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Innsbruck spricht auf Augenhöhe

Am 6. November fand eine Pressekonferenz zur städtischen Kommunikationsinitiative statt
Im Arbeitsprogramm der Stadtregierungskoalition 2012 bis 2018 nehmen die Zuwendung zu den BürgerInnen und die BürgerInnenbeteiligung einen zentralen Raum ein. Bei allen Formen der BürgerInnenbeteiligung steht eine verständliche Kommunikation im Mittelpunkt. 2013 wurde deshalb die Initiative „Innsbruck spricht auf Augenhöhe“ gestartet. Ihr Ziel war es, Richtlinien zu erarbeiten, die die Kommunikation im Stadtmagistrat einfach, klar und verständlich machen. Über 30 städtische Bedienstete steckten viel Arbeit und Energie in die Entwicklung eines praktischen Sprachleitfadens. Dieser wird nun allen MitarbeiterInnen des Stadtmagistrats übergeben. Dann geht die Kommunikationsinitiative in die breite Umsetzung.

„Wir können stolz sein auf diese Initiative“, freute sich Bürgermeisterin Mag.ª Christine Oppitz-Plörer: „Der Stadtmagistrat Innsbruck entfaltet ein weiteres Mal Vorbildwirkung und zeigt, dass eine solche Kommunikationsinitiative im Verwaltungsbereich umsetzbar ist. Eine wertschätzende Begegnung mit den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe steht im Mittelpunkt und die Arbeit des gesamten Stadtmagistrats wird somit noch professioneller und qualitätsvoller.“

Im Bezug auf die Herangehensweise erklärte sie: „Wir konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu gewinnen, aus ihren alltäglichen Begegnungen heraus Problempunkte aufzuzeigen, wo der Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern sowie die Sprache noch verbessert werden können. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für das bisher gezeigte große Engagement. Nun geht es um die praktische Umsetzung in der täglichen Arbeit.“

Auch Magistratsdirektor Dr. Bernhard Holas zeigt sich optimistisch: „Die Weichen für einen raschen Erfolg sind gestellt. Der Ansporn, die Sprache anzupassen, ist groß, denn es ist die Aufgabe des Stadtmagistrats, sich den BürgerInnen gegenüber zu öffnen, Transparenz zu transportieren sowie ein Vertrauensverhältnis zu schaffen.“

Mit einem Blick in die Zukunft erklärte Amtsvorstand Reg.-Rat Wolfgang Steinbauer (Bürgerservice und Öffentlichkeitsarbeit): „Der nun entstandene praktische Sprachleitfaden ist eine Anregung für die konkrete Umsetzung. Vor uns steht nun eine spannende und herausfordernde Weiterführung der Kommunikationsinitiative.“

Die Verwaltung wird verständlich
BürgerInnen wollen verstehen und die Verwaltung will verstanden werden. Das wachsende Selbstbewusstsein der BürgerInnen erhöht den Qualitätsanspruch an die Kommunikation der Verwaltung. Die verständliche Kommunikation auf Augenhöhe, die Nähe zu BürgerInnen durch Verständnis sowie eine wertschätzende interne Kommunikationskultur sind die Zielsetzung der Initiative. Dafür haben die Arbeitsgruppen die Kommunikation des Magistrates in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen geprüft und adaptiert.

Bewusstsein für Sprache und Umgang entwickeln
Sprache kann man nicht verordnen, das Bewusstsein für verständliche Sprache muss sich in den Köpfen entwickeln. Deshalb beschäftigten sich in den vergangenen zehn Monaten die Magistratsbediensteten mit folgenden Themenfeldern: digitale Sprache inklusive E-Mail und Formulare, geschriebene Sprache als Behörde, geschriebene Sprache als DienstleisterIn, gesprochen Sprache am Telefon und Diensthandy sowie in der persönlichen Begegnung. Ein Expertenteam mit Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim in Stuttgart, SVWP Kommunikationsmanagement aus Innsbruck und dem CommunicationLab (Institut für Verständlichkeit in Ulm) unterstützte den Prozess zur Entwicklung des Sprachleitfadens.

„Die Stadt Innsbruck ist führend im deutschsprachigen Raum, wenn es um die Bemühung um eine verständliche Verwaltungssprache geht“, erklärte Professor Brettschneider. Auch diese umfassende Auseinandersetzung mit Sprache sei neu. „Die städtischen Bediensteten haben mit großer Freude gearbeitet, was verständlich ist, da niemand gerne unverständlich kommuniziert“, so der Experte weiter.

Auch Mag.ª Krista Sommer vom SVWP Kommunikationsmanagement hob bei der Pressekonferenz das „unglaublich große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ hervor: „Der Wunsch, etwas für die Zukunft zu schaffen, war spürbar. Zu einem solchen Arbeitsklima und einer solchen Motivation der Bediensteten kann ich nur gratulieren.“

Praktische Ergebnisse für eine pragmatische Umsetzung
Die Umsetzung der Kommunikationsinitiative „Innsbruck spricht auf Augenhöhe“ erfolgt nun im Stadtmagistrat auf vielfältige und flächendeckende Weise in mehreren Bereichen des Arbeitsalltages:

• Analoger SPRACHleitfaden gibt Orientierung
Der SPRACHleitfaden gibt humorvoll und informativ Orientierung für die digitale Sprache, Behördensprache, Sprache als DienstleisterIn, Telefonie sowie persönlichen Begegnung für alle MitarbeiterInnen des Magistrats.

• „Innsbruck spricht auf Augenhöhe“ im Intranet
Im Intranet des Stadtmagistrats stehen der SPRACHleitfaden, Literaturempfehlungen und Dokumentvorlagen zum Download bereit. Außerdem bietet ein eigenes Forum Raum für weitere Diskussionen und Entwicklungen.

• Sprachsoftware hilft beim Texten
Die Sprachsoftware „TextLab“ steht allen MitarbeiterInnen zur Verfügung und deckt Schwachstellen im Text auf, liefert Hinweise zur Optimierung und unterstützt bei der Verbesserung von Texten. Diese Software hilft, Verständlichkeit ganz objektiv zu messen und zu evaluieren. Das Programm ist vielseitig einsetzbar und auch ohne technisches Spezialwissen einfach anwendbar.

• „Innsbruck spricht“-Beirat entwickelt weiter
Der „Innsbruck spricht“-Beirat ist für die Steigerung des Bewusstseins für verständliche Sprache im Magistrat, für die aktive Umsetzung der Initiative und für die Weiterentwicklung verantwortlich.
06. November 2013