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Neuer Stipendiat im Künstlerhaus Büchsenhausen

Dieses Jahr geht das Stipendium an Kevin Dooley
Dieses Jahr geht das von der Stadt Innsbruck geförderte Stipendium für das Künstlerhaus Büchsenhausen an Kevin Dooley. Am 13. November überreichten Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Kulturamtsleiter Horst Burmann und der Leiter des Künstlerhauses Büchsenhausen Andrei Siclodi die Förderung an den jungen Künstler. „Ich bin mir sicher, dass das Geld bei Ihnen gut angelegt ist“, beglückwünschte Bürgermeisterin Oppitz-Plörer den Stipendiaten: „Meine herzliche Gratulation dazu!“

Überregionale Kunstdiskurse und lokale Themen
Das Internationale Fellowship-Programm für Kunst und Theorie findet im Künstlerhaus Büchsenhausen seit dem Frühjahr 2003 statt. Seit dem Jahr 2005 unterstützt die Stadt Innsbruck dieses Programm mit einem jährlichen Arbeitsstipendium, das mit 4.000 Euro dotiert ist. Dem Programm liegt die Idee zugrunde, vor Ort einen Produktions- und Diskussionskontext zu generieren, in dem KünstlerInnen und TheoretikerInnen überregionale Kunst- und Gesellschaftsdiskurse mit lokalen Themen in Zusammenhang bringen und reflektieren. Gleichzeitig wird die Möglichkeit eines künstlerischen Experimentierlabors gewährt, wodurch Neues ausprobiert werden kann.
Die Fellows werden nach einem offenen Bewerbungsverfahren von einer Fachjury ausgewählt. Sie kommen für einen Zeitraum von zwei Semestern nach Büchsenhausen, wo sie am eingereichten Projekt arbeiten und diesen Prozess in öffentlichen Veranstaltungen diskursiv begleiten.

Kevin Dooley - „Art Workers Inquiry“
Kevin Dooley wurde 1983 in Hastings (UK) geboren und machte 2011 seinen Abschluss an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er derzeit auch lebt.

Was bedeutet es, jenseits ökonomischer Normen produktiv zu sein? Wie kann sich „Produktivität“ manifestieren, wenn künstlerische Praktiken nicht dem Ergebnis sondern dem Prozess ihre Hauptaufmerksamkeit widmen?
In seiner jüngsten Arbeit beschäftigt sich Kevin Dooley mit Fragen nach den Ursprüngen und dem Funktionspotenzial der „Sozialfabrik“-Hypothese. Tiziana Terranova beschreibt diese Hypothese als den Übergang von einer Gesellschaft, in der die Produktion vorwiegend im geschlossenen Raum der Fabrik stattfindet, zu einer Gesellschaft, die selbst als Ganzes zu einer Fabrik, einem produktiven Ort wird. Auf dieser Grundlage konzipiert Dooley eine neue Art von Gewerkschaft – eine Gewerkschaft, die nicht innerhalb der Fabrik oder der Institution existiert, sondern sich in den Relationen bezahlter und unbezahlter Arbeit von „StudentInnen“ konstituiert.
In Fortsetzung dieser Untersuchungen widmet sich Dooley in Büchsenhausen der Arbeit an „Art Workers Inquiry part two: Spectres“, einem künstlerisch-investigativen Projekt, in dessen Mittelpunkt die Figuren der/des „aufstrebenden KünstlerIn“ und der „aufstrebenden Wirtschaft“ als Produktionsformen unsichtbarer Arbeit stehen. Woraus gehen KünstlerInnen bzw. Wirtschaften hervor? Was bedeutet es, in einem permanenten Zustand des Werdens zu sein, ohne je das Stadium der „Reife“ erreichen zu können? Und auf welche Weise sind die Figuren der StudentInnen oder KünstlerInnen mit der ArbeiterInnenklasse verbunden, genauer mit den darin befindlichen Figuren der „werdenden“ und verschwindenden ArbeiterInnen und Wirtschaften? 
13. November 2012