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IKB-Projekt „Rohrvortrieb“ fertig gestellt

Bauarbeiten am Projekt „Rohrvortrieb König-Laurin-Straße bis Bozner Platz" sind fertig.
Die Tiefbauarbeiten zum Projekt „Rohrvortrieb König-Laurin-Straße bis Bozner Platz“ sind abgeschlossen. Die endgültige Freigabe der Straßen ist abhängig von der Inbetriebnahme der Asphalt-Mischanlagen, die witterungsabhängig noch im März erfolgen soll. Die IKB investierte auf diesem ca. 1 km langen Abschnitt etwa 4,5 Millionen Euro in einen neuen, leistungsfähigeren Abwasserkanal mit deutlich verbesserter Durchflussleistung.

Vom erfolgreichen österreichweit erstmaligen Einsatz des grabenlosen Rohrvortriebes („Maulwurf“) zur Umsetzung der Kanaloffensive 2020 überzeugten sich bei einer Besichtigung vor Ort Mitglieder des Innsbrucker Stadtsenates mit Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer an der Spitze, IKB-Vorstandsvorsitzender DI Harald Schneider und Vertreter der Österreichischen Vereinigung für grabenloses Bauen und Instandhalten von Leitungen (ÖGL). Damit wurde laut Oppitz-Plörer nicht nur ein wichtiger Schritt für eine ökologisch hochwertige Abwasserentsorgung umgesetzt: „Die IKB übernimmt seit Jahren ressourcenschonende Verantwortung und trägt auch damit in höchstem Maße zur hohen Lebensqualität in Innsbruck bei.“

Ziel des Projektes
Um die Altstadt zu entlasten, ist ein neuer Kanal notwendig geworden, durch den sowohl die Abwässer des Stadtzentrums als auch aus einigen Umlandgemeinden fließen. Der neue Kanal mit einem Durchmesser von 2,20 Metern und einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern/Sekunde wird die Abwässer am Zentrum vorbei Richtung Kläranlage Rossau führen. Schneider: „Durch den Einsatz des unterirdischen Rohrvortriebs zählt die IKB einmal mehr zu den Pionieren beim Einsatz innovativer Techniken zum Wohle der Bevölkerung und der Umwelt. Dies wird laut Umfrage von rund 90 Prozent der InnsbruckerInnen anerkannt. Immerhin schätzen nicht weniger als 68 % der InnsbruckerInnen den nützlichen Einsatz des Maulwurf.“

Vorteile des grabenlosen Kanalbaus
Ein entscheidender Vorteil des Rohrvortriebs ist, dass die Bauzeit mehr als halbiert werden konnte. AnwohnerInnen werden bei den grabenlosen Arbeiten weniger durch Lärm, Staub und Abgase belästigt, und auch die Störungen des Straßen- und Liefer¬verkehrs sind begrenzt. Ein weiterer ökologischer Pluspunkt ist, dass keine großen Bodenmassen ausgehoben werden müssen: Es wird nur die Bodenmenge bewegt, die etwa dem Volumen der benötigten Leitung entspricht. Die Menge des Aushubs ist so bedeutend geringer: anstelle von 41.000 m3 fallen nur noch 11.000 m3 an. Diese Materialeinsparung von 30.000 m3 entspricht 3.500 eingesparten LKW-Baustellen¬fahrten. Ein weiterer erfreulicher Effekt ist die Kosten-Einsparung gegenüber Verfahren, bei denen großflächige Grabungen nötig sind.

Die Gründe der „IKB-Kanaloffensive 2020“
Die „Kanaloffensive 2020“ der IKB hat mehrere Gründe: Teile des rund 400 km langen Kanalisationssystems sind bereits 100 Jahre alt. Einzelne Abschnitte davon sind am Ende ihrer technischen Lebensdauer angelangt. Gleichzeitig erfordert die dynamische Stadtentwicklung laufend neue Kanäle. Mehr Abwasser verlangt auch nach einer größeren Durchflussleistung der Kanalisation hin zur Kläranlage Rossau.

Modernster Gewässerschutz
Auch die Verbesserung des Gewässerschutzes und der Hochwassersicherheit machen neue, leistungsfähigere Kanäle, zusätzliche Kanalspeicherräume und Hochwasserpumpwerke notwendig. Nach Abschluss der Arbeiten entspricht das Innsbrucker Abwassersystem den modernsten Richtlinien zum Gewässerschutz. Für die Sanierung, Anpassung und Erweiterung sind bis 2020 insgesamt fast 100 Mio. Euro veranschlagt.

19. März 2012