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Preis für künstlerisches Schaffen entschieden

Erzählende Dichtung, Dramatische Dichtung und Lyrik
Kunst und Kultur sind wichtige Eckpfeiler der Identität der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Mit dem „Preis für künstlerisches Schaffen“ wird die Wertschätzung für diesen Bereich zum Ausdruck gebracht. Alle zwei Jahre wird er alternierend in den Bereichen Bildende Kunst, Dichtung und Musik vergeben. 2014 ist der Preis im Kunstzweig Dichtung in den Teilgebieten Lyrik, Dramatische Dichtung und Erzählende Dichtung an der Reihe.

Bis Juni dieses Jahres erfolgte eine Ausschreibung, bei der Tiroler AutorInnen eingeladen waren, ihre Texte in den verschiedenen Sparten einzureichen. Mitte September fand die Jurysitzung statt, bei der acht PreisträgerInnen ermittelt wurden.
„Innsbruck ist eine Stadt der Kultur. Im Rahmen des ‚Preises für künstlerisches Schaffen‘ stand 2014 das ‚geschriebene Wort‘ im Mittelpunkt. Das Potential, das in diesem Bereich in der Tiroler Landeshauptstadt vorhanden ist, beweisen die insgesamt 61 gültigen Einreichungen“, lobt Bürgermeisterin und Kulturreferentin Mag.a Christine Oppitz-Plörer die rege Beteiligung.

Fachjury 2014
Die Fachjury bestand dieses Jahr aus der Journalistin und Autorin Irene Prugger, der Rowohlt-Lektorin Dr.in Margit Knapp, dem Autor und „Sprachsalz“-Organisator Elias Schneitter und Univ.-Prof. Dr. Sebastian Donat von der Vergleichenden Literaturwissenschaft der Universität Innsbruck.

Erzählende Dichtung
Im Teilgebiet Erzählende Dichtung konnte der Text von Stefan Abermann als Erstplatzierter überzeugen. Der 1983 in Rum geborene Autor absolvierte die Studien der Germanistik und der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck. Erfolge erzielte er vor allem in der Poetry-Slam-Szene und mit der Gründung von „Text ohne Reiter”, der ersten Innsbrucker Lesebühne. Neben zahlreichen Auftritten im In- und Ausland verfasst er auch Kurzgeschichten, Theaterstücke und Romane und veröffentlichte in diversen Literaturzeitschriften.

Der zweite Preis in dieser Sparte ging an Carolina Schutti, deren Dramatik-Einreichung auch für den dritten Preis im Bereich Dramatische Dichtung ausgewählt wurde. Die Autorin wurde 1976 in Innsbruck geboren. Nach den Studien der Germanistik, Anglistik/Amerikanistik und Konzertgitarre absolvierte sie eine Gesangsausbildung. Es folgten einige Jahre der Lehr-, Unterrichts- und Lektoratstätigkeiten sowie die wissenschaftliche Mitarbeit im Literaturhaus am Inn. Carolina Schutti veröffentlichte mehrere literaturwissenschaftliche Aufsätze, Rezensionen sowie Publikationen in Literaturzeitschriften.

Für den dritten Preis in der Erzählenden Dichtung wurde der Text von Bernd Schuchter ausgewählt, welcher 1977 in Innsbruck geboren wurde. Er absolvierte die Studien der Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Innsbruck, arbeitet seit 2006 als Verleger des Limbus Verlags und ist auch als Autor tätig.

Dramatische Dichtung
Im Bereich Dramatische Dichtung ging der erste Preis an Erika Wimmer. Die 1957 in Bozen geborene und aufgewachsene Autorin studierte Germanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft und Anglistik in Innsbruck. Seit 1983 ist sie als Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck tätig, betreut Nachlässe und Editionen und leitete von 1997 bis 2003 das Literaturhaus am Inn. Erika Wimmer veröffentlichte zahlreiche Texte in den Sparten Prosa, Hörspiel, Drama und Lyrik.

Den zweiten Preis in diesem Teilgebiet erhielt Michael Domanig, welcher 1982 in Innsbruck geboren wurde. Er studierte Politikwissenschaft und schreibt ist neben Tätigkeiten als freier Lokaljournalist und Texter Gründungsmitglied des Kufsteiner Schreibclubs. Er schreibt unter diversen Pseudonymen.
Als Drittplatzierte im Bereich Dramatische Dichtung konnte, wie zuvor angemerkt, Carolina Schutti überzeugen.

Lyrik
Die Sparte Lyrik wird dominiert von Ulrike Elisabeth Sarcletti. Sie wurde 1959 in Schwarzach/St.Veit geboren und wuchs in Badgastein auf. Nach dem Lehramtsstudium für Germanistik und Anglistik unterrichtet sie seit 1991 an der HTL Imst und lebt in Telfs. Das Schreiben begleitet sie seit mehreren Jahren, inspiriert wird sie dabei vor allem beim Wandern. Ulrike Elisabeth Sarcletti veröffentlichte Gedichte und Reiseliteratur, vor allem im Eigenverlag.

Für den zweite Preis wurden lyrische Texte der 1945 geborenen Innsbrucker Autorin C. H. Huber ausgewählt. Die ehemalige kaufmännische Angestellte mit zahlreichen Interessen in Politik- und Literaturwissenschaft schreibt Lyrik, Prosa, Dramatik und blickt auf vielzählige Publikationen zurück.

Der dritte Preis erging schließlich an Margit Jordan. Geboren 1945 in Habichen/Ötz und aufgewachsen in Wörgl, lebt die Autorin in Innsbruck. Nach den Studien Englisch und Französisch ist sie seit 1984 vor allem für Planung und Organisation des Programms im „Turmbund – Gesellschaft für Literatur und Kunst – Innsbruck“ verantwortlich. Margit Jordan schreibt vor allem Gedichte und publizierte in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.

Preis für Künstlerisches Schaffen – Allgemeines
Seit 1952 existiert bereits ein Kunstförderpreis, durch den Kulturschaffende und KünstlerInnen von der Stadt Innsbruck gewürdigt werden. Im Jahr 1976 wechselte man schließlich den Modus und der „Preis für künstlerisches Schaffen“ wurde fortan alle zwei Jahre alternierend in den Sparten Musik, Literatur und Bildende Kunst vergeben.

In allen Disziplinen werden jeweils drei Preise im Gesamtwert von 24.000 Euro (je € 4.000 für die 1. Preise, € 2.500 für die 2. und € 1.500 für die 3. Preise) vergeben. Eine Fachjury, bestehend aus ExpertInnen der Literaturszene, entscheidet schließlich über die Vergabe. Um Unabhängigkeit zu gewährleisten, bleiben die Einreichenden bis nach der Bewertung für die Jury anonym.

Aktuell werden die Richtlinien des „Preises für künstlerisches Schaffen“ überarbeitet und zeitgemäß angepasst. Die nächste Ausschreibung für das Teilgebiet Musik erfolgt voraussichtlich 2016.

26. September 2014