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Neue Wohngemeinschaft des Vereins Emmaus eröffnet

Neue Betreuungseinrichtung in der Villa Wild
Der soziale und gemeinnützige Verein Emmaus, der wohnungs- und arbeitslose Menschen mit einer zuvor festgestellten Abhängigkeitserkrankung unterstützt, lud am 20. September zum Eröffnungsfest seiner neuen Wohngemeinschaft in der Weiherburggasse. Bürgermeisterin Mag.ª Christine Oppitz-Plörer, Caritas Direktor Georg Schärmer sowie zahlreiche VertreterInnen befreundeter Vereine, SpenderInnen, MühlauerInnen und Emmaus-MitarbeiterInnen folgten der Einladung in die Villa Wild, die von Pater Dr. Franz Weber gesegnet wurde. Anlässlich des Festes wurde zudem die Festschrift „15 Jahre Emmaus in Innsbruck“ vorgestellt.

„Der Verein Emmaus ist ein Verein für Menschen mit einer besonderen Geschichte und leistet wertvolle Arbeit für die Gesellschaft“, betonte Bürgermeisterin Oppitz-Plörer. Sie wünschte dem Verein und der neuen Wohngemeinschaft alles Gute für die nächsten Jahre und bezeichnete den Verein als Institution, die aus Innsbruck nicht mehr wegzudenken ist. Georg Schärmer richtete ein „Vergelt`s Gott“ an alle Mitglieder des Vereins und dankte ihnen für „den radikalen Ansatz ganz nah am Nächsten zu sein“.

Raimund Eberharter, Obmann des Vereins Emmaus Innsbruck, bedankte sich für die Wertschätzung und Unterstützung seitens der Stadt. „Innsbruck ist eine Weltstadt. Zu einer solchen gehört, dass alle Menschen einen schönen Platz zum Leben finden. Unsere Wohngemeinschaft setzt einen weiteren Schritt, um dies zu ermöglichen“, so Eberharter weiter.

Die Wohngemeinschaft in der Villa Wild ist die dritte Betreuungseinrichtung des Vereins Emmaus in Innsbruck. Das Gebäude in der Weiherburggasse wird seitens der Stadt Innsbruck zur Verfügung gestellt. Der Verein hat das Gebäude auf eigene Kosten renoviert und kümmert sich auch um die Instandhaltung sowie die Betriebskosten. Bis zu sieben betroffene Männer finden in der neuen Wohngemeinschaft ein vorübergehendes Zuhause.

Was ist der Verein Emmaus
Beim Verein Emmaus handelt es sich um einen Verein der Caritas der Diözese Innsbruck. Er bietet SuchtpatientInnen, die sich nach der Absolvierung einer Therapie in einer prekären Situation befinden und einen Neustart wollen, Perspektiven. Nach der abgeschlossenen Entzugs- bzw. Entwöhnungsbehandlung können Betroffene etwa in einer „trockenen“ Wohngemeinschaft leben und im Dienstleistungsbetrieb des Vereins mit Angeboten rund um Haus und Garten mitarbeiten.

Die Hilfestellung des Vereins kann sowohl von Männern als auch von Frauen in Anspruch genommen werden. Angeboten werden etwa Arbeitstrainings, Psychotherapie und Begleitung in sozialarbeiterischen Angelegenheiten. Für Betroffene besteht die Möglichkeit ein Jahr und länger beim Verein zu wohnen und zu arbeiten, um das Ziel einer neuen, selbstständigen und selbstbewussten Lebensgestaltung zu erreichen.

Die Geschichte des Vereins
Die erste Emmaus Gemeinschaft entstand im Jahr 1949 in Paris, als der französische Armenpriester Abbé Pierre gemeinsam mit obdachlosen Menschen leerstehende Häuser besetzte und mit dem Erlös vom Altkleiderverkauf renovierte. Daraus entstand eine internationale Bewegung, deren Ziel es bis heute ist, soziale Ungerechtigkeiten zu bekämpfen und sich für menschenwürdige Lebensbedingungen ein zu setzten. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 400 Emmaus Gemeinschaften.

Die Emmaus Gemeinschaft in Innsbruck wurde 1997 gegründet. Anfangs standen dem Verein vier Zimmer im Haus in der Holzgasse in Mühlau zu Verfügung. Nach einem Ausbau können heute bis zu sieben Männer in der Holzgasse wohnen. 2008 wurde schließlich eine Wohngemeinschaft für sechs bis acht Frauen in Völs gegründet. Diese Erweiterungen machten auch einen eigenen Betriebsstandort, der sich im Gewerbegebiet Rossau befindet, nötig.
20. September 2013