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Neues Flair für die Wilhelm-Greil-Straße

Gestaltungskonzept wurde beschlossen
Die Gestaltung des Lebens- und Wirtschaftsraumes Innenstadt geht weiter. Der Innsbrucker Stadtsenat hat in seiner Sitzung vom 26. März 2014 die Neugestaltung der Wilhelm-Greil-Straße beschlossen. Auch hier wird das Flair, das sich in der Innenstadt mit den zahlreichen Neugestaltungen (wie etwa Adolf-Pichler-Platz, Maria-Theresien-Straße und Meraner Straße) zeigt, gestalterisch weiter geführt. Um eine breitere Entscheidungsbasis zu haben, wurden AnwohnerInnen und Wirtschaftstreibende in den Planungsprozess einbezogen.

Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider und DI Dr. Walter Zimmeter (Tiefbau) präsentierten das beschlossene Gestaltungskonzept am 31. März einer breiten Öffentlichkeit. Die Neugestaltung kostet rund 2,35 Millionen Euro.
 
Goldener Mittelweg durch professionelle BürgerInnenbeteiligung
Um bei der Neugestaltung die Meinungen und Wünsche der AnrainerInnen einfließen zu lassen, haben sich nach einer Informationsveranstaltung am 30. Jänner zwölf TeilnehmerInnen der AnwohnerInnenschaft und der Wirtschaft in drei Treffen umfassend Gedanken über die Neugestaltung gemacht. Diese Überlegungen haben zu konkreten Empfehlungen in den verschiedenen Themenfeldern geführt. Im Zuge einer zweiten Informationsveranstaltung am 5. März wurde ein Stimmungsbild zu diesen Empfehlungen im erweiterten Kreis der Betroffenen und Beteiligten eingeholt. Die Empfehlungen wiederum wurden unter Abwägung der Funktionalität sowie der finanziellen Möglichkeiten in das Gestaltungskonzept eingearbeitet und nun vom Stadtsenat zur Ausführung beschlossen.

„Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten, die ihre Zeit und ihr Engagement eingebracht haben. Dies war für die weiteren Entscheidungen sehr wichtig und hat die verschiedenen Interessen gebündelt“, zeigte sich die Bürgermeisterin überzeugt. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes Tiefbau und des BürgerInnenbeteiligungsbüros habe sich der Prozess als spannend und bereichernd herausgestellt. „Wir alle sind stolz auf dieses Ergebnis“, so die Bürgermeisterin weiter: „Wenn Expertinnen und –experten mit den Betroffenen an einem Tisch sitzen und mittels professioneller Projektbegleitung an Lösungen arbeiten, können sich die Ergebnisse sehen lassen.“ Nicht alle Wünsche können umgesetzt werden, aber es sei ein „goldener Mittelweg gefunden worden.“

Auch die für Tiefbau zuständige Vizebürgermeisterin ist von der Detailplanung begeistert: „In der Wilhelm-Greil-Straße wurde ein schöner Konsens im Beteiligungsprozess gesucht und gefunden. Je umfangreicher die Nutzungen, je zahlreicher die Nutzerinnen und Nutzer und je vielfältiger die Ansprüche, umso komplexer wird natürlich die Entscheidungsfindung.“ Dies habe hier aber zweifellos professionell und reibungslos funktioniert.
 
Welche Empfehlungen können umgesetzt werden?
„Die Wilhelm-Greil-Straße ist eine innerstädtische Achse von herausragender städtebaulicher Bedeutung mit Blick zum Landesmuseum und der Nordkette“, führte DI Dr. Walter Zimmeter aus: „Sie ist einerseits durch eine homogene Fassadenstruktur, andererseits durch platzartige Erweiterungen und Öffnungen charakterisiert.“ In diesem Zusammenhang verwies er auf den angrenzenden Eduard-Wallnöfer-Platz (mit Zufahrt zur Landhausgarage), den zentralen Bozner Platz sowie das neu entstehende Service-Gebäude der Wirtschaftskammer und die verkehrsberuhigte Gilmstraße (Stadtforum). Der Bozner Platz wurde – im Wissen um dessen außerordentlich hohe gestalterische Relevanz – in diesen Planungsprozess nicht miteinbezogen, sondern bleibt einer späteren Diskussion vorbehalten.
 
Bepflanzung
In den Treffen mit den AnrainerInnen hat sich der starke Wunsch nach einer Baumsorte gezeigt, die sich mit den Jahreszeiten ausgeprägt wandelt. Die Fachleute des Amtes für Grünanlagen haben mit den beteiligten AnrainerInnen die Japanische Zierkirsche als bestens geeignet ausgewählt. Diese Baumart ist nicht fruchtend, zeigt im Frühjahr für ca. drei Wochen intensive rosa Blüten, hat im Sommer schönes Blattgrün und eine intensive Herbstfärbung.

