Logo Innsbruck informiert

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer antwortet auf Leserbrief

Leserbrief, Tiroler Tageszeitung, 12. Februar 2018, „Die Kosten tragen wir alle“ von Adolf Fischer

„Sehr geehrter Herr Fischer, 

in Ihrem Leserbrief vom 12.02.2018 schreiben Sie: „Wenn Patscherkofel-Geschäftsführer Martin Baltes den Studien aus Wien zur Einseilumlaufbahn nichts abgewinnen kann, ist das eine Ansichtssache. Genauso könnte man bezweifeln, ob ein Berliner unsere Windverhältnisse am Kofel besser beurteilen kann.“ 

Im Vorfeld der Errichtung der neuen Bahn wurden umfangreiche Studien von SeilbahnexpertInnen wie Ing. Melzer und Ing. Hopfner von Melzer & Hopfner Ingenieurgesellschaft m.b.H. & Co. KG durchgeführt. Aufgrund der Lage des Patscherkofels ist jede mögliche Trassenführung dem Wind ausgesetzt. Die Experten haben sich daher intensiv mit exponierten Lage des Patscherkofels befasst, um eine Lösung zu finden, die den Kosten-Nutzen-Faktor vorn an stellt. Ziel war es, eine komfortable, moderne, barrierefreie Bahn für Sommer wie Winter zu errichten, mit der alle Pisten und Abfahrten über eine statt vier Einrichtungen erreicht werden können. Dies ist über die neue Trasse gelungen.

Bei der zitierten „Studie aus Wien“ soll es sich dem Vernehmen nach um eine Studie eines Mitarbeiters eines Konkurrenz-Seilbahnunternehmens handeln. Die Entscheidung für die Einseil-Umlaufbahn basiert hingegen auf der Expertise von ausgewiesenen und unabhängigen Fachleuten. Zur Veranschaulichung übermittle ich im Anhang eine Übersicht aller Planer und ausführenden Firmen.

Die neue Bahn ist eine Einseil-Umlaufbahn. Diese entspricht der Dimension am Hausberg und ist mit 12,5 Mio. Euro gleichzeitig wesentlich billiger als eine Zwei- oder Dreiseilbahn. Solche werden als Zubringer für große Skigebiete eingesetzt, aber nicht als Hauptbahn für ein vergleichsweise kleines Winter- und Sommergebiet. Besonders die Mittelstation auf 1700 Metern bindet die Patscher Alm und die Wanderwege gut ein, ohne dass man zuerst von der alten Mittelstation bei der Bobbahn weit hinaufgehen muss. Die neue Patscherkofelbahn ist für Windstärken bis zu 75 km/h konzipiert. Vorteil ist, dass es nun eine zweite Sektion gibt. Bei unterschiedlichen Windstärken in den beiden Teilbereichen (Talstation bis Mittelstation, Mittelstation bis Bergstation) können auch nur einzelne Sektionen in Betrieb genommen werden und alleine mit der unteren Sektion haben WintersportlerInnen eine Abfahrt mit 700 Höhenmeter Unterschied zur Verfügung.

Die Pendelbahn konnte stärkere Windgeschwindigkeiten bis 80 km/h aushalten. Sie ist aber aufgrund der Wartezeiten weniger bequem. Zudem lag die alte Mittelstation bei der Bobbahn und damit weit weg von den Skipisten. Außerdem hat sich schon früher gezeigt, dass bei viel Wind kaum SportlerInnen und Erholungssuchende auf den Berg wollen. Ganz im Gegenteil, ein (Föhn-)Sturm in alpiner Umgebung kann lebensgefährlich sein. Gott sei Dank sind wir in Tirol wetterbegünstigt und haben auch im Winter viele Tage, an denen sich Sportbegeisterte in der freien Natur betätigen können. Und auf unserem Hausberg können dank den neuen barrierefreien Bahnbauten von Jung bis Alt alle ihre Freizeit genießen, egal ob superfit oder mit Handicap.

Freundliche Grüße
Christine Oppitz-Plörer“

Übersicht der ausführenden Firmen

firmen-pkb.pdf   (443 KB)