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Bei der feierlichen Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises 2015 in der Hofburg (v.l.): Landeshauptmann Günther Platter, Sig. Bresso, die Preisträgerin Mercedes Bresso, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Landtagspräsident Herwig van Staa
Bei der feierlichen Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises 2015 in der Hofburg (v.l.): Landeshauptmann Günther Platter, Sig. Bresso, die Preisträgerin Mercedes Bresso, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Landtagspräsident Herwig van Staa

Kaiser-Maximilian-Preis 2015

Mercedes Bresso erhält die bedeutende Auszeichnung im Zeichen Europas

Mit der Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises werden jährlich seit 1998 außerordentliche Leistungen von Persönlichkeiten und Institutionen aus dem Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik ausgezeichnet. Heuer geht diese Auszeichnung an Mercedes Bresso, Mitglied der Europäischen Union und ehemalige Präsidentin des Ausschusses der Regionen (AdR) der Europäischen Union.

Im Beisein von Landeshauptmann Günther Platter, Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa nahm Bresso am 08. Mai den Preis im Rahmen eines Festaktes in der Hofburg entgegen.

„Bis vor 20 Jahren verlief gut 30 Kilometer südlich von Innsbruck die Brennergrenze, die Österreich von Italien trennte. Vor zwei Jahrzehnten sind die Grenzbalken gefallen, die noch bestehenden Grenzen in unseren Köpfen und Herzen zu beseitigen bleibt eine ständige Herausforderung. Es gilt, die vielfältigen grenzüberschreitenden Netzwerke zu nützen und zu bündeln, um einen spürbaren Mehrwert für unsere Bürgerinnen und Bürger zu erzielen", betont Landeshauptmann Günther Platter: "Das versuchen wir in Tirol gemeinsam mit Südtirol und dem Trentino in der Europaregion. Wir sind dabei so weit wie nie. Diesen Einsatz für die Interessen der Regionen Europas und ihrer Bürgerinnen und Bürger hat sich auch Mercedes Bresso in ihrem gesamten politischen Wirken verschrieben. Dafür wird ihr heute der Kaiser-Maximilan-Preis verliehen, wozu ich ihr von ganzem Herzen gratuliere.“

Innsbruckers Stadtoberhaupt Mag.a Christine Oppitz-Plörer sieht die Preisträgerin als Vorbild in der regionalen und kommunalen Politik: „Nur eine starke Formierung der Gemeinden, Städte und Regionen vermag es, die Interessen und Bedürfnisse auf übergeordneter Ebene zu vertreten und weiter zu entwickeln. Dafür braucht es engagierte und weitblickende Politikerinnen und Politiker, die sich als konstituierende Elemente in der Vereinigung ‚Europa‘ einbringen. Mercedes Bresso lebt ihren politischen Alltag im Sinne des Gemeinschaftswesens. Sie ist stets bemüht die Regionen in ihrer kulturellen Verwurzelung und deren Individualität zu stärken und gut in den Zusammenschluss des gemeinsamen Europas zu führen. Dafür danke ich Mercedes Bresso und gratuliere ihr zur Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises, mit dem das Land Tirol und die Stadt Innsbruck alljährlich ein deutliches Zeichen für die europäische Einigung setzen.“

DDr. Herwig van Staa, Präsident des Tiroler Landtages und selbst Träger der Medaille des Kaiser-Maximilian-Preises, honoriert die Leistungen Bressos: „Mercedes Bresso hat sich über Jahrzehnte sowohl auf nationaler Ebene in Italien als auch auf europäischer Ebene in Brüssel und Straßburg als engagierte Regionalpolitikerin einen Namen gemacht. Sie war langjährige Präsidentin einer der wichtigsten Regionen Italiens, nämlich des Piemont. Als Präsidentin der RegLeg, der Konferenz der europäischen Regionen mit Gesetzgebungskompetenzen, als Europaparlamentarierin und nicht zuletzt als erste weibliche Präsidentin des Ausschusses der Regionen setzte sie sich insbesondere für die Stärkung der regionalen und kommunalen Ebene in Europa ein. Als langjähriger Weggefährte von Frau Bresso im Ausschuss der Regionen freue ich mich persönlich ganz besonders darüber, dass sie die heurige Preisträgerin des Kaiser-Maximilian-Preises ist.“

Der Verleihung im Riesensaal der kaiserlichen Hofburg ging der landesübliche Empfang voraus. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich der Generalsekretär des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates (KGRE), Dr. Andreas Kiefer und der Vizepräsident des KGRE Clemens Lammerskitten sowie zahlreiche Mitglieder der Tiroler Landesregierung, VertreterInnen des Stadtsenates und Gemeinderates, RepräsentantInnen des konsularischen Korps, mehrere Delegierte des Europarates, VertreterInnen der Behörden und der Universität und EhrenzeichenträgerInnen.

