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Kindergarten wird nach Diana Obexer-Budisavljevic benannt

Der Kulturausschuss befasste sich weiters mit Subventionen in Höhe von 335.000 Euro
In seiner vergangenen Woche stattgefundenen Sitzung gab der Kulturausschuss unter anderem die Empfehlung für den Gemeinderat, den im Bereich des Reiterareals in der Reichenau geplanten Kindergarten nach Diana Obexer-Budisavljevic zu benennen. In Kroatien und Serbien wird die Innsbruckerin für ihre lebensrettenden Taten während des zweiten Weltkrieges hoch geschätzt – in Innsbruck war sie bis vor kurzem noch weitestgehend unbekannt.

„Mit der Benennung des geplanten Kindergartens nach Diana Obexer-Budisavljevic erfährt eine mutige und starke Frau jene Wertschätzung, die sie für ihr selbstloses Wirken verdient hat“, freut sich Kulturausschuss-Vorsitzende Ao. Univ. Prof.in-Dr.in Patrizia Moser: „Die Stadt Innsbruck setzt sich mit diesem Entschluss für die lebendige Erinnerung an eine große Innsbruckerin ein.“

Auch Gemeinderätin Sophia Reisecker sieht in der Namensgebung einen bedeutenden Schritt: „Mit der Benennung einer Institution für Kinder würdigt Innsbruck 36 Jahre nach ihrem Tod eine wahre Kämpferin des zweiten Weltkrieges, die sich durch ihren Einsatz für die Kinder auszeichnete und sich gegen den Faschismus stellte.“ Weiters erklärt sie: „Nachdem Diana Obexer-Budisavljevic bisher vor allem in Serbien geehrt wurde, freue ich mich umso mehr, dass nun auch die Tiroler Landeshauptstadt ein sichtbares Zeichen setzt.“

Im Einsatz für die Menschlichkeit
Geboren wurde Diana Obexer-Budisavljevic am 15. Jänner 1891 in Innsbruck als Tochter eines Innsbrucker Unternehmers und dem Begründer des Hotels „Maria Theresia“. 1917 heiratete sie den kroatischen Serben Dr. med. Julije Budisavljevic und übersiedelte zwei Jahre später nach Zagreb. Von 1941 bis 1945 setzte sie sich vor allem für Kinder von Internierten des Ustascha-Regimes ein: Sie rettete Kinder vor deren Ermordung, betreute sie und sorgte für entsprechende Pflegeheime und -familien. Darüber hinaus engagierte sie sich auch für die Zusammenführung einzelner Familienmitglieder sowie den Briefaustausch zwischen Verwandten – meist zwischen Müttern im Lager und ihren Kindern außerhalb des Lagers. Sie war an der Rettung bzw. versuchten Rettung von bis zu 12.000 Personen beteiligt, mehrere tausend Menschen wurden dabei nachweislich gerettet. Die Finanzierung dieser Einsätze setzte sich aus lokalen Spenden zusammen sowie dem unglaublichen Einsatz der gesamten Familie.

Die mutige Innsbruckerin starb am 20. August 1978 in ihrer Geburtsstadt.

Umfangreiche Investitionen in die Kultur
Im Rahmen der Sitzung befasste sich der Kulturausschuss zudem mit Subventionen in der Höhe von insgesamt rund 335.000 Euro vor. Die endgültige Beschlussfassung obliegt dem Gemeinderat.

„Als Kultur- und Finanzreferentin freue ich mich ganz besonders über jene hohe Summe, mit der wir auch in diesem Jahr wieder die heimische Kultur unterstützen“, so Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer: „Innsbruck zeichnet sich besonders im Bereich der Kunst und Kultur durch eine beeindruckende Vielfalt und ein breites Spektrum an Möglichkeiten aus. Dieses facettenreiche Angebot zu erhalten, Kulturschaffende weiterhin zu fördern und kulturelle Institutionen, Einrichtungen und Vereine zu stärken, ist Aufgabe der Stadt Innsbruck.“

Auch Kulturausschussvorsitzende Moser freut sich über die Fördersumme: „Dieses Geld ist eine weitere Investition in die Kunst und Kultur der Landeshauptstadt. Wir nehmen den öffentlichen Kulturförderauftrag ernst und tragen im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu bei, diesen bestmöglich zu erfüllen.“
29. Jänner 2014