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Innsbruck liest geht in die zehnte Runde

Heuer wird das 100.000. Exemplar verteilt
Seit zehn Jahren wird Innsbruck einmal jährlich zur lesefreudigsten Stadt Österreichs. So auch 2013 wenn es wieder heißt Innsbruck liest. Am 5. März informierten Kulturreferentin Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und Projektleiterin Dr. Daniela Weiss-Schletterer über die Intention der Aktion und präsentierten das diesjährige Buch, die Neuerungen zum ersten runden Geburtstag sowie das Rahmenprogramm. „Die Aktion Innsbruck liest feiert heuer im zehnten Bestandsjahr ein stolzes Jubiläum und hat bereits zu tausenden begeisterten Leserinnen und Lesern geführt“, freute sich die Bürgermeisterin. „Den Innsbruckerinnen und Innsbruckern wünsche ich nicht nur viel Freude mit dem Buch, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema.“

Heuer werden 10.000 Exemplare von Margit Schreiners Roman „Die Tiere von Paris“ kostenlos an die Innsbruckerinnen und Innsbrucker verteilt.

Die Hoffnung bleibt
Die Jury – bestehend aus Ekkhard Hey-Ehrl (liber wiederin), dem Vorarlberger Autor Hans Platzgumer und Dr. Evelyn Polt-Heinzl (Literaturhaus Wien) – und der wissenschaftliche Leiter Univ.-Prof. Dr. Martin Sexl begründen die Entscheidung für „Die Tiere von Paris“ folgendermaßen: „Es handelt sich um die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die sich nicht nur mit der Bewältigung des unmittelbaren Alltags abzumühen hat, sondern auch mit ihrer zerbrochenen Beziehung zum Vater des Kindes und, vor allem, mit dem Vater selbst.“
Das Thema klingt allerdings deprimierender als es im Buch selbst geschildert ist: Denn der Text beweist durchaus auch Witz und demonstriert trotz der problematischen Lebenssituation auch hoffnungsvolle Momente. „Einer dieser Momente liegt in der Tatsache, dass die Autorin die Handlungsspielräume von Menschen aufzeigt, die diese trotz schwieriger Umstände immer haben: Es sind wir selbst, die unsere Lebensbedingungen gestalten können, denen wir jedoch immer auch ausgesetzt sind. Die Auswirkungen des modernen Lebens auf den Menschen sind hier ebenso zum Thema gemacht wie die Möglichkeiten, dieses Leben nicht nur zu bewältigen, sondern auch zu formen“, so die Jury.

Die Autorin
Margit Schreiner wurde 1953 in Linz/Oberösterreich geboren und ging dort zur Schule. 1971 maturierte sie am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium in Linz. Anschließend studierte sie Germanistik und Psychologie in Salzburg. 1977 bis 1980 folgte ein Aufenthalt in Tokio, wo sie ihre Arbeit an der Dissertation „Die Kategorie des Schönen in der Faustdichtung“ abbrach und zu schreiben begann.
Von 1980 bis 1982 arbeitete sie als Sekretärin an der Universität Salzburg.
Ab 1983 lebte Margit Schreiner als freie Autorin in Salzburg und Paris (1983 bis 1991).
Die ersten Veröffentlichungen im ORF, Radio Oberösterreich, waren 1984 der Lyrikzyklus „Vierzehn Arten japanische Gärten zu beschreiben“ und 1987 die Kurzgeschichte „Der Rechtsanwalt“ in der „Neuen Rundschau“.
1989 debütierte sie mit dem Erzählband „Die Rosen des Heiligen Benedikt“ im Haffmans Verlag. Sie schrieb außerdem Hörspiele und Theaterstücke. 1991 wurde ihre Tochter Oktavia Sophie in Salzburg geboren. Von 1991 bis 1998 lebte sie in Berlin, 1998 zog sie nach Italien.
2001 ging kurz nach Erscheinen des Romans „Haus, Frauen, Sex“ der Haffmans Verlag in Konkurs. Margit Schreiner wechselte zum Schöffling-Verlag, in dem alle ihre Bücher mittlerweile neu aufgelegt wurden. Seit 2000 lebt sie wieder in Österreich. Seither sind auch zahlreiche Essays und andere Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien erschienen sowie Vorwörter zu Büchern von Mela Hartwig und Adalbert Stifter.

Innsbruck liest 2013: Neuerungen und Specials
Das Innsbruck liest-Jubiläum 2013 wird mit zahlreichen Neuerungen und Specials gebührend begangen. „Worüber ich mich besonders freue, ist dass wir heuer erstmals eine Innsbruck liest-Lehrveranstaltung an der Universität Innsbruck mit dem Thema Literaturvermittlung anbieten“, so die Projektleiterin Daniela Weiss-Schletterer. „Außerdem hoffen wir durch den Fragebogen beim Gewinnspiel Inputs zu bekommen, was wir vielleicht noch besser machen können bzw. wie die Aktion ankommt.“

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05. März 2013