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Kooperatives Planungsverfahren Hötting-West

Attraktiver Lebensraum für die Menschen in Hötting West
Derzeit untersucht ein Team von Experten die Möglichkeiten für die zukünftige, teilweise sehr langfristige Stadtteilentwicklung im Gebiet von Hötting-West, Kranebitten und dem Harterhofplateau. Die mit dem Projekt betrauten Spezialisten kommen aus den Bereichen Raumplanung, Städtebau und Architektur, Verkehrsplanung, Landschaftsplanung und Umwelt. Sie befassen sich vor allem mit der Siedlungs- und Freiraumentwicklung, Infrastrukturen und Verkehrserschließungen und arbeiten eng mit den zuständigen städtischen Fachämtern zusammen.

Nach ersten Workshops mit den Fachabteilungen hat das Expertenteam im Sommer potenzielle Entwicklungsräume und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten untersucht und aufgezeigt. Der vorläufige Zwischenstand dieser Untersuchungen wurde gestern Abend im Congress Innsbruck im Rahmen eines öffentlichen Workshops präsentiert, bei dem sich die BewohnerInnen des Stadtteils mit ihren Anregungen, Ideen und Einwänden aktiv einbringen und die Vorschläge der Experten in kleinen Arbeitsgruppen diskutieren konnten. Die Ergebnisse des Workshops werden nun vom Expertenteam geprüft und ausgewertet. Bis Ende des Jahres sollen sie als „Gesamtpaket“ nochmals mit den städtischen Fachämtern abgestimmt und anschließend den politischen Gremien als Grundlage für weitere Entscheidungen vorgelegt werden.

„Der Dialog zwischen den BewohnerInnen und Bewohnern von Hötting West und der Stadt Innsbruck ist uns sehr wichtig. In den kommenden Jahrzehnten wird die Bevölkerung in der Landeshauptstadt weiter wachsen. Unser langfristiges Ziel ist es, einen attraktiven Lebensraum für die Menschen in Hötting West zu schaffen. Zugleich gilt es, die Naturräume zu respektieren und in den wachsenden Stadtteil zu implementieren“, erklärt Stadtrat Mag. Gerhard Fritz.

Dass neue Entwicklungsräume in Zukunft dringend erforderlich sind, weiß Diplomarchitektin DI Erika Schmeissner-Schmid, stellvertretende Leiterin der Abteilung Planung, Baurecht und technische Infrastrukturverwaltung: „In den kommenden zehn Jahren rechnen wir in der Tiroler Landeshauptstadt mit einem Bevölkerungszuwachs von neun Prozent – konkret bedeutet dies, dass die Einwohnerzahl von Innsbruck bis zum Jahr 2025 von derzeit 148.000 auf 162.000 Personen ansteigen wird. Umgerechnet ergibt das einen Bruttobedarf von 7.000 bis 9.000 zusätzlichen Wohnungen.“

Vier mögliche Entwicklungsräume
Zur genaueren Analyse haben die Experten im Stadtteil vier Entwicklungsräume aufgezeigt. Durch die landschaftlichen Unterschiede ergeben sich vollkommen unterschiedliche topografische und atmosphärische Milieus, die gesondert behandelt werden müssen. In greifbarer Zukunft liegt jedoch nur Entwicklungsraum 1, der sich nördlich der Kranebitter Allee erstreckt und westseitig an Kranebitten sowie im Osten an den Campus der technischen Universität grenzt.
Neben den Überlegungen für eine kurz- und mittelfristige Entwicklungsphase zeigten die ExpertInnen in den Entwicklungsräumen 2, 3 und 4 mittel- bis langfristige Entwicklungsoptionen auf und erläuterten deren Vor- und Nachteile. Dabei handelt es sich um den Bereich rund um den Harterhof, den nördlichen Steilhang zwischen der Trasse der Mittenwaldbahn und dem bestehenden Siedlungsraum sowie das Gebiet um die Kaserne in Kranebitten.

Das sagt das Expertenteam

Bei einer möglichen Entwicklung und Erweiterung wird großer Wert auf die Beachtung und Bewahrung der eigenständigen Stadtteile gelegt. So soll insbesondere Kranebitten als klar abgegrenzter Siedlungskörper erkennbar bleiben. Durch kompakte Bebauungsformen werden die wertvollen Bodenressourcen geschont und Zersiedelungen vermieden. Dies ist maßgeblich für die Erhaltung der Landschaftsqualität und ermöglicht eine gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr, dem Fahrrad und zu Fuß. Neue Bebauungsformen und Gebäudegestaltungen sollen mögliche Lärmbelastungen durch den Flugverkehr mindern.

Besonderes Augenmerk gilt den Frei- und Grünräumen in Hötting West: Sie sind wichtiger Bestandteil des Siedlungsraumes und bieten als Naherholungsgebiete, Sportanlagen, Bewegungsräume und landwirtschaftliche Flächen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Der Verbund aus öffentlichem Verkehr, Rad- und Fußverkehr bildet das Rückgrat für die urbane Entwicklung. Ziel ist es, Hötting-West zu einem vielfältigen, eigenständigen und gut durchmischten Stadtteil weiterzuentwickeln, in dem Arbeitsplätze, zentrale Einrichtungen, Sport-, Freizeit- und Grünanlagen eine hohe urbane Qualität bieten.

03. Oktober 2014