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Kaiser-Maximilian-Preis 2014

DDr. Herwig van Staa erhält die bedeutende Auszeichnung im Zeichen Europas
Mit der Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises werden jährlich seit 1998 außerordentliche Leistungen von Persönlichkeiten und Institutionen aus dem Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik ausgezeichnet. Heuer geht diese Auszeichnung an DDr. Herwig van Staa, Tiroler Landtagspräsident und Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates sowie Vizepräsident des Ausschusses der Regionen der EU.

Im Beisein von Landeshauptmann-Stellvertreter ÖR Josef Geisler, Landeshauptmann a.D. von Südtirol Luis Durnwalder und Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer nahm Herwig van Staa am 08. Mai den Preis im Rahmen eines Festaktes in der Hofburg entgegen.

„Große Verdienste für ein vereintes, bürgernahes Europa“
„Der Kaiser-Maximilian-Preis ruft alljährlich die Wichtigkeit von starken Regionen und Kommunen in Erinnerung. Regionen und Kommunen sind ein bestimmendes und konstituierendes Element in er europäischen Vereinigung. In den Gemeinden geschieht Politik zum Angreifen, dort ist Politik dem Bürger so nah wie sonst nirgends“, betonte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer in ihrer Begrüßung. Land Tirol und Stadt Innsbruck setzen mit der Verleihung dieses Preises alljährlich ein deutliches Zeichen für die europäische Einigung: „Eine Aufgabe, die Herwig van Staa als erfahrener Kenner der Regional- und Kommunalpolitik Europas in seinen lokalen, regionalen und europäischen Funktionen und in seinem gesamten Wirken stets wunderbar zu verbinden verstand. Der heutige Tag ist ein Tag der Anerkennung, der Freude, des Innehaltens und der Visionen. Wir ehren heute Herwig van Staa für seine vielfältigen Verdienste im Sinne eines bürgernahen Europas.“

Mittels Videobotschaft gratulierte Landeshauptmann Günther Platter dem Preisträger mit den Worten: „Europapolitik kann nie losgelöst von den politischen Vorgängen und Gegebenheiten im eigenen Land gestaltet werden. Es gilt also, die europäische Einigung voranzutreiben und dabei gleichzeitig die Interessen des Landes auf europäischer Ebene einzubringen und zu vertreten. Diese Verknüpfung europäischer mit Tiroler Zielsetzungen beherrscht Herwig van Staa meisterhaft.“ Es sei kein Zufall, dass er von drei der vier vorschlagsberechtigten europäischen Organisationen als Kandidat für den Kaiser-Maximilian-Preis 2014 vorgeschlagen und von der internationalen Jury einstimmig zum Preisträger gewählt wurde. „Als Landeshauptmann von Tirol freut es mich ganz besonders, dass heute, 17 Jahre nach dessen Stiftung, der Kaiser-Maximilian-Preis erstmals an einen Tiroler Politiker verliehen wird“, so Platter abschließend.

Der Preisträger DDr. Herwig van Staa bedankte sich anlässlich der Übergabe für die Auszeichnung und gab seiner großen Freude Ausdruck: „Es erfüllt mich mit Stolz und großer Dankbarkeit, nun zur Reihe der großen Europapolitiker zu zählen.“

Der Verleihung im Riesensaal der kaiserlichen Hofburg ging der landesübliche Empfang voraus. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich neben Mitgliedern der Tiroler Landesregierung VertreterInnen des Stadtsenates und Gemeinderates sowie RepräsentantInnen des konsularischen Korps, mehrere Delegierte des Europarates, VertreterInnen der Behörden und der Universität und EhrenzeichenträgerInnen.

Der Preisträger 2014
Herwig van Staa wurde am 10.06.1942 in Linz (Oberösterreich) geboren. Seit 1960 lebt er in Innsbruck, wo er Rechtswissenschaften, Sozial- und Wirtschafts-wissenschaften, Volkskunde und Soziologie studierte. Ab 1970 Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter am Institut für Landesentwicklung in den Bereichen Regional- und Sozialforschung. 1974 wurde er Universitätsassistent am Institut für Alpenländische Land- und Forstwirtschaft der Universität Innsbruck, 1980 dessen Leiter. An diesem Institut baute er das international bekannte Studienzentrum für Agrarökologie auf.
1989 wurde Herwig van Staa in den Gemeinderat der Landeshauptstadt Innsbruck gewählt, 1994 wurde er Bürgermeister von Innsbruck.

