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Kajakrampe als Freizeiterlebnis

Hochwasserschutzprojekt an Inn und Sill.
(RMS) Im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes an Inn und Sill entsteht neben umfangreichen Schutzbauten auch eine Kajakrampe, die nach Fertigstellung des Gesamtprojektes die Einmündung der Sill in den Inn zu einer attraktiven Naherholungsfläche machen wird. Am 23. Dezember wird diese Kajakrampe nach mehrmonatiger Bauzeit endgültig fertig gestellt. Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter stellten daher am 16. Dezember das ungewöhnliche Bauwerk näher vor.

„Es handelt sich bei diesem gesamten Hochwasserschutzprojekt ganz wesentlich auch um Landschaftsplanung und Freizeitangebote“, so StRin Pokorny-Reitter. „Es geht natürlich in erster Linie um den Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen, aber wir haben bei diesen Projekten immer den Mehrwert für das Lebensgefühl der Menschen im Sinn.“

Die Kajakrampe befindet sich auf der orographisch rechten Seite der Sill. Die Rampe besteht aus einer auf 27,85 Metern zuerst flach (1,75 Prozent Gefälle), dann auf weiteren 12,40 Metern steiler (9,2 Prozent Gefälle) geneigten Zulaufsektion, die zum eigentlichen Absturzbauwerk führt. Die Höhendifferenz an der Absturzstelle beträgt 1,8 Meter. Eine Sekundärstufe von 0,55 Meter Höhe ab Oberkante des Bauwerks ermöglicht die Entstehung von Wellen bei unterschiedlichen Wasserständen – bis zu einer Wellenhöhe von 1,4 Metern. Neben der Kajak- wird noch eine Fischrampe errichtet, die in mehreren niedrigen Abstufungen eine Aufstiegshilfe für Fische bildet.

„Zur Entwicklung der kombinierten Rampe wurde am Institut für Wasserbau und Hydrometrische Prüfung in Wien ein Modellversuch im Maßstab 1:25 durchgeführt“, erklärte Tiefbaustadträtin Pokorny-Reitter den hohen Aufwand. „Damit konnte die Wellenkonfiguration optimiert und die Funktion der Fischaufstiegsrampe überprüft werden. Gleichzeitig wurde das Gesamtbauwerk auf Grund der Versuchsergebnisse so gestaltet, dass kaum Erhaltungsmaßnahmen für die Entfernung des Geschiebes wie Sand oder Schotter erforderlich sind.“

„Für mich ist die Fertigstellung dieser Kajakrampe am 23. Dezember ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk“, scherzte Sportreferent Vizebgm. Kaufmann. „Damit geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, denn es entsteht hier in diesem neuen Wohngebiet ein hervorragendes Naherholungs- und Freizeitzentrum. Vor diesem Hintergrund möchte ich mich bei allen Verantwortlichen, allen voran bei Herrn Ing. Gerhard Dendl (Projektmanagement), für die plan- und zeitgerechte Umsetzung unter sehr schwierigen natürlichen Bedingungen bedanken.“

Die Rampe wird im August 2011 in Betrieb genommen werden und jeweils von April bis Oktober nutzbar sein. Je nach Wasserstand werden die unterschiedlich hohen Wellen sowohl für KajakfahrerInnen als auch für SurferInnen und für AnfängerInnen wie Profis gleichermaßen herausfordernd sein.
16. Dezember 2010