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Micha Wille in der Andechsgalerie

Trägheit und Humor als Weltentwurf
Mit der Ausstellung „Once I sat down, I never stood up again“ von Micha Wille startet die Andechsgalerie in das neue Jahr. Zur Ausstellungseröffnung am 6. Februar begrüßte Galerieleiter Horst Burmann die stv. Kulturausschussvorsitzende GRin Mag.a Uschi Schwarzl und zahlreiche Gäste. Die Künstlerin Lizzy Fidler sprach einführende Worte.

Mit dem Titel ihrer ersten Ausstellung in Tirol bezieht sich Micha Wille konkret auf die manische Aussage des Malers Lucian Freud Once I stood up I never sat down again und widmet sich dem Thema Resignation und Trägheit als Weltentwurf. Ihr eigenständiger Stil, sowohl was die Kombination von Zeichnung, Druckgrafik und Malerei betrifft, als auch ihr Humor im Umgang mit aktuellen Phänomenen machen sie zu einer interessanten Neuentdeckung in der zeitgenössischen Tiroler Kunstszene.

Die Ausstellung
Mit diesem Zitat wird der durch die Leistungsgesellschaft überforderte Mensch angesprochen, der sich als frustrierter Übender in seiner Angeschlagenheit irgendwann dem nächsten Schritt gegenüber verweigert: eine Frau weigert sich ihr Designer-Outfit auszuziehen, obwohl es einen Brandfleck hat („Scheisse. Brandfleck“), ein Käfig in einer Eule symbolisiert die selbst auferlegte Unfreiheit einzelner eigentlich freier Menschen („Cage in a Bird“) oder es sind in einem weiteren Werk der Künstlerin Nasenbluten und ein blaues Auge als Metapher für die Legitimation von Schwerfälligkeit durch Verletzungen zu verstehen („Und a goldene Uhr und a blaus Aug“).

Ein nicht unwesentlicher Aspekt in ihren Arbeiten, bei dem ihr Sprachstudium der theoretischen Syntax zum Tragen kommt, sind ihre außergewöhnlichen Bildbeschriftungen, die den Bildern eine weitere Ausdrucksnote verleihen. Die Arbeiten Micha Willes bilden zudem nicht nur thematisch Starrheit und Unbeweglichkeit ab, auch formal und technisch sind die gezeigten Figuren und Objekte wie versteinert und scheinen nicht als aktive, sich in Bewegung befindende Subjekte auf.

Zur Person
Micha Wille wurde 1978 in Landeck geboren, absolvierte zunächst das Studium der Theoretischen Syntax in Wien und studierte anschließend Kontextuelle Malerei bei Hans Scheirl an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 2010 studiert sie zusätzlich Malerei und Druckgrafik bei Gunter Damisch und erhielt 2011 ein Auslandsstipendium am renommierten Central Saint Martins College of Art and Design in London mit dem Schwerpunkt druckgrafische Techniken.

07. Februar 2013