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Innsbrucks Wälder: Positive Bilanz nach schwierigem Jahr 2012

Schwere Schäden im Wald
Die Wetterlagen im Jahr 2012 haben es Innsbrucks Wäldern nicht gerade leicht gemacht. Starke Schneefälle und Lawinen im Winter, heftige Regenfälle und Gewitterstürme im Sommer haben besonders rund um Innsbruck ihre Spuren hinterlassen.
Am 19. November gaben Land- und Forstwirtschaftsreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und DI Andreas Wildauer (Vorstand Amt für Land- und Forstwirtschaft) im Rahmen eines Pressegespräches auf der Hungerburg einen Überblick über die Tätigkeiten und Maßnahmen des Amtes im Jahr 2012 sowie einen Ausblick auf zukünftige Schwerpunktsetzungen.

„Das Thema Wald ist facettenreich – zum einen ist er Wirtschaftsraum, zum anderen auch Schutzfläche und Naherholungsgebiet für viele Menschen“, so Vizebürgermeister Kaufmann. „Daher ist es wichtig, dass seitens des Amtes alle Interessen gleichermaßen bedient werden.“

Schwere Schäden
Heuer gab es witterungsbedient besonders viele Schäden. Außerordentliche Schneefälle im Jänner haben im Großraum Innsbruck zu weit verbreiteten Schneebruchschäden im Wald geführt, besonders entlang der Nordkette und zwischen 800 und 1.100 Metern Seehöhe. Schwere Unwetter in den Sommermonaten verursachten schließlich ebenfalls weit verbreitete Schadensnester.

Die Herausforderung für die Mitarbeiter des Amtes bestand darin, gemeinsam mit den rund 400 betroffenen Waldbesitzern die Schäden in kürzester Zeit aufzuräumen, um Folgeschäden – speziell durch Borkenkäfer – zu vermeiden. Unter Zeitdruck mussten Aufarbeitung, Abfuhr und Vermarktung organisiert werden, da nur rund 10 Prozent der Waldbesitzer die Schäden selbst behoben. Insgesamt mussten 7.800 Festmeter Schadholz entfernt werden, das entspricht rund 50 Prozent des durchschnittlichen Jahreseinschlages. Mehr als die Hälfte der betroffenen Fläche wiederum waren Schutzwald, doch DI Wildauer kann beruhigen: „Die Schadensnester waren zwar großflächig verteilt, doch die meisten von geringer Größe, so dass dadurch keine geringere Schutzwirkung verursacht wird.“

Für das Forstwegenetz stellten diese Arbeiten allerdings eine Belastung dar. Zum einen mussten die Wege wesentlich stärker durch forstwirtschaftliche Fahrzeuge frequentiert werden, zum anderen wurden auch die Wege selbst durch die heftigen Niederschläge in Mitleidenschaft gezogen. Weitreichende Wegsanierungen und hohe Instandhaltungskosten waren die Folge. Neue Wasserableitungssysteme sollen daher zur Modernisierung der Wege beitragen.
In Summe beliefen sich die Kosten für die Aufräumarbeiten auf rund 250.000 Euro.

Gezielte Verjüngung des Bestandes
„Wir wollen Innsbrucks Wälder zukunftsfit machen“, betont Forstreferent Vizebürgermeister Kaufmann und verweist damit auf eine strukturreiche Verjüngung des Innsbrucker Waldbestandes 2013. In tieferen Lagen sollen vermehrt Laubhölzer gepflanzt werden, um gegenüber dem starken Fichtenbestand mehr Mischwaldgebiete zu schaffen. Kirsch, Eiche, Esche, etc. gedeihen hier besonders gut und verleihen dem Boden mehr Stabilität und Klimaresistenz. Ab kommenden Frühjahr werden im Gebiet Paschberg/Tantegert erste Musterflächen entsprechend kultiviert.
19. November 2012