Logo Innsbruck informiert
494129316_0.jpg

Meine Stadt. Meine Meinung.

Das Thema Sicherheit stand im Mittelpunkt der 5. Stadt-Panel-Befragung
Regelmäßig werden im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprojekts „Meine Stadt. Meine Meinung.“ repräsentative Befragungen zu unterschiedlichen Themen durchgeführt. Beim mittlerweile fünften Innsbruck-Stadt-Panel im Frühjahr 2013 wurden insgesamt 517 InnsbruckerInnen zum Thema Sicherheit befragt (Die Schwankungsbreite beträgt +/- 4,3%).

Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer informierte im Rahmen eines Pressegespräches am 11. Juni gemeinsam mit Elmar Rizzoli (Amtsvorstand Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen), Branddirektor Mag. Erwin Reichel (Berufsfeuerwehr), Dipl.-Ing. Christian Kugler (Amtsvorstand Bau- und Feuerpolizei), MMag.a Barbara Traweger-Ravanelli (IMAD) und Reg.-Rat Wolfgang Steinbauer (Amtsvorstand Bürgerservice und Öffentlichkeitsarbeit) über die Ergebnisse.

„Die Kontinuität des Instrumentes der Stadt-Panel-Befragungen bildet eine gute Grundlage für die Arbeit in Politik und Verwaltung“, betonte Bürgermeisterin Oppitz-Plörer: „Die Ergebnisse werden ernst genommen und fließen in die laufende Arbeit ein.“

„Ich bedanke mich bei der Bevölkerung, die sich bei den Befragungen laufend meinungsbildend einbringt“, freute sich Wolfgang Steinbauer über die aussagekräftigen Ergebnisse der Repräsentativ-Befragung.

Die Ergebnisse der Befragung
Alles in allem fühlen sich mehr als acht von zehn Befragten (81%) sehr sicher bis sicher in Innsbruck. Fragt man die Innsbrucker Bevölkerung nach ihrem Sicherheitsgefühl im Zusammenhang mit Kriminalität in ihrer direkten Wohnumgebung, so geben 86,1% an, dass sie sich tagsüber sehr sicher bis sicher fühlen. Dieser Prozentsatz sinkt bei der Bewertung des Sicherheitsgefühls in der Wohnumgebung abends bzw. nachts auf 63,8%.

Zu den am unsichersten bewerteten Orten in Innsbruck zählen für die Befragten eindeutig der Hauptbahnhof und Umgebung (47%) und die Bogenmeile (40,4%). 24,4% der InnsbruckerInnen geben Parkanlagen an. „Wir fühlen uns durch die Ergebnisse im Allgemeinen bestätigt“, so Elmar Rizzoli: „Gemeinsam mit den ÖBB und der Polizei wird derzeit im Rahmen der Projektgruppe ‚Sicherer Bahnhof‘ an Lösungen gearbeitet und auch die Bogenmeile wird immer wieder diskutiert. Es ist aber auch notwendig im Bereich der Imagepflege noch aktiver zu werden: Beispielsweise ist der Rapoldipark in den Köpfen der Innsbruckerinnen und Innsbrucker noch immer negativ behaftet, obwohl die aktuellen objektiven Zahlen hier ein ganz anderes Bild vermitteln.“

Mehr als die Hälfte der BewohnerInnen (54,4%) bewerten die Kriminalitätsrate in Innsbruck niedriger als in anderen EU-Städten dieser Größe, 41% geben an, dass diese in etwa gleich groß ist.

Beleuchtung, Sauberkeit und Sicherheitsgefühl
Mehr als drei Viertel der Befragten (78,9%) geben an, dass Beleuchtung sehr stark bis eher stark zu ihrem Sicherheitsgefühl beiträgt. „Mit laufenden Pilotprojekten und neuartigen Beleuchtungsversuchen arbeiten wir bereits seit einiger Zeit an dieser Thematik“, so die Bürgermeisterin: „Diese Ergebnisse bestätigen uns, dass wir hier auf einem richtigen Weg sind, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu steigern. Es gibt beispielsweise schon massive Verbesserung im Bereich von Schutzwegen.“ Im Vergleich dazu trägt Sauberkeit bei rund zwei Drittel (65,8%) sehr stark bis eher stark zum Sicherheitsgefühl bei.