1996 folgte seine Wahl zum Vizepräsidenten der Kammer der Gemeinden beim Europarat, 1998 wurde er zum Präsidenten der Kammer der Gemeinden des Europarates gewählt. 2002 wurde Herwig van Staa zum Präsidenten des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas des Europarates gewählt.

2002 wurde van Staa zum Landeshauptmann von Tirol gewählt. Seit 1. Juli 2008 ist er Präsident des Tiroler Landtages.

Seit 2004 ist van Staa Vizepräsident des Ausschusses der Regionen und Leiter der österreichischen AdR-Delegation in Brüssel.

Im Oktober 2010 wurde er zum Präsidenten der Regionalkammer des Kongresses der Gemeinden und Regionen im Europarat gewählt, seit Oktober 2012 ist er wiederum für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen.
Herwig van Staa ist seit 1974 mit Luise, geb. Wallnöfer, verheiratet. Er hat einen Sohn und eine Tochter.

Der Kaiser-Maximilian-Preis
Das Land Tirol und die Stadt Innsbruck haben im Jahr 1997 aus Anlass der Vollendung des 85. Lebensjahres des langjährigen Bürgermeisters der Stadt Innsbruck und Präsidenten des Tiroler Landtages DDr. Alois Lugger den Kaiser-Maximilian-Preis (Europapreis für Regional- und Kommunalpolitik des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck) gestiftet – in Anerkennung seiner Verdienste um Europa. Erster Kaiser-Maximilian-Preisträger im Jahr 1998 war der Präsident von Katalonien, Jordi Pujol.

Die Auswahl des/der PreisträgerIn erfolgt alljährlich durch eine internationale Jury. Die Jury besteht aus VertreterInnen des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas, des Ausschusses der Regionen Europas, des Rates der Gemeinden und Regionen Europas und der Versammlung der Gemeinden und Regionen Europas. In dieser Jury sind auch das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck vertreten.

Der Preis selbst besteht aus einer Urkunde und einer Medaille (Schautaler von 1509 Kaiser Maximilian I.) sowie einem Geldpreis in der Höhe von 10.000 Euro.

Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger
Mit der Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises werden jährlich außerordentliche Leistungen von Persönlichkeiten und Institutionen aus dem Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik ausgezeichnet. Besondere Berücksichtigung finden Bemühungen um die Verwirklichung des Grundsatzes der Subsidiarität, der Inhalte der Charta der Lokalen Selbstverwaltung und der Charta der Regionalen Selbstverwaltung des Europarates.

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger
1998 Jordi Pujol, Präsident von Katalonien
1999 Dr. Josef Hofmann, Ehrenpräsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas
2000 Luc van den Brande, Präsident der Versammlung der Regionen Europas
2001 Baroness Farrington of Ribbleton, Großbritannien
2002 Erwin Teufel, Ministerpräsident des Landes Baden Württemberg, und
Dr. Heinrich Hoffschulte, 1. Vizepräsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas
2003 Alain Chénard, Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas a. D.
2004 Elisabeth Gateau, Generalsekretärin der Weltunion der Kommunen
2005 Jan Olbrycht, Mitglied des Europäischen Parlaments
2007 Dr. Michael Häupl, Präsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas
Graham Meadows, Generaldirektor a.D. der Europäischen Kommission
2008 Dora Bakoyannis, griechische Außenministerin
2009 Giovanni Di Stasi, ehemaliger Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas
2010 Halvdan Skard, ehemaliger Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen
2011 Danuta Hübner, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Vorsitzende des Ausschusses für Regionale Entwicklung (REGI)
2012 Keith Whitmore, Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates (KGRE)
2013 Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens
09. Mai 2014