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Olympisches Dorf - am Rand der Stadt

Anwesenheit der RegisseurInnen Di 21.04. um 19.00 Uhr im Leokino Filmstart Fr 24.04.

„Innsbruck ist gewuchert, an einer Stelle aufgeplatzt.” So beschrieb der

ehemalige Jugendbetreuer Marco Nicolussi das Olympische Dorf. Wenn

man sich Luftbilder der Stadt Innsbruck ansieht, versteht man, was er meint.

Ursprünglich als Unterkünfte für die Sportler der Olympischen Win te rspiele

1964 und 1976 gebaut, wurden die Wohnblöcke des Olym pischen Dorfes

nach den jeweiligen Sportevents für erschwingliche Mieten an finanziell

schwache, oft sehr kinderreiche Familien vermietet. So erreichte das O-Dorf

in nur wenigen Jahren mit 10.000 Menschen die Einwohnerzahl einer

Kleinstadt. Die Bewohner lebten jedoch auf engem Raum in einer künstlich

erschaffenen Nachbarschaft zusammen. Neben Kritik an der Architektur der

Hochhäuser entwickelte sich das O-Dorf schon Ende der siebziger und

speziell im Laufe der achtziger Jahre zu einem sozialen Brennpunkt der

Stadt. Durch die soziale Benachteiligung wuchsen viele Kinder und

Jugendliche in zerrütteten Verhältnissen auf. Von den Bewohnern anderer

Stadtteile als „Rattler” und „Karner” bezeichnet, litten sie außerdem im Rest

der Stadt unter dem Stigma des „O-Dörflers”. Zugleich stieg zu dieser Zeit

der Umlauf von Drogen in Innsbruck, die ihren Weg vor allem auch ins ODorf

fanden. Die Presse berichtete damals vom O-Dorf als „Klein-

Manhatten”, „Stadtrandsiedlung” oder „Ghetto”, in dem die Kinder „kaputt

werden” (Kurier, 1991).

In ihrem Erstlingswerk machten sich Anna Greissing und Georg Rainalter,

der selbst im Olympischen Dorf aufgewachsen ist, 2013 auf eine filmische

Spurensuche. Das Ergebnis ist eine Aufarbeitung der Geschichte des ODorfs

und der Versuch herauszufinden, worin sich die oft negative

Wahrnehmung dieses Innsbrucker Stadtteils begründet, und wie sich dieser

in den letzten 50 Jahren verändert hat.

- Die Idee zum Film war Preisträger des Fördertopfs stadt_potenziale 2012

und wurde mittels Finanzierung der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol

Österreich 2014; Buch & Regie: Anna Greissing und Georg Rainalter;

Kamera: Anna Greissing, Georg Rainalter, Florian Tschörner, Schnitt:

Florian Tschörner; Ton: Felix Sterzinger; (DCP – von Video übertragen; 16:9;

Farbe; 49min).