Die Preisträgerin 2015

Mercedes Bresso wurde am 12. Juli 1944 in San Remo, der italienischen Provinz Imperia in Ligurien, geboren. 1969 promovierte sie in Volkswirtschaftslehre und ist seit 1973 Professorin des wirtschaftswissenschaftlichen Institutes an der Fakultät für Ingenieurwesen der Polytechnischen Universität Turin. Ihr beruflicher Werdegang ist vielfältig, weitreichend und international. Unter anderem war sie zehn Jahre lang (1985 – 1995) Mitglied der piemontesischen Regionalregierung und Regionalministerin für Bauwesen und Städteplanung. Von 1995 bis 2004 war sie Präsidentin des Provinzrates von Turin und ab 1998 Mitglied des AdR und seines Präsidiums. 2004 gründete sie als Präsidentin die United Cities and Local Governments und war Mitbegründerin der Organisation Cités et Gouvernements locaux Uni. Zahlreiche Tätigkeiten und Vorsitze folgten in den kommenden Jahren, in denen sie sich prioritär in den Kommissionen und Vereinigungen zur Stärkung der regionalen und kommunalen Politik engagierte. Seit 2014 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments.

Der Kaiser-Maximilian-Preis

Das Land Tirol und die Stadt Innsbruck haben im Jahr 1997 aus Anlass der Vollendung des 85. Lebensjahres des langjährigen Bürgermeisters der Stadt Innsbruck und Präsidenten des Tiroler Landtages DDr. Alois Lugger den Kaiser-Maximilian-Preis (Europapreis für Regional- und Kommunalpolitik des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck) gestiftet – in Anerkennung seiner Verdienste um Europa. 

Die Auswahl des/der PreisträgerIn erfolgt alljährlich durch eine internationale Jury. Die Jury besteht aus VertreterInnen des KGRE, des AdR, des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) und der Versammlung der Gemeinden und Regionen Europas (VRE). In dieser Jury sind auch das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck vertreten.

Der Preis selbst besteht aus einer Urkunde und einer Medaille (Schautaler von 1509 Kaiser Maximilian I.) sowie einem Geldpreis in der Höhe von 10.000 Euro. 

Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger

Mit der Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises werden jährlich außerordentliche Leistungen von Persönlichkeiten und Institutionen aus dem Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik ausgezeichnet. Besondere Berücksichtigung finden Bemühungen um die Verwirklichung des Grundsatzes der Subsidiarität, der Inhalte der Charta der Lokalen Selbstverwaltung und der Charta der Regionalen Selbstverwaltung des Europarates. (VL)

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

1998   Jordi Pujol, Präsident von Katalonien

1999   Dr. Josef Hofmann, Ehrenpräsident des RGRE

2000   Luc van den Brande, Präsident der VRE

2001   Baroness Farrington of Ribbleton, Großbritannien

2002   Erwin Teufel, Ministerpräsident des Landes Baden Württemberg, und
          Dr. Heinrich Hoffschulte, 1. Vizepräsident des RGRE

2003   Alain Chénard, Präsident des KGRE a. D.

2004   Elisabeth Gateau, Generalsekretärin der Weltunion der Kommunen

2005   Jan Olbrycht, Mitglied des Europäischen Parlaments

2007   Dr. Michael Häupl, Präsident des RGRE
          Graham Meadows, Generaldirektor a.D. der Europäischen Kommission

2008   Dora Bakoyannis, griechische Außenministerin

2009   Giovanni Di Stasi, ehemaliger Präsident des KGRE

2010   Halvdan Skard, ehemaliger Präsident des KGRE

2011   Danuta Hübner, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Vorsitzende des Ausschusses für Regionale Entwicklung (REGI)

2012   Keith Whitmore, Präsident des KGRE

2013   Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

2014   DDr. Herwig van Staa, Präsident des Tiroler Landtages und Präsident des KGRE