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Lehrgang zur Förderung von Kindern

Stadt Innsbruck bietet Praxismöglichkeiten
Die Teilhabe am Bildungssystem durch den Besuch eines Kindergartens ist von enormer Bedeutung, wenn es um die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund geht. Allein in der Stadt Innsbruck liegt im aktuellen Kindergartenjahr der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, die eine städtische Betreuungseinrichtung besuchen, bei über 40 Prozent.

Um den Bedürfnissen aller Kinder gerecht zu werden und eine den aktuellen Erfordernissen angepasste Pädagogik zu gewährleisten, arbeitet die Stadt Innsbruck nun schon seit Jahren an zahlreichen Projekten zur sprachlichen Frühforderung. „Ganzheitlich“, so der zuständige Stadtrat Ernst Pechlaner: „Es geht hier nicht um eine reine Dolmetsch-Funktion. Unsere Pädagoginnen und Pädagogen bauen eine Beziehung und emotionale Bindungen zu den Kindern auf. Nur so können die Kinder diese für sie noch fremde Welt verstehen lernen.“ Die Stadt Innsbruck setzt in diesem Bereich Akzente: Mit „Rucksack“ oder „Griffbereit“ laufen derzeit wertvolle Projekte in den städtischen Einrichtungen.

Bildung und Betreuung von Anfang an
Um sprachliche Barrieren zu überwinden, ist die Ausbildung der PädagogInnen wesentlich. Derzeit werden in den Kindergärten der Stadt Innsbruck 540 vier- bis sechsjährige Kinder von zehn Sprachförderpädagoginnen unterstützt.

Eine weitere Bereicherung sollen sogenannte „AssistentInnen für interkulturelle Bildung und Erziehung in Kinderbetreuungseinrichtungen“ darstellen. Der Verein Multikulturell bietet seit Oktober einen entsprechenden Lehrgang in Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck und dem AMS Tirol an, unter dem Motto „Bildung und Betreuung von Anfang an“. Initiiert wurde der Lehrgang von Bildungsstadtrat Ernst Pechlaner.

Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten Stadtrat Pechlaner, Anton Kern (Leiter AMS Tirol), Amtsleiterin Mag.ª Brigitte Berchtold (Kinder- und Jugendbetreuung), Ovagem Agaidyan (Verein Multikulturell) und Lehrgangsleiter Dr. Hans Geiler am 18. Oktober die Details des Lehrgangs vor.

Das AMS kommt mit rund 30.600 Euro für die Kosten des Lehrgangs auf und unterstützt die TeilnehmerInnen monatlich mit etwa 850 Euro, um die Lebenserhaltungskosten während der Ausbildung zu finanzieren. Die Stadt Innsbruck stellt seit Oktober drei Praxismöglichkeiten für die KursteilnehmerInnen zur Verfügung.
Der Lehrgang richtet sich an Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr mit Migrationshintergrund und guten Kenntnissen der Erst- und Zweitsprache sowie positivem Pflichtschulabschluss. Er dauert neun Monate und umfasst eine praxisorientierte Theorieausbildung über 310 Stunden sowie Praxiseinheiten in Kindergärten (immer Dienstags bis Freitags). Derzeit nehmen 14 Frauen mit Migrationshintergrund aus ganz Tirol am Lehrgang teil.

Die Ausbildung befähigt das pädagogische Fachpersonal, bei der Inklusion von Kindern mit Migrationshintergrund Unterstützung zu leisten. Als AssistentInnen für interkulturelle Bildung und Erziehung fördern sie die Kinder, eingebettet in die tägliche Bildungs- und Erziehungsarbeit, in der Erst- und Zweitsprache. Darüber hinaus werden sie zu verlässlichen Bezugspersonen.
18. Oktober 2013