Mehr als jede/r zehnte BewohnerIn ist im letzten Jahr auf öffentlichen Plätzen in Innsbruck bedroht bzw. angegriffen worden, vermehrt weibliche Befragte. Die Furcht vor Straftaten unter der Bevölkerung ist jedoch relativ gering. Während 10,3% sehr hohe bzw. eher hohe Angst vor Straftaten im eigenen Stadtteil haben, fürchten sich 15,1% vor einem Angriff in der Stadt Innsbruck.

Die Mehrheit der Bevölkerung (68,3%) ist sich jedoch dahingehend einig, dass es zu wenig Polizeistreifen zur Kontrolle der allgemeinen Sicherheit in Innsbruck gibt. Mit der Arbeit der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) sind rund vier von zehn Befragten sehr zufrieden bis eher zufrieden.

„Wir versuchen den Verwaltungsaufwand im Bereich der Mobilen Überwachungsgruppe möglichst klein zu halten, damit unsere MitarbeiterInnen so viel Zeit wie möglich im Außendienst versehen können“, erklärte Elmar Rizzoli: „Bereits seit einigen Wochen haben wir insbesondere die Anzahl der Fußstreifen im gesamten Stadtgebiet im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht.“

Verkehrssicherheit in Innsbruck
Am sichersten fühlen sich die Befragten als Passagiere in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehr als 80% geben an, dass sie sich sehr sicher bis eher sicher fühlen. Als PKW-LenkerInnen fühlen sich 79,4% sehr sicher bis eher sicher, als FußgängerInnen 62,7%. Am unsichersten fühlen sich die Befragten als RadfahrerInnen in der Stadt: Während sich 26,2% sehr sicher bis sicher fühlen, fühlen sich 36,1% teilweise sicher und 37,6% eher unsicher bis sehr unsicher. „Die Radfahrerinnen und Radfahrer empfinden sich als Teil des motorisierten Verkehrs“, erklärte die Bürgermeisterin: „Wir werden auch in diesem Bereich weiterhin neue Wege gehen, um Innsbruck sowohl für Fußgängerinnen und Fußgänger, als auch für die Radfahrerinnen und Radfahrer attraktiv und sicher zu gestalten.“

Sicherheit in Gebäuden
Während 42,2% der Bevölkerung angeben einen Feuerlöscher in der Wohnung zu haben, geben nur 25,9% an, dass sie einen Rauchmelder haben. Jedoch wissen 85,5%, wo es in der Wohnanlage bzw. im Haus eine Löscheinrichtung gibt.

„Die Bau- und Feuerpolizei wird im Rahmen der Feuerbeschau und mit dem dazugehörigen Folder weitere Aufklärungsarbeit leisten“, so Dipl.-Ing. Kugler: „Dazu wird auch versucht, Medien wie das Internet, d.h. die städtische Homepage, und im Rahmen der Möglichkeiten auch ‚Innsbruck informiert‘ zu verwenden.“

Feuerwehr und Rettung
Zu den wichtigsten Arbeiten der Feuerwehr zählen die Befragten, neben der Brandbekämpfung, die Entsorgung von Chemikalien. „Am Gelände der Berufsfeuerwehr können auch jederzeit gefährliche Stoffe abgegeben werden. Hier stellt die IKB eine kostenfreie Entsorgung für Haushalte zur Verfügung“, bezog sich Branddirektor Erwin Reichel auf das Ergebnis. Am wenigsten wichtig beurteilen die Befragten das Öffnen von Wohnungstüren durch die Feuerwehr.