Ostseitig wird so der gesamten Straße mittels durchgehender Baumreihe mit Japanischer Kirsche von der Museumstraße bis zur Salurner Straße eine neue gestalterische Note und so ein charakteristisches Aussehen gegeben werden.
 
Gestaltete Gehsteige

Die Wilhelm-Greil-Straße soll als hochwertige Geschäftsstraße künftig den PassantInnen eine angenehme Atmosphäre bieten. Die Gehsteige werden soweit möglich verbreitert. Im Abschnitt zwischen der Meraner Straße und der Museumstraße werden sie auch in gleicher Art und Weise gepflastert wie jüngst die Meraner Straße. Aufgelockert wird der Gehbereich durch die Baumreihe sowie Gastgärten. Vor dem neuen Wirtschaftskammer-Eingang wird ein kleiner Vorplatz mit Sitzbank entstehen. Der Übergang zwischen der neuen Wirtschaftskammer-Passage und dem Stadtforum mit Pflasterung quer zur Fahrbahn soll den Strom der PassantInnen von den Tiefgaragenrampen lenken. Fahrradständer auf den Gehflächen werden – ebenso wie in der Meraner Straße – in hochwertiger Qualität aufgestellt.
 
Gastgärten
Sie sind ein wichtiger Faktor zur Belebung der Straßen. So sollen im Bereich des Gasthauses Stiegl, beim Audioversum, beim Café Wilhelm Greil und beim Café Inthal Gastgärten entstehen. Bei Bedarf kann eine Ergänzung erfolgen.
 
Haltestelle TS The Sightseer
Der bestehenden Haltestelle „Landesmuseum“ der Linie TS „The Sightseer“ wird mehr Platz und Aufenthaltsqualität für Fahrgäste zur Verfügung gestellt.
 
Parken / Laden
Ladetätigkeiten, AnwohnerInnenparken und das Stellplatzangebot für einspurige Fahrzeuge werden den Schwerpunkt des ruhenden Verkehrs bilden. Generell werden, wie heute auch im Bestand, temporäre Ladezonen eingerichtet. Tagsüber wird so das Liefern und Laden ermöglicht und nachts sowie an den Wochenenden können BewohnerInnen mit AnwohnerInnenparkkarte parken. Eine Ausnahme gibt es im Bereich der Ladezone vor dem Veranstaltungszentrum Audioversum/Freies Theater: Hier soll abends und an Wochenenden das Parken einspuriger Fahrzeuge ermöglicht werden.

Das Laden wird insgesamt nicht eingeschränkt. Und auch die Zahl der Behindertenstellplätze bleibt gleich. Im südlichen Abschnitt der Wilhelm-Greil-Straße verbleiben somit zwölf Kurzparkzonenplätze. Nördlich des Bozner Platzes stehen die Stellplätze nach der Neugestaltung nur mehr AnwohnerInnen zur Verfügung.
 
Einspurige Fahrzeuge
Für einspurige Fahrzeuge (Fahrräder und Mopeds/Motorräder) wird das Stellplatzangebot geordnet und insgesamt ausgeweitet. Die Wilhelm-Greil-Straße ist eine beliebte Radachse und wird mit Radfahrstreifen (Mehrzweckstreifen im Sinne der StVO) ergänzt.
 
Beleuchtung

Das Beleuchtungskonzept der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) in der Meraner Straße hat auch bei den AnrainerInnen der Wilhelm-Greil-Straße großen Anklang gefunden. Es besteht daher der Wunsch, dieses Konzept auch dort umzusetzen. Mit der Neugestaltung wird die IKB daher in diesem Sinne die Beleuchtung erneuern und auf moderne LED-Leuchten umstellen.
 
Funktionale Rahmenbedingungen der Gestaltung

„Besonders die Gestaltung des Straßenraumes erforderte die Betrachtung verschiedenster Funktionen und ihrer Zusammenhänge“, erläuterte DI Zimmeter. Übergeordnete Gestaltungsinteressen und Details der Örtlichkeiten waren dabei ebenso zu berücksichtigen, wie die verschiedensten Anforderungen der NutzerInnen, AnwohnerInnen, Gewerbetreibende, DienstleisterInnen, BesucherInnen, KundInnen, PassantInnen und der verschiedensten VerkehrsteilnehmerInnen.

Als Grundlage für die Planung und des Bürgerbeteiligungsprozesses wurden daher vorab Rahmenbedingungen aus verkehrlicher und funktionaler Sicht erarbeitet. Unter anderem bleiben demnach die Fahrbeschränkungen im Abschnitt Gilmstraße bis Museumstraße aufrecht. Und auch die Mindestfahrbahnbreite von 5,50 m soll im Abschnitt Gilmstraße bis Museumstraße angestrebt werden.

Die Detailpläne zum Gestaltungskonzept (Abschnitte Nord und Süd) entnehmen Sie bitte dem Anhang.

31. März 2014