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Mehrweg statt Einweg

Pilotprojekt bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012
Die Berücksichtigung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten bei der Durchführung von Veranstaltungen wird immer wichtiger. Die Abfallvermeidung durch den Einsatz von Mehrwegsystemen spielt dabei eine zentrale Rolle. Auf Initiative der ersten Olympischen Jugendwinterspiele (YOG) starten das Land Tirol, das Arbeitsmarktservice Tirol und der Gemeinnützige Verein ISSBA ein Pilotprojekt für einen „Tiroler Mehrwegbecher- und Geschirrverleih“, um das Netzwerk an erfolgreichen Einzelmaßnahmen im Bereich Mehrweg weiter zu stärken. Der erste landesweit tätige Tiroler Komplettanbieter für Mehrwegsysteme soll vor allem auch nach den Spielen das Veranstaltungswesen bereichern.

„Für den Zukunftsraum Tirol stellt das Pilotprojekt eines Tiroler Mehrwegbecher- und Geschirrverleihs eine sinnvolle Innovation im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit der Natur dar“, erklärt Umweltschutzreferent und stellvertretender YOG-Aufsichtsratsvorsitzender LHStv Hannes Gschwentner. Die Jugendspiele haben sich der aktuellen Diskussion über Müllvermeidung gestellt und die Initialzündung gegeben. „Am Einsatz von Mehrwegsystemen führt kein Weg vorbei. Mit dem Pilotprojekt werden die Weichen für die Zukunft gestellt und ein erstes Angebot für eine zweifellos steigende Nachfrage geschaffen“, ist Gschwentner überzeugt. Die Tiroler UmweltberaterInnen und der Umwelt Verein Tirol (UVT) begrüßen und unterstützen die Maßnahme.

Das AMS Tirol ist nicht nur ein wichtiger Partner für die Jugendspiele sondern auch ein wesentlicher Förderer des Pilotprojekts. „Dieses Geschäftsfeld ist zukunftsfähig und hat sehr viel Potential auch für den Einsatz von benachteiligten Personen am Arbeitsmarkt. Der Tiroler Mehrwegbecher- und Geschirrverleih ist eine Chance, die Arbeitsplätze bei ISSBA nicht nur dauerhaft abzusichern sondern mittelfristig auch auszubauen“, ist Anton Kern, Geschäftsführer des AMS Tirol überzeugt. Beim Verein ISSBA mit Sitz in Imst wurden mit Unterstützung des AMS schon bisher 69 Planstellen geschaffen. Die über 200.000 Euro an Investitionskosten werden zur Hälfte vom AMS Tirol finanziert. Weitere 90.000 Euro stellt das Land Tirol zur Verfügung. Der Rest wird von den YOG und Sponsoren getragen.

Thomas Jascha, Geschäftsführer von ISSBA, wurde über das AMS von den Jugendspielen kontaktiert und ist von den Erfolgsaussichten des Vorhabens überzeugt. „Für das beste Einwegbecherszenario werden doppelt so viele Umweltbelastungspunkte ausgewiesen wie für das ungünstigste Mehrwegszenario. Der Trend zum Mehrwegsystem ist daher nicht aufzuhalten und die Gespräche mit potentiellen Partnern nach den Spielen verlaufen sehr gut“, berichtet Jascha. Es sind zwar vielerorts Mehrwegbecher im Einsatz, allerdings stellt das fachgerechte Waschen und Trocknen ein Problem dar. Die dafür notwendigen Anlagen gibt es in Tirol derzeit nicht, diese Investitionen werden nun in Imst vorgenommen und stellen den Kern des Tiroler Mehrwegbecher- und Geschirrverleihs dar.

„Die Verwendung von Mehrwegsystemen ist eine Notwendigkeit für künftige Veranstalter. Der Einsatz steigert die Festkultur, sorgt für ein positives Image und ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Das Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft wird immer stärker und die Gäste von Veranstaltungen verlangen immer mehr die Berücksichtigung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten. Wir haben daher das Thema aufgegriffen und waren der Katalysator für die Entwicklung des Pilotprojekts, bei dem nun auch die Bewusstseinsbildung im Land im Vordergrund steht“, erklärt Jürgen Steinberger, Projektkoordinator der Jugendspiele.

Die Jugendspiele selbst werden das Tiroler Mehrwegbecher- und Geschirrservice bestmöglich in die Organisation integrieren und verwenden. Die Gespräche mit den potentiellen Partnern laufen. Da viele Cateringaktivitäten in den Räumlichkeiten des jeweiligen Partners organisiert werden können, ist der Einsatz von Mehrwegsystemen ohnehin gewährleistet. Insgesamt werden bei den Jugendspielen 60.000 Becher und 5.000 Stück Geschirr verwendet.

Nachhaltigkeit wird bei den Olympischen Jugend-Winterspielen großgeschrieben. Nach Impulsen für die soziale Gestaltung öffentlicher Ausschreibungen und die Umsetzung des Möbelprojekts mit dem sozial-ökonomischen Betrieb Schindel&Holz für die Möblierung der Wohnungen in der Passivhaus-Anlage Olympisches Dorf zeichnen sich die Jugendspiele somit für ein weiteres nachhaltiges, zukunftsfähiges Projekt mit sozial-ökonomischen, ökologischen und arbeitsmarktpolitischen Effekt verantwortlich.
12. August 2011