Hinsichtlich der ehrenamtlichen Unterstützung würden 8% bei der Feuerwehr mitarbeiten und 12,4% der Bevölkerung bei der Rettung.
„Die Problematik auch in Zukunft genügend Freiwillige zu haben, die hier ihre Freizeit investieren, wird uns herausfordern. Um unseren derzeitigen Standard zu halten benötigen wir viele engagierte Freiwillige“, appelliert Reichel an die InnsbruckerInnen. Auch die Bürgermeisterin sieht in dem Ergebnis einen klaren Auftrag: „Der Bereich der Imagebildung in der Freiwilligenarbeit muss eindeutig forciert werden. Vor allem in den einzelnen Stadtteilen werden wir die Attraktivität der Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr noch deutlicher aufzeigen.“

Zivilschutzalarm und Notrufnummern
Die meistgenannten Notrufnummern sind 144, 133, 112 und 122. 21,3% meinen, dass sie die Zivilschutzalarmsignale kennen. Jedoch liegt der Anteil derjenigen, die die drei Alarmsignale tatsächlich richtig benannt haben bei nur 17,8%.

„Wir werden zum alljährlichen Zivilschutz-Probealarm Anfang Oktober versuchen, die Bevölkerung noch intensiver über die Bedeutung der einzelnen Alarmstufen zu informieren“, betonte Branddirektor Reichel: „Gerade die letzten Tage haben gezeigt, dass unvorhergesehene Wetterereignisse unter Umständen eine Alarmierung der Bevölkerung mittels Zivilschutzalarm notwendig machen. Auch die Involvierung von neuen Medien wie Twitter oder Facebook zum Informationstransfer gilt es hier zu nutzen. Die Reichweiten sind nicht zu unterschätzen.“ Auch für die Bürgermeisterin gibt es hier Bedarf in der Aufklärungsarbeit: „Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag regelmäßig über die Bedeutung der Alarmsignale zu informieren. Genauso wie wir auch im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes die Wichtigkeit von Löscheinrichtungen und Brandmeldern in der Öffentlichkeit verbreiten werden.“

Naturkatastrophen und Versorgungssicherheit
Vor Naturkatastrophen fürchten sich nur die wenigsten InnsbruckerInnen. Mehr als neun von zehn Befragten fühlen sich diesbezüglich sehr sicher bis sicher. „Wir sind darum bemüht, uns auf das Gebiet Naturkatastrophen zu spezialisieren und tauschen uns hier auch mit anderen Städten und Ländern aus“, führte Dipl.-Ing. Kugler aus: „Der Schwerpunkt liegt hier sicher im Bereich Erdbebenkatastrophen.“

Bei der Bewertung der Versorgungssicherheit in Innsbruck mit Energie, Wasser und Heilmittel bzw. Gesundheitsvorsorge geben jeweils neun von zehn an, dass sie sich diesbezüglich keine bis nur geringe Sorgen machen.

Veranstaltungen in Innsbruck
Zwei Drittel der InnsbruckerInnen haben in den letzten zwei bis drei Jahren eine Großveranstaltung in Innsbruck besucht, davon geben 39,9% an, dass sie sich sehr sicher gefühlt haben und 47,8%, dass sie sich eher sicher gefühlt haben. Fast 70% der Bevölkerung orientieren sich zumindest gelegentlich nach Notausgängen und Fluchtwegen auf Großveranstaltungen.

Videoüberwachung
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gibt an, dass Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen sehr stark bis eher stark zu ihrem Sicherheitsgefühl beiträgt. Drei Viertel der InnsbruckerInnen geben an, dass Videoüberwachung die Kriminalität zumindest etwas bekämpfen kann.

Die Ergebnisse im Detail finden sich im aktuellen Bericht des Meinungsforschungsinstitutes IMAD auf www.innsbruckinformiert.at/meinung

Meine Stadt. Meine Meinung
Das Pilotprojekt „Meine Stadt. Meine Meinung.“ wurde im Herbst 2011 gestartet.
Es bietet die Möglichkeit, sich orts- und zeitunabhängig interaktiv ins Stadtgeschehen einzubringen und gliedert sich in die zwei Bereiche „Frage der Woche“ und das „Innsbruck-Stadt-Panel“.

Im Rahmen der „Frage der Woche“ wurden bisher über 75 Fragen, Ergebnisse und Kommentare des ressortzuständigen Mitglieds der Stadtregierung unter www.innsbruckinformiert.at/meinung online gestellt.
11. Juni 2013