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Innsbruck ist Österreichs neue Radfahrhauptstadt

Fast jede 4. Strecke wird in Innsbruck mit dem Fahrrad gefahren
Es gibt in Österreich eine neue Radhauptstadt, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt: In Innsbruck werden bereits 23 Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren. Hinter Innsbruck liegen Bregenz, Graz und Salzburg. Am niedrigsten ist der Radverkehrsanteil in Eisenstadt, Linz und Wien. Der VCÖ fordert mehr Fahrradstraßen, mehr Platz zum Radfahren in den Städten und mehr Parkplätze für Fahrräder.

Innsbrucks Bevölkerung sind die fleißigsten Radfahrerinnen und Radfahrer im Landeshauptstädte-Vergleich. Innsbruck ist der neue Spitzenreiter im VCÖ-Ranking. Fast jeder 4. Alltagsweg wird in Innsbruck mit dem Rad gefahren. "Silber" geht an Bregenz (20 Prozent), "Bronze" an Graz und die Stadt Salzburg, die im Vorjahr nach Berechnungen des VCÖ einen Radverkehrsanteil von 18 Prozent hatten. "Beim Radfahren im Alltag gibt es in Österreich ein großes West-Ost-Gefälle. Das Verkehrsklima ist im Westen deutlich besser und rücksichtsvoller, die Stimmung für das Radfahren viel freundlicher", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Den Spitzenplatz hat sich die Stadt Innsbruck durch viele Maßnahmen erarbeitet. In den vergangenen zehn Jahren wurde die Infrastruktur ausgebaut und eine radfahrfreundliche Verkehrsplanung umgesetzt. Viele wettergeschützte Parkplätze für Fahrräder wurden errichtet, Fahrräder können kostenlos in den Innsbrucker Verkehrsbetrieben mitgenommen werden und es gab Bewusstseinskampagnen, etwa zum "Einkaufen mit dem Rad". Der VCÖ weist darauf hin, dass in Innsbruck viele Autofahrer auf das Rad umgestiegen sind: Während der Radverkehrsanteil seit dem Jahr 2002 von 13 auf 23 Prozent gestiegen ist, sind die mit dem Auto gefahrenen Wege von 42 auf 33 Prozent gesunken.

"Für Städte ist ein hoher Radfahranteil in mehrerlei Hinsicht positiv. Steigen mehr auf das Fahrrad um, werden weniger Schadstoffe verursacht, es gibt weniger Staus, die Lärmbelastung durch den Verkehr nimmt ab und die Menschen sparen sich in Zeiten steigender Spritpreise viel Geld", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Der VCÖ fordert mehr Platz zum Radfahren in Österreichs Städten, mehr überdachte Parkplätze für Fahrräder und die Errichtung von Fahrradstraßen nach dem Vorbild Londons und Kopenhagens. Die Fahrradstraßen ermöglichen es den Bewohnerinnen und Bewohnern aus den Außenbezirken und aus dem Stadtumland, zügig und sicher in die Stadtzentren zu radeln.
20. September 2012