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Berichteten gemeinsam über den Klimaschutz in Innsbruck: (v.l.n.r.) IKB-Vorstand Harald Schneider, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, IIG-Geschäftsführer Franz Danler, Uschi Schwarzl, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität, sowie Beatrix Frenckell (städt. Ansprechpartnerin IEP).
Berichteten gemeinsam über den Klimaschutz in Innsbruck: (v.l.n.r.) IKB-Vorstand Harald Schneider, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, IIG-Geschäftsführer Franz Danler, Uschi Schwarzl, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität, sowie Beatrix Frenckell (städt. Ansprechpartnerin IEP).

Innsbruck: Eine Stadt für den Klimaschutz

Stadt Innsbruck, IKB und IIG arbeiten Hand in Hand für Nachhaltigkeit

Beinahe zeitgleich mit dem Abschluss der Klimaschutzkonferenz in der französischen Hauptstadt Paris, wirft die Stadt Innsbruck einen Blick auf die Maßnahmen, die für den Klimaschutz gesetzt werden.

„Wir leben zwar hier und heute, besonders in Sachen ,Klimaschutz‘ gilt es allerdings an die nachkommenden Generationen zu denken. Die Tiroler Landeshauptstadt überzeugt gegenwärtig zusätzlich zum atemberaubenden alpin-urbanen Charakter mit einer sehr hohen Lebensqualität. Wir setzen alles daran, diese auch zukünftig hochhalten zu können“, erläutert Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Gemeinsam für eine energie-effiziente Zukunft

Seit den 1990er Jahren wird wiederkehrend gefordert, fossile Treibstoffe zu reduzieren, die negative Auswirkungen auf unser Klima haben. Denn die Folgen des Wirtschaftswachstums seit der industriellen Revolution auf die globale Temperatur sind bereits heute sichtbar: Extreme Wetterereignisse nehmen zu, der Meeresspiegel steigt oder landwirtschaftliche Böden stehen vor der Erschöpfung. „Besonders Energieeffizienz und der Schritt weg von fossilen, hin zu erneuerbaren Energien, sind in diesem Zusammenhang große Themen“, erklärt das Innsbrucker Stadtoberhaupt: „Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit den beiden Beteiligungsunternehmen IKB und IIG essentiell. Gemeinsam wurde der Innsbrucker Energieentwicklungsplan (IEP) erarbeitet.“

Im Zuge des Energieentwicklungsplanes werden Maßnahmen abgeleitet, die einerseits zu einer Verringerung des Energiebedarfs (Einsparungen des Verbrauchs und Erhöhung der Energieeffizienz) und andererseits zu einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger beitragen.

Zukunftsfit durch „SINFONIA“

Ein Teil des IEP ist das EU-Projekt SINFONIA, an dem sich die Stadt Innsbruck als Partnerin beteiligt hat. Dieses setzt in Innsbruck auf Nachhaltigkeit. Investiert wird vor allem in die hochwertige und kosteneffiziente Sanierung von Wohngebäuden, die Optimierung von Wärme- und Kältenetzen und den Ausbau von neuen Stromnetzen („Smart Grids“). „Ziel des europaweiten Leuchtturmprojekts ist es, den Energiebedarf in Teilen der beiden Städte – sogenannten ,Smart Districts‘ – mittels technischen Innovationen und Maßnahmenpakten bis 2018 um 40 bis 50 Prozent zu senken, den Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtbedarf um 20 Prozent zu steigern, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und damit die Lebensqualität zu verbessern“, erläutert Vizebürgermeisterin Pitscheider. Mit bis zu 27,5 Millionen Euro wird das zukunftsweisende Stadtsanierungsmodell dabei von der Europäischen Kommission gefördert, wodurch sich Sanierungsmöglichkeiten ergeben, die deutlich über das übliche Maß hinausgehen und den Menschen in den „Smart Districts“ direkt zugutekommen.

Seitens der IIG wird bei Sanierungen ein besonderes Augenmerk auf das EU-Projekt gelegt: „So wurde beispielsweise die Volksschule Pradl-Ost im Zuge von SINFONIA saniert. Im Zuge des Projekts werden in die Jahre gekommene Gebäude durch ein Bündel von Maßnahmen an Gebäudehülle und Haustechnik auf sogenannten ,Enerphit-Standard‘ gebracht. Das bedeutet, dass zum Beispiel Passivhauskomponenten inklusive Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung eingesetzt werden“, erklärt IIG-Geschäftsführer Danler. Neben Kindergärten und Schulen werden auch Wohnbauten nach SINFONIA-Standards saniert.

