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Innsbruck gedenkt Bürgermeisterin a. D. Hilde Zach

Öffentliche Trauersitzung des Gemeinderats im Plenarsaal.
Der Gemeinderat der Stadt Innsbruck trat am 19. Jänner im Beisein der Trauerfamilie zu einer öffentlichen Trauersitzung im Plenarsaal zusammen. Die Gemeinderatsfraktionen erwiesen im Rahmen der Sondersitzung der am 15. Jänner verstorbenen Alt-Bürgermeisterin und Ehrenbürgerin Hilde Zach über die Parteigrenzen hinweg in sehr emotionalen und persönlichen Worten ihre Hochachtung. Der Platz, den Hilde Zach acht Jahre lang als Bürgermeisterin von Innsbruck einnahm, vorne in der Mitte des Plenarsaals blieb leer, geschmückt mit einem Blumenstrauß und einer Kerze, dahinter wurde ein Bild der Altbürgermeisterin projiziert.

An der Trauersitzung nahmen neben der Trauerfamilie und Hilde Zachs Lebenspartner Dr. Kurt Bruni auch Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa, der ehemalige Landtagspräsident Prof. Ing. Helmut Mader, aktive und ehemalige GemeinderätInnen, StadträtInnen und Vizebürgermeister sowie weitere Freunde und Weggefährten der Verstorbenen teil. Von Seiten der Beamtenschaft waren der Magistratsdirektor und frühere Magistratsdirektoren sowie AbteilungsleiterInnen und AmtsvorständInnen gekommen. Musikalisch umrahmt wurde die Sitzung von Mitgliedern des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck unter der Leitung von Toshio Oishi.

Einleitend verlas Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer stellvertretend für die zahlreichen Beileidskundgebungen aus dem In- und Ausland das Schreiben des SOS-Kinderdorf-Präsidenten Helmut Kutin, in dem dieser Hilde Zach als großzügige und tapfere Frau bezeichnet, und deren großes soziales Engagement und das Verständnis für die SOS-Kinderdorffamilie hervorhebt.

Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer dankte ihrer verstorbenen Amtsvorgängerin in einer bewegenden Rede für ihr Lebenswerk: „Hilde Zach ist mutig und konsequent ihren ganz eigenen Weg gegangen und hat viele sichtbar und spürbare Spuren in unserer Stadt hinterlassen. Sie war wesentlicher Motor, Innsbruck ein modernes Gesicht und ein weltoffenes Lebensgefühl zu geben.“ Hilde Zach habe sich mit ihrem unbändigen und umsichtigen Einsatz für die Agenden der Stadt und der immer spürbaren Sympathie, die sie den Menschen entgegen brachte, in den acht Jahren als Bürgermeisterin der Tiroler Landeshauptstadt die Liebe der Innsbruckerinnen und Innsbrucker im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet. „Wirtschaft mit Weitblick, Kultur als Herzensangelegenheit und Politik aus Leidenschaft – Hilde Zach zeichnete sich in allen Bereichen, in denen sie tätig wurde, durch herausragende Leistungen aus. Das brachte ihr großen Respekt ein, weit über alle Parteigrenzen hinweg“, so Bürgermeisterin Oppitz-Plörer. Hilde Zach habe mit ihrer pflichtbewussten Auffassung von Politik der Innsbrucker Stadtpolitik und dem Gemeinderat ein neues Selbstbewusstsein gegeben. „Hilde Zach war Bürgermeisterin mit Leib und Seele: Sie lebte die Politik, sie mochte die Menschen und sie liebte ihre Stadt, ihr Innsbruck! Ihr leidenschaftlicher Einsatz für Innsbruck, ihr Mut und Rückgrat, ihr Durchsetzungsvermögen und nicht zuletzt ihr soziales Wirken, ihr Verständnis, ihre Toleranz und ihrer Hilfsbereitschaft waren beispielhaft.“

Im Namen der Sozialdemokratischen Fraktion brachte Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter Hilde Zach den tief empfundenen Respekt und den Dank für ihren über viele Jahre tapferen Einsatz zum Ausdruck, erinnerte an politische Auseinandersetzungen ebenso wie an vertrauliche Momente und hob unter den Eigenschaften Hilde Zachs vor allem ihr Kämpfrtherz, ihre Geradlinigkeit und das stete Bemühen, das Verbindende vor das Trennende zu stellen, hervor.

