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Kinderbetreuung: Nachbesserung durch das Land gefordert

Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz muss novelliert werden
„Die Stadt Innsbruck leistet in Sachen Kinderbetreuung sehr viel“, sind sich Innsbrucks Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und der ressortzuständige Stadtrat Ernst Pechlaner einig: „Innsbruck bekommt im Rahmen der Fördervereinbarung auf den ersten Blick mehr Geld, hat aber aufgrund der breiten Kinderbetreuungsangebote auch höhere Ausgaben und zusätzlich bereits in den letzten Jahren für den Angebotsausbau viel aus eigenen Mitteln investiert. Es gibt daher sicherlich keine Sonderbehandlung im Vergleich zu den anderen Tiroler Gemeinden.“ Gleichzeitig gäbe es beim Land Tirol Handlungsbedarf bezüglich des Personalschlüssels bei der Betreuung von Kindergartengruppen, um zwei BetreuerInnen pro Gruppe zu ermöglichen.

Damit reagieren die Verantwortlichen der Stadt Innsbruck auf Aussagen von Landesrätin Dr. Beate Palfrader bezüglich der Auswirkungen des neuen Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetzes auf die Betreuungssituation in der Stadt Innsbruck. Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer spricht in diesem Zusammenhang von „den Tatsachen widersprechenden Erfindungen.“

Förderungen entsprechen dem qualitativ hohen Angebot
Die Stadt Innsbruck bekommt jenen Zuschuss ausbezahlt, der ihr nach den Förderrichtlinien zusteht. „Es gibt keine ‚Lex Innsbruck‘. Die Angebote sind sehr gut, und genau dementsprechend hoch sind die Förderungen seitens des Landes“, stellt Stadtrat Ernst Pechlaner klar. Aktuell werden in den 27 städtischen Kindergärten 1.946 Kinder von 131 PädagogInnen und 58 AssistentInnen betreut. Zur Qualität tragen unter anderem alterserweiterte Gruppen für Kinder ab zwei Jahren, Mittagstische in 100 Prozent der Kindergärten, erweiterte tägliche Öffnungszeiten (es gibt keine reinen Halbtagskindergärten) und Ferienbetreuung bei. Das alles kostest mehr als normale Kindergartengruppen und Innsbruck übererfüllt schon jetzt den vom Gesetz vorgesehen Personaleinsatz. Die Stadt Innsbruck fördert aus eigenen Mitteln den Kindergartenbereich mit jährlich 10,5 Mio. Euro.

„Die Stadt Innsbruck hat seit vielen Jahren die Themenführerschaft in der Entwicklung und den Standards der Kinderbetreuung übernommen“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer: „Das flächendeckend ausgebaute Angebot der Stadt Innsbruck sichert dem Land Tirol im österreichweiten Vergleich bei der bedarfsgerechten Kinderbetreuung statistisch den mittleren Rang.“

Verbesserung der Betreuungssituation: Land muss Verantwortung wahrnehmen
„Wir fordern, dass auch das Land Tirol seine Verantwortung im Bereich Jugend und Bildung wahrnimmt und nicht auf die Gemeinden abwälzt“, beharrt Bürgermeisterin Oppitz-Plörer. „Um zwei BetreuerInnen pro Kindergartengruppe zu garantieren, braucht es eine Novellierung des Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetzes“, sehen Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Stadtrat Ernst Pechlaner Handlungsbedarf beim Land Tirol als zuständigem Gesetzgeber: Der Personalschlüssel müsse geändert werden. Nach der derzeitigen Regelung sind größere Kindergärten mit mehreren Gruppen, wie es sie in Innsbruck gibt, schlechter gestellt. „Ich bin für eine Gleichstellung der Kindergärten mit Kinderkrippen und Kinderhorten – dort sind zwei BetreuerInnen pro Gruppe gesetzlich vorgeschrieben“, erläutert Stadtrat Pechlaner.
07. November 2012