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Die Kinder zeigen, wo es langgeht: Ein Spaziergang durch das Viertel gab Aufschluss über ihre täglichen Wege – und über so manchen „Geheimpfad“.
Die Kinder zeigen, wo es langgeht: Ein Spaziergang durch das Viertel gab Aufschluss über ihre täglichen Wege – und über so manchen „Geheimpfad“.

Wege verbinden, die BürgerInnen planen

Beim Erstellen von Fuß- und Radwegverbindungen in der Innsbrucker Nagillergasse setzt die Stadt Innsbruck auf BürgerInnenbeteiligung: Als ExpertInnen vor Ort werden die AnrainerInnen eng miteinbezogen und liefern mit ihrem fundierten Wissen wichtige Gestaltungsanreize.

Gleich in mehreren Innsbrucker Stadtteilen finden in diesem Jahr Prozesse der BürgerInnenbeteiligung statt. Einer davon betrifft den Stadtteil Höttinger Au, konkret die Nagillergasse: In enger Abstimmung mit den Fachabteilungen des Stadtmagistrats und dem Amt für Tiefbau soll dort unter dem Motto „Wege verbinden - BürgerInnen planen“ ein Netz an Fuß- und Radwegen die innere Erschließung verbessern Ziel ist eine durchgehende, autofreie innere Erschließung des Gebiets zwischen Mitterweg, Exlgasse, Dr -Stumpf-Straße und Rehgasse. Die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider betont: „In unmittelbarer Nähe zur
Nagillergasse befinden sich mehrere Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen. Effiziente und sichere Wege für Kinder und Erwachsene sollen gewährleistet werden. Die Erschließung der Nagillergasse bietet eine optimale Nahversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner “ 

Bestands- und Bedarfsanalyse 

Die Vorteile dieser netzhaften Erschließung liegen auf der Hand: Kürzere Wege, mehr Sicherheit für die Schul- und Kindergartenkinder und der Ausbau des autofreien Wegenetzes sind nur einige der Punkte, die für eine bedarfsgerechte Nagillergasse sprechen. Um den Bedarf im Stadtteil zu erheben, wurden in einem ersten Schritt jene Eltern befragt, deren Kinder den im Stadtteil befindlichen Kindergarten besuchen, und ihre Alltags- und Wunschwege dokumentiert. Auch die Kinder selbst hatten bei einem Spaziergang durch das Viertel die Möglichkeit,ihren täglichen Weg zu und von der Betreuungseinrichtung aufzuzeigen. Zudem wurden noch die BesucherInnen der SeniorInnenstube Dr.-Stumpf-Straße interviewt. Im Rahmen der Analyse äußerten alle Befragten den Wunsch nach mehr Sicherheit am Mitterweg, aber auch nach einer besseren Durchwegung der Umgebung, insbesondere von Norden nach Süden. 

Prozess startet im Herbst

Der Auftakt zum Planungsprozess ist für September angedacht, die BewohnerInnen in und um die Nagillergasse werden persönlich dazu eingeladen. Neben der Vorstellung der Ergebnisse, die aus den verschiedenen Befragungen hervorgegangen sind, soll im Zuge der Auftaktveranstaltung auch ein BewohnerInnenbeirat
gegründet werden. Dieser soll den neuen Fuß- und Radweg gemeinsam mit den Fachstellen des Innsbrucker Stadtmagistrates planen und gestalten. Die übrigen BewohnerInnen können während des Planungsprozesses Empfehlungen und Hinweise für die weitere Planung einbringen.

„Das Motto ‚Wege verbinden‘ ist bei dem Projekt Nagillergasse Programm. Um es optimal umsetzen zu können, bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit mit den Anwohnerinnen und Anwohnern: Sie sind im Stadtteil die Expertinnen und Experten, deren ihr Einsatz und Engagement von der Stadt Innsbruck sehr geschätzt werden.“

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Ergebnisse der Befragungen

Die Befragung von fast 40 Eltern ergab interessante Einblicke in das Zusammenleben des Stadtteiles Höttinger Au rund um die Nagillergasse: Viele ihrer Antworten gaben Aufschluss darüber, wie man die Verkehrssicherheit im Stadtteil erhöhen könnte und welche Fuß- oder Radwege die Alltagswege abkürzen würden. Besonders Eltern schätzen die hohe Lebensqualität im Stadtteil, seine Familienfreundlichkeit und die öffentliche Anbindung an die Innenstadt. Die Gespräche mit den ansässigen SeniorInnen gestalteten sich ebenfalls als sehr aufschlussreich, der Fokus lag hier ebenfalls auf der Lebensqualität im Viertel. Da die SeniorInnen sich im Stadtteil überwiegend zu Fuß bewegen, sehen sie eine bessere Durchwegung im Stadtteil insgesamt als großen Gewinn: Schon jetzt werden oftmals Trampelpfade genutzt, um die Wege abzukürzen. 

Die Wege der Jüngsten

Aber auch die jüngsten StadtteilbewohnerInnen lieferten wertvolle Erkenntnisse zur Situation in und um die Nagillergasse: So spazierten im Juni MitarbeiterInnen des Magistrats gemeinsam mit der Leiterin des Kindergartens Mitterweg und rund 40 Kindern durch das Viertel, um die Alltagswege und Lieblingsplätze der Kinder zu erkunden. Auch so mancher „Geheimweg“, der den Besuch zu Freund oder Freundin abkürzt, wurde dabei aufgedeckt. Insgesamt sind die Gestaltungswünsche der Kinder für ihre Lebensumwelt sehr klar, und auch ihr gutes Gespür für eventuelle Gefahrensituationen wurde dabei deutlich: So machten die Kinder die MagistratsmitarbeiterInnen beispielsweise auf schwierige Stellen zum Überqueren der Straße oder auf gefährliche Ausfahrten aufmerksam. Diese gesammelten Ergebnisse aus allen Interviews und Spaziergängen werden nun ausgewertet und fließen bei der bevorstehenden Adaptierung der Nagillergasse in die Planung mit ein. (KS)