Gemeinderat Mag. Gerhard Fritz von der Grün-Fraktion betonte, dass es nicht schwer sei, nur Gutes von Hilde Zach zu reden. Ihre beherzte geradlinige Art, ihr Einsatz für das Gemeinwohl und den Frieden zur Sicherung eines demokratischen Grundkonsenses seien einmalig. „Als starke Frau und beherzte Kämpferin für ein menschliches Zusammenleben wird sie uns stets ein Vorbild bleiben.“

Vizebürgermeister Franz Xaver Gruber bezeichnete Hilde Zach als ein Gesamtkunstwerk. „Ihr Leben war eine Einheit von Denken, Tun und Sein, erfüllt von großen Emotionen und sozialer Verantwortung und in allem geprägt von der Liebe zu den Menschen. Auch für die Innsbrucker Volkspartei sei sie eine enorm prägende Kraft gewesen. Ein studentisches „Fiducit“, was soviel heißt wie „es gilt und das hat es“, gab Vizebgm. Gruber der Verstorbenen auf den Weg mit in die Ewigkeit.

GR Rudi Federspiel erinnerte an viele gemeinsame Erlebnisse in der langjährigen Zusammenarbeit mit Hilde Zach, an Auseinandersetzungen, die immer friedlich endeten und an so manche gemeinsam errungene Verbesserungen.

GR Helmut Kritzinger sprach von Hilde Zach als eine moderne Konservative, mit viel Herz und kristallklarem Verstand und hob ihren kraftvollen und energischen Weg für Innsbruck hervor, der nach Gesamt-Tirol ausstrahlte. „Eine besondere Frau ist heimgegangen. Uns bleibt die Erinnerung an das gemeinsam Erlebte und die Spuren, die sie hinterlassen hat.“

Alt-Bürgermeister LT-Präsident DDr. Herwig van Staa überbrachte eingangs die Beileidsbezeugung von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, der weil er diese Woche in Wien unabkömmlich ist, versprach in den kommenden Tagen das Grab von Hilde Zach aufzusuchen. Van Staa dankte im Namen des Landes vor allem Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und allen RednerInnen, die Hilde Zach jenen Respekt und jene Anerkennung entgegen gebracht haben, die sie verdient habe. Hilde Zach habe mit ihm die gleiche Überzeugung geteilt in politischer, gesellschaftlicher und religiöser Hinsicht. Was Hilde Zach als Bürgermeisterin für Innsbruck zuwege gebracht hat, habe Bedeutung für das ganze Land. Van Staa hob auch die Bedeutung Hilde Zachs als große Frauenpolitikerin hervor, die die Frauen nicht durch Diskussionen, sondern durch ihr Handeln emanzipiert habe. Der Wunsch von Hilde Zach ein Haus der Musik in Innsbruck zu errichten, sei für ihn ein Auftrag, in gemeinsamer Anstrengung für eine Verwirklichung zu sorgen.

Im Anschluss an die Trauersitzung begab sich die Trauerversammlung in die St.-Georgs-Kapelle im Alten Landhaus, wo die Verstorbene derzeit aufgebahrt ist, um gemeinsam mit den Mitgliedern der Tiroler Landesregierung von Hilde Zach Abschied zu nehmen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen.

Der weitere Ablauf der Trauerfeierlichkeiten
Am 19. Jänner von 14 bis 18 Uhr und am 20. Jänner von 9 bis 18 Uhr ist für die Bevölkerung Gelegenheit, in der St.-Georgs-Kapelle von Hilde Zach Abschied zu nehmen.

Am 19. und 20. Jänner werden jeweils um 18 Uhr im Dom zu St. Jakob Rosenkränze gebetet.

Am 21. Jänner findet um 13 Uhr das Requiem im Dom zu St. Jakob statt. Anschließend ab ca. 15 Uhr bewegt sich der Trauerzug vom Dom zu St. Jakob durch die Altstadt über die Maria-Theresien-Straße, Maximilianstraße, Speckbacherstraße, Schöpfstraße, Fritz-Pregl-Straße zum Westfriedhof, wo Bürgermeisterin Hilde Zach im Familiengrab beigesetzt wird.

Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger sind zur Teilnahme der Trauerzeremonien herzlich eingeladen.
19. Jänner 2011