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Lasker Award für MED-EL-Gründerin Ingeborg Hochmair

Stadt Innsbruck gratuliert ihrer Verdienstkreuzträgerin sehr herzlich
Er wird als „amerikanischer (Medizin-) Nobelpreis bezeichnet und wird seit 1946 an Personen verliehen, die wichtige Beiträge bezüglich menschlicher Erkrankungen oder andere öffentliche Dienste im Sinne der Medizin geleistet haben: Der Lasker Award der amerikanischen Lasker Foundation, die die Unterstützung der biomedizinischen Forschung, Verbesserung der menschlichen Gesundheit sowie die Verlängerung des Lebens zum Ziel hat.

Am 20. September 2013 wird die Gründerin und Geschäftsführerin des international tätigen Medizintechnikunternehmens MED-EL mit Sitz in Innsbruck Univ.-Doz. DI Dr. Dr. h. c. Ingeborg Hochmair in New York mit dem Lasker Award ausgezeichnet.

„Ingeborg Hochmair trug in den letzten Jahrzehnten wesentlich dazu bei, Innsbruck zu einem weltweit angesehen Zentrum für die Diagnostik und Therapie von Hörstörungen zu etablieren“, gratuliert Wirtschaftsreferentin Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer im Namen der Stadt Innsbruck zum Award: „Sie wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen für ihre großartigen Leistungen im Bereich der Forschung geehrt, unter anderem auch mit dem Verdienstkreuz der Stadt Innsbruck. Dass Frau Dr. Hochmair nun für die Entwicklung dieses einzigartigen Implantates eine solch hohe Auszeichnung erhalten wird, freut uns ganz besonders.“

Als Geschäftsführerin und Gründerin der Firma MED-EL hat sie zudem einen wesentlichen Beitrag geleistet Innsbruck auch in diesem Bereich weit über die Grenzen hinaus bekannt zu machen, so die Bürgermeisterin weiter: „Mit rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt MED-EL vor allem für die Tiroler Landeshauptstadt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und bietet vielen Menschen einen sicheren und hochqualifizierten Arbeitsplatz, was in der heutigen Zeit mehr denn je bedeutet.“

Die Auszeichnung erhält Hochmair für die Entwicklung des modernen Cochlea-Implantats. Gemeinsam mit ihrem Ehemann entwickelte Ingeborg Hochmair dieses hochtechnologische Implantat, eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktioniert. Die Implantation im Jahr 1977 bedeutete einen Meilenstein in der Behandlung der Taubheit.

Zur Person
Ingeborg Hochmair begann nach ihrer Matura in Wien an der Technischen Universität Wien Elektrotechnik zu studieren. Nach einem Auslandssemester in Karlsruhe und der Arbeit als Assistentin am Institut für allgemeine Elektrotechnik promovierte Ingeborg Hochmair 1979 als erste Frau in ihrem Fach über die „Technische Realisierung und psychoakustische Evaluation eines Systems zur chronischen Mehrkanalstimulation des Nervus acusticus“.

Im Anschluss daran sammelte sie an Forschungseinrichtungen in den USA wertvolle Erfahrungen, die sie dann 1989 bei der Gründung der Firma MED-EL, gemeinsam mit ihrem Mann und Mitarbeitern des Instituts für Physik an der Universität Innsbruck, einsetzen konnte. Zahlreiche Patente, darunter auch das weltweit bekannte Cochlea-Implantat, welches es Gehörlosen möglich macht, selbst in geräuschvoller Kulisse Sätze ohne Lippenlesen zu verstehen, wurden bei MED-EL bereits entwickelt.
Erst vor kurzem wurde das neue MED-EL Forschungs- und Entwicklungsgebäude mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro in Innsbruck eröffnet.
12. September 2013