Logo Innsbruck informiert
Symbolfoto
Symbolfoto

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann antwortet auf Leserbrief

Leserbriefe betreffend Salzstreuung, Tiroler Tageszeitung, 07.03.2018

"Sehr geehrte Redaktion,

Als ressortzuständiges Regierungsmitglied möchte ich kurz auf die heute in der Tiroler Tageszeitung veröffentlichten Leserbriefe,  welche eine vermeintlich exzessive Salzstreuung in Innsbruck zum Thema haben, Stellung nehmen.

Die Straßenoberfläche, egal ob Fahrbahn, Gehsteige oder Platzflächen waren durchgehend weiß bedeckt. Ursache war aber nicht eine überbordende Salzstreuung sondern ein physikalisches Phänomen, welches selten zu beobachten ist. Es ist dazu neben einer moderaten Menge an Salzlösung (Sole) hohe Kälte mit relativ geringer Luftfeuchte nötig. Ein massiver Kaltlufteinbruch hat in den letzten Februartagen zu sehr tiefen Temperaturen geführt. Die Stadt Innsbruck erhält für den Winterdienst laufend spezielle Wetterprognosen. Am letzten Februar-Wochenende und am darauffolgenden Montag war für die Nachstunden die Gefahr von Glätte in einer dreistufigen Skala mit Stufe 1 (exponierte Lagen) sowie 2 (gesamtes Stadtgebiet) vorhergesagt. Der Straßendienst hatte daher vorsorglich Salz zu streuen. Die Salzstreuung erfolgt kombiniert mit Salz und Sole (hochkonzentrierte Salzlösung aus NaCl). Die Sole bewirkt eine gleichmäßigere Verteilung und eine raschere Auftauwirkung des Salzes. Damit kann die aufzubringende Salzmenge reduziert werden. Die Salzmengen von 10 bis 20 g/m² sind normalerweise nicht auffällig wahrnehmbar. Warum waren dann Straßen und Plätze vollflächig weiß?

Die Ursache liegt in der physikalischen Reaktion der Salzlösung. Sole wirkt als Kältemischung. Beim weiteren Lösen des trockenen Salzes auf der Straßenoberfläche wird durch einen endothermen Effekt Energie aus der Umgebung abgezogen, die Lösung kühlt sich ab. Das Salz kristalliert und bildet mit trockenem Eis aus der (an sich geringen) Luftfeuchtigkeit einen weißen, sehr homogenen Oberflächenbelag, der so lange liegen bleibt, als die Kälte andauert. Mit dem leichten Ansteigen der Temperaturen war der Effekt auch bald vorbei. Die vollflächig weißen Straßenoberflächen waren nicht Zeugnis exzessiver Salzstreuung sondern ein selten zu beobachtender physikalischer Effekt. Unsere Mitarbeiter  vom Straßendienst sind hier zu Unrecht getadelt worden und haben hervorragende Arbeit im Sinne der Sicherheit für die BürgerInnen dieser Stadt geleistet.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Beste Grüße

Christoph Kaufmann"