhe von 5.000 Euro, 3.500 Euro und 2.000 Euro vergeben.

Der Orgelwettbewerb um den Paul Hofhaimer Preis wurde 1969 aus Anlass der 450. Wiederkehr des Todestages von Kaiser Maximilian I. gestiftet und richtet sich seit 1979 ausschließlich an Interpreten von Orgelkompositionen alter Meister. Der Wettbewerb wird seit 2007 von der Musikschule Innsbruck durchgeführt. Die Vorführungen im Rahmen des Wettbewerbes können vom Publikum kostenlos besucht werden.

Der Name des Preises erinnert an Paul Hofhaimer, geboren am 25. Jänner 1459 zu Radstadt, der im Dienst von Kaiser Maximilian I. stand und als einer der bedeutendsten Orgelmeister seiner Zeit galt.

Orgelstadt Innsbruck
Der Paul Hofhaimer-Preis hat unter OrgelexpertInnen einen besonderen Stellenwert.
Für OrganistInnen gilt Innsbruck als Mekka der historischen Orgeln. Nicht nur die wertvollen Orgelschätze der Stadt Innsbruck, wie z. B. die von 1555 bis 1561 erbaute Ebert-Orgel oder die Renaissanceorgel, auch verschiedenen Orgelaktivitäten prädestinieren Innsbruck als Orgelstadt. Darüber hinaus ist Innsbruck, gemeinsam mit anderen europäischen Orgelstädten, Mitglied der Orgelvereinigung ECHO.
06. September 2013