Energieeinsparungen durch LED-Beleuchtung

Auch die Innsbrucker Kommunalbetreiben arbeiten aktiv in verschiedenen Arbeitsgruppen an der Umsetzung des gesamten Innsbrucker Energieentwicklungsplans mit und bilden einen Teil des Kernteams.

„Die IKB nehmen beim Innsbrucker Energieentwicklungsplan eine zentrale strategische Position ein und sind mit ihren Leistungen, wie zum Beispiel Energie und Abfallwirtschaft, stark eingebunden“, erläutert IKB-Vorstand Schneider. Ein weiteres Projekt, in das aktuell investiert und von den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB) umgesetzt wird, ist einerseits notwendig und entlastet andererseits gleichzeitig die Umwelt: „Der Tausch der Straßenbeleuchtung gegen moderne LED-Leuchten sorgt für gute Beleuchtung, CO2 wird ein- und Strom gespart. Außerdem enthalten die neuen Lampen kein Quecksilber“, erläutert Schneider.

Vorbildszenario gibt Richtung vor

Bereits 2011 setzte man sich ein Ziel bis zum Jahr 2025: Bis dorthin soll der Energieverbrauch (Raumwärme -21 Prozent, Strom -3 Prozent, fossile Energieträger -27 Prozent) gesenkt sowie der Anteil an erneuerbarer Energie um rund 27 Prozent erhöht werden.

Um dieses erreichen zu können, wurden drei Maßnahmenbündel gebildet. Neben den Förderungen der Stadt Innsbruck (bspw. „Innsbruck förderte: energetisches Sanierung“ oder „Wärmepumpenförderung“), steht Information und Bewusstseinsbildung im Fokus. Projekte im Zuge des IEP unterstreichen die Vorbildfunktion der Stadt sowie der Beteiligungsunternehmen. (DH)

Historie des Innsbrucker Energieentwicklungsplans:

2007    Beschluss des Stadtsenats: Erstellung eines Innsbrucker Energieentwicklungsplans (19.12.2007)

2008    Interessentensuche und Durchführung des Vergabeverfahrens

2009    Start des Innsbrucker Energieentwicklungsplanes (IEP) – Phase I
Ausarbeitung & Begleitung: ARGE alpS / Beratung Krismer / Spectrum Werbeagentur

Phase I beinhaltete nachfolgende Bestandteile:

  •            Erstellung einer Ist-Zustands-Analyse inkl. Befragungen (Basisjahr 2009)
  •            Erstellung von Prognosen (demographisch, Bauvolumen etc.)
  •            Erhebung von Potenzialen (Solar, Geothermie, Biomasse, etc.)
  •            Modellierung von Szenarien (business as usual, Minimal, Vorbild, Autarkie)
  •            Durchführung einer Konferenz (Startforum „Neue Energie für Innsbruck)

2011    Endbericht Phase I  (März 2011)

2011    Smart City – fit 4 set (März 2011 – Februar 2012)

2012    Innsbrucker Energieentwicklungsplan – Phase II

  •            Sitzungen des Umsetzungsteams „Anreizförderungen“
    zur Erstellung einer Förderung zu energetischen Sanierung von Wohngebäuden
  •            Sitzungen des Umsetzungsteams „Information- und Bewusstseinsbildung“
    Erarbeitung von bewusstseinsbildenden (u.a. förderbegleitenden) Maßnahmen

2013    Start der städtischen Förderung „Innsbruck fördert – energetische Sanierung“

            Sitzungen des Umsetzungsteams „Anreizförderungen“

            Sitzungen des Umsetzungsteams „Information und Bewusstseinsbildung“

            Sitzungen des neuen Umsetzungsteams „Energieträger“

2013    Dezember: Beitritt zum e5-Programm

2014    Sitzungen des zusammengelegten Umsetzungsteams: Ausarbeitung der Wärmepumpen-Förderung, zur Erarbeitung von Energie-relevanten Vorgaben für das ÖROKO 2015 sowie zur Ausarbeitung von ideellen Anreizen

1.Juni: Start des SINFONIA-Projektes

            1. Oktober: e5-Audit

20. Oktober: e5-Preisverleihung

2015    Start der Wärmepumpen-Förderung der Stadt Innsbruck

            Sitzungen des Umsetzungsteams zu folgenden Themen:

            Wie viele Holzheizungen (und welche) verträgt Innsbruck? (4 Workshops)

            Solar-Anwendungen im Stadtgebiet von Innsbruck (3 Workshops)