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Jugendolympioniken wohnen mit Kunst am Bau

Wohnanlage "Neue Heimat".
Die über 1000 TeilnehmerInnen an den ersten Jugendolympischen Winterspielen in Innsbruck sind in ihrem Olympischen Dorf 3 auch von Kunstwerken namhafter KünstlerInnen umgeben. Innsbrucks Kulturstadträtin Univ.-Prof.in Dr.in Patrizia Moser freute sich ebenso wie die beiden Geschäftsführer der bauausführenden Neuen Heimat Tirol (NHT), Prof. Dr. Klaus Lugger und Dir. DI (FH) Alois Leiter, über die gelungene Umsetzung der sechs „Kunst am Bau“-Projekte. Laut Lugger will die NHT mit diesen „der gesamten Wohnanlage noch mehr Identität geben“. Die nunmehr im Beisein der KünstlerInnen offiziell „übergebenen“ künstlerischen Interventionen gingen als Sieger einer Ausschreibung mit unabhängiger Jury hervor.

Für Stadträtin Moser als Kulturreferentin der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ist es wichtig, auf künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum hinzuweisen: „Die Identität einer Stadt beruht in gleichen Maßen auf ihrer zeitgenössischen Architektur wie auf ihren Baudenkmälern. Wo Menschen einander begegnen, ist immer auch ein guter Ort für die Kunst. Kunst sollte nicht nur in Museen oder Ausstellungsräumen auf die Kunstfreundinnen und Kunstfreunde warten, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern entgegen kommen.“

Georgia Creimer - „Intimate Space“

Das Projekt "Intimate Space" von Georgia Creimer setzt der Größe des internationalen Events die Intimität eines Blickes auf besondere und individuelle Orte entgegen. Kunststudierende aus den Teilnehmerländern der Youth Olympic Games wurden eingeladen, ihren eigenen „Intimate Space“ zu fotografieren und kurz zu beschreiben. Jenen Ort, an dem ein Zur-Ruhe-Kommen möglich ist, an dem sie nachdenken und zu sich finden können. Die ausgewählten Bilder wurden digital bearbeitet und auf das Format 180 x 240 cm vergrößert. Gemeinsam mit den Texten wurden die Fotografien auf Glastafeln gedruckt und in sechs Gebäuden des Olympischen Dorfes permanent installiert.




Georgia Creimer - „Ein Wohnen“

Die Arbeit „Ein Wohnen“ ist ein Objekt und wurde an der Abgrenzungsmauer zum benachbarten Militärkommando installiert. Die Mauer aus Beton trägt ein Geheimnis: „Ein Wohnen geschieht, wenn der Mensch selbst zur Unterkunft des Seins wird.“ Die großen Abstände zwischen den Wörtern erlauben ihnen eigenständig in ihrer Bedeutung zu wirken, unabhängig vom Satzzusammenhang. Das Lesen des Satzes wird dadurch verlangsamt, es entsteht Raum und Zeit zwischen jedem Wort. Die Mauer ist Schutz, Teilung, Besitzbegrenzung und in allen diesen Eigenschaften immer auch eine Blockade. Durch den Satz, welcher in der Mauer selbst sozusagen „entsteht“, weicht die Blockade auf und lässt Raum, sowohl für die Wörter wie auch für die Gedanken. Gedanken über das Wohnen.

Thomas Feuerstein - „Olympia“

Ausgehend von den Olympischen Ringen und ihrer Grundidee, die Farben aller Nationalflaggen zu vereinen, fungieren für die Arbeit „Olympia“ die Nationalfarben der an der Jugendolympiade 2012 beteiligten Länder als Palette für generative Bilder. Eine künstlerische Software analysiert über länderspezifische Suchmaschinen Häufigkeit und Verteilung des Begriffes „Olympia“. Das Ergebnis der statistischen Analyse ist eine „kartographische Malerei“ in Form und Tradition abstrakter Farbfeldmalereien. Das Internet wird zur Palette des Malers und der Server zur Malmaschine.

Michael Kienzer - „Kuben“

Über das gesamte Außenbereichareal wurden verschieden dimensionierte begehbare Kuben, in Form von Rechteckrohren, aus Stahl positioniert. Die Kuben sind innen beleuchtet, mit glänzender Farbe versehen und reflektieren das Licht auch in verschiedenen Farben. Es entstehen begehbare intensive Farb-Lichträume die nach außen strahlen. Räume, die dadurch Farbe und Licht intensiv erleben lassen. Licht und Farbe wird nicht als alltägliche Selbstverständlichkeit wahrgenommen sondern als Ereignis von Qualität erfahren. Gleichzeitig sind alle Kuben als eine mehrteilige Installation zu lesen.

Esther Stocker - „Grafische Strukturen“

Die künstlerische Intervention von Esther Stocker wurde in sieben der insgesamt 13 Gebäuden ausgeführt. Die grafischen Strukturen bestehen einerseits aus einem sich wiederholenden Grundraster von Rechtecken, die eine Struktur der regulären Ordnung und eine Struktur der abweichenden Ordnung beinhaltet, andererseits aus einem sich wiederholenden Linienrhythmus, der aber immer wieder unterbrochen wird. Die Auslassungen in der Struktur behalten den Linienabstand der Grundstruktur bei. Die formale Idee des grafischen Entwurfs ist die gleichzeitige Anwesenheit und Abwesenheit geometrischer Elemente.

Olympischer Eid als Fassadengestaltung Gebäude din a4

Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an diesen Olympischen Jugendspielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.

In the name of all the competitors, I promise that we shall take part in these Youth Olympic Games, respecting and abiding by the rules which govern them, committing ourselves to a sport without doping and without drugs, in the true spirit of sportsmanship, for the glory of sport and the honour of our teams.

Au nom de tous les concurrents, je promets que nous
prendrons part à ces Jeux Olympiques de la Jeunesse en respectant et suivant les règles qui les régissent, en nous engageant pour un sport sans dopage et sans drogues, dans un esprit de sportivité, pour la gloire du sport et l’honneur de nos équipes.

12. Oktober 2011