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„Kuh-ler“ Unterricht auf der Arzler Alm

Förderung des Umweltbewusstseins auf der Erlebnisalm
Füttern und Melken der Kühe, Brotbacken oder die Aussaat und Ernte von Gemüse – all diese Tätigkeiten können Kinder und Jugendliche (jahresabhängig) im Zuge des Projektes „Schule am Bauernhof“ erleben. Von pädagogisch geschulten LandwirtInnen wird ihnen ein direkter und authentischer Zugang zum alltäglichen Arbeitsablauf am Hof und der Lebensmittelherstellung ermöglicht.

Der ressortzuständige Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und Amtsvorstand DI Andreas Wildauer (Land- und Forstwirtschaft) begaben sich auf 1.067 Meter Seehöhe: Ziel war die Arzler Alm auf der Innsbrucker Nordkette. Erst im Dezember 2013 wurde das beliebte Ausflugsziel mit der „Schule am Bauernhof“-Hoftafel prämiert. Dabei handelt es sich um ein Qualitätssiegel des Ländlichen Fortbildungsinstituts Tirol (LFI) für Bäuerinnen und Bauern, die entsprechend ausgebildet sind, regelmäßig Hofbesuche für Schulklassen anbieten und sich fortbilden. Die städtischen Vertreter überzeugten sich vom bunten Veranstaltungsangebot der Pächterfamilie Anzengruber, gratulierten zur Auszeichnung und brachten die städtische Wertschätzung zum Ausdruck.

„Seit Jahren bewirtschaftet die Familie Anzengruber die Arzler Alm, ein Schmuckstück über den Dächern von Innsbruck, in hoher Qualität und persönlichem Einsatz“, so Vizebürgermeister Kaufmann: „ Dafür möchte ich mich im Namen der Stadt sowie aller Ausflugsgäste und Schulklassen ganz herzlich bedanken.“ Weiters erklärte er: „Die Stadt Innsbruck schätzt sich glücklich, dass die Pächterinnen und Pächter der städtischen Almen nicht nur den Weide- und Gastbetrieb ausgezeichnet führen, sondern auch für die Stärken des Natur- und Umweltbewusstseins positive Beiträge liefern“.

„Neben dem Weide- und Gastbetrieb beweist die Pächterfamilie der Arzler Alm mit der Umsetzung des Lernkonzeptes ,Schule am Bauernhof‘ ihr Herz für Kinder und Jugendliche und stärkt somit das Umwelt- und Naturbewusstsein der Jugend“, stellte Amtsvorstand Wildauer im Rahmen des Besuchs fest. „Die intensive Nutzung der gesamten Nordkette durch die zahlreichen Freizeit- und Erholungssuchenden ist nur dann langfristig gesichert, wenn die Besucherinnen und Besucher einen verantwortungsvollen und konfliktfreien Umgang mit der Natur pflegen“, so Wildauer weiter.

Eine Alm, viele Aktivitäten
Johannes Anzengruber, Pächter der Arzler Alm, absolvierte 2011 die Ausbildung zum zertifizierten Almerlebnisführer – seine Alm ist eine der wenigen sogenannten „Erlebnisalmen“ in ganz Tirol. Regelmäßig ist die Arzler Alm Veranstaltungsort für den Innsbrucker Ferienzug, außerdem verbrachten bereits rund 50 Kinder im Rahmen des Sommercamps der AK (Arbeiterkammer) einen ganzen Tag auf der Alm. Etwa 45 Kinder besuchten das Ausflugsziel im Zuge des Sommerferienprogramm Hall der Kinderfreunde. Neben SchülerInnen spricht das Programm der Alm auch Lehrpersonen an, so nahmen 2011 beispielsweise zehn LehrerInnen im Rahmen der Initiative „Schule am Bauernhof“ an einer Sommerschule teil.

Unter dem Motto „Almerlebnis auf der Arzler Alm“ erwarten die jungen BesucherInnen Themenschwerpunkte wie Alm- und Wildtiere, Gefahren in der Natur, Verhaltensweisen im Wald und auf der Weide, Pflanzen, Wasser oder Beseitigung von Lawinen. Außerdem wird die Frage geklärt, was eine Alm ist und was die Aufgaben eines Hirten sind. Für Kinder und Jugendliche werden die Inhalte größtenteils spielerisch, für Erwachse theoretisch und praktisch aufgearbeitet.

Das Leben am Bauernhof hautnah erleben
Das Lernkonzept „Schule am Bauernhof“ ist ein Projekt des LFI der Landwirtschaftskammer für Tirol, unterstützt von der Agrarmarketing Tirol, gefördert durch Bund, Land und EU. 47 aktive LandwirtInnen in ganz Tirol öffnen dabei ihre Haus- und Hoftüren. Allein 2013 kamen 6.475 TeilnehmerInnen bei rund 457 Veranstaltungen mit dem handlungsorientierten, ganzheitlichen Projekt in Tirol in Berührung.

„Schule am Bauernhof“ ist Unterricht für Kopf, Herz und Hand. Die Begegnungen und Beobachtungen sowie der unmittelbare Kontakt mit Tieren, Pflanzen und Lebensmitteln bilden die Basis für erfolgreiches, lebensnahes Lernen. Angebote gibt es für Kindergärten, Schulen (VS, HS, NMS, AHS, SPZ u. a.) aber auch für Familien zum erlebnis- und handlungsorientierten Lernen über landwirtschaftliche Themen auf dem Bauernhof. Die Grundlage bieten pädagogisch fundierte Programme für schulische Hofbesuche, Ferienzugprogramme, Familientage am Bauernhof, Kindergeburtstag am Bauernhof und vieles mehr.

Unter www.schuleambauernhof.at sind die Betriebe nach Bundesland und Bezirken eingeteilt. Ganz einfach kann mit dem entsprechenden Betrieb Kontakt aufgenommen, ein Termin sowie die Programmbausteine vereinbart werden.
06. März 2014