Logo Innsbruck informiert
287149717_0.jpg

Hohe Zufriedenheit mit dem Wirtschaftsstandort Innsbruck

Präsentation der Ecostra-Studie
Innsbruck ist nicht nur die größte Stadt des Landes Tirol, sondern auch das dominierende wirtschaftliche Zentrum Westösterreichs. Gemeinsam mit dem deutschen Wirtschafts- und Standort-Beratungsunternehmen Ecostra hat die Stadt Innsbruck nun eine Wirtschaftsflächenbedarfsanalyse durchgeführt, in der Vor- und Nachteile des Standortes erhoben und die mögliche Erweiterungsfläche Rossau-Süd besonders berücksichtigt wurde.
Die für Wirtschaft zuständige Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Stadtrat Mag. Gerhard Fritz und Christian Kapferer (Referat Wirtschaft und Tourismus) stellten die Ergebnisse der Analyse gemeinsam mit den beiden Ecostra-Experten Dr. Joachim Will und Dipl.-Geogr. Jahn Schwarze am 15. Mai im Rahmen eines Pressegespräches vor, bei dem auch Wirtschaftskammer-Bezirksobfrau KR Regina Stanger anwesend war.

„Diese Studie hat uns nicht nur gezeigt, dass die Unternehmen in Innsbruck sehr großes Vertrauen in den Standort Innsbruck haben, sondern dass die Stadt die vorhandenen Möglichkeiten nutzen muss, um weitere Wirtschaftsflächen zu schaffen“, so Bürgermeisterin Oppitz-Plörer. „Wir brauchen klare politische Lösungen, um auf die zukünftigen Entwicklungen der einzelnen Wirtschaftsgebiete richtig und bedarfsorientiert reagieren zu können.“

„Die Ergebnisse dieser Studie sind für uns ein klarer Auftrag und eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam mit wichtigen Partnern wie der Wirtschaftskammer stellen müssen“, so der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Fritz. „Wir sehen uns auch darin bestätigt, dass es bei den Gewerbegebieten nicht nur um die erforderlichen Grundflächen geht, sondern auch um deren Attraktivität und die infrastrukturellen Gegebenheiten.“

„Ich bin sehr froh, dass uns diese Studie nicht nur eine gute Übersicht über den Ist-Zustand ermöglicht, sondern auch konkrete Aufgaben definiert“, so WK-Bezirksobfrau Regina Stanger. „Gerade hinsichtlich der Genehmigungsverfahren können die Stadt Innsbruck und die Wirtschaftskammer sicherlich noch enger zusammenarbeiten und so im Sinne der Unternehmen Erleichterungen schaffen.“

Rege Beteiligung seitens der Innsbrucker Unternehmen
Als Grundlage der Studie wurden die einzelnen Wirtschaftsgebiete im Detail analysiert und anhand spezieller Modelle der zukünftige quantitative Wirtschaftsflächen-Bedarf erhoben. Insgesamt fünf Wirtschaftsgebiete wurden im Stadtgebiet festgestellt: Neben der Rossau die Hallerstraße, Wilten Süd (Westbahnhof), Bachlechnerstraße und die Innenstadt. Im Bereich der Universität Technik West wurde zudem ein Potenzialgebiet ausgemacht.
Wesentliches Element der Ecostra-Studie war eine Online-Befragung, die an rund 4.500 in Innsbruck ansässige Unternehmen adressiert war und mit Unterstützung der Wirtschaftskammer Tirol durchgeführt wurde. Rund 670 Unternehmen – also rund 15 Prozent – beantworteten die Fragen, was „eine ungewöhnlich hohe Rücklaufquote darstellt“, so Dr. Joachim Will. „Hier zeigte sich schon, dass seitens der Wirtschaftstreibenden großes Interesse zur Teilnahme an der Studie vorhanden war.“ Die Rücklaufquote würde bei Online-Befragungen normalerweise nur fünf Prozent betragen, so Will.

Wirtschaftsstandort unter der Lupe
Der Großteil der befragten Unternehmen ist der Umfrage entsprechend mit den Entwicklungstendenzen in Innsbruck zufrieden: Sowohl die Umsätze als auch die Anzahl der MitarbeiterInnen sind bei den meisten Betrieben seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen. Auch für die nächsten zehn Jahre erwartet die Mehrheit der Unternehmen eine positive Entwicklungstendenz.
Besonders gut bewerteten die Unternehmen am Standort Innsbruck etwa die Nähe zu Bildungseinrichtungen, die Auswahl an Freizeitmöglichkeiten, das kulturelle Angebot, die Vielfalt an Tagungsmöglichkeiten sowie das Image der Stadt und die Naherholungsmöglichkeiten bzw. die Natur. „Auch hier haben wir eine außerordentlich positive Bewertung der Standortfaktoren, besonders im Vergleich zu ähnlichen Studien, die wir bisher durchgeführt haben“, so Ecostra-Experte Jahn Schwarze. Analog zum Schulnotensystem wurden allerdings die Verfügbarkeit von Wohnflächen sowie die zeitliche Dauer von Genehmigungsverfahren mit 3,1 bzw. 3,3 nur durchschnittlich bewertet. Allerdings sind die meisten Unternehmen mit dem Wirtschaftsstandort Innsbruck mehr als zufrieden und sehen zu ihrem eigenen Standort keine adäquate Alternative.

Hinsichtlich der Erhebung des quantitativen Flächenbedarfs bediente sich die Studie zum einen der Unternehmensbefragung, als auch des GIFPRO-Modells, der bekanntesten Gewerbe- und Industrieflächenprognose im deutschsprachigen Raum. Zusammengefasst wird demnach der Bedarf an zusätzlichen Wirtschaftsflächen bis 2022 auf rund 18 Hektar netto steigen.
Grundlegendes Merkmal der Tiroler Landeshauptstadt ist, dass die topographischen und naturräumlichen Gegebenheiten das Angebot an bebaubaren Flächen stark limitieren. Die planungsrechtlich gewidmeten, aber noch ungenutzten Wirtschaftsflächen belaufen sich im Stadtgebiet gesamt zwar auf rund 35,3 Hektar, de facto ist aber ein Teil dieser Flächen nicht tatsächlich am Markt verfügbar – insbesondere aufgrund von Eigentumsverhältnissen, des Flächenzuschnitts, der Preisgestaltung oder von Nutzungskonflikten (speziell gegenüber Wohnbaunutzung).

Großes Potenzial in Rossau-Süd und im Westen
Potenzial erkennt Ecostra einerseits im Bereich der Universität Technik West, wo Zentren für High-Tech-Unternehmen bzw. Spin-Off-Betriebe der Universität geschaffen werden könnten, andererseits in der Rossau-Süd.
Die Rossau, mit etwa 150 Hektar das größte Wirtschaftsgebiet der Stadt, verfügt theoretisch über die größten Reserveflächen (rund 13,5 Hektar Nettobaufläche). Eine gute Verkehrsanbindung, der hohe Bekanntheitsgrad, zahlreiche Synergieeffekte und ein relativ geringes Konfliktpotenzial bieten viele Entwicklungs- und Expansionsmöglichkeiten – allerdings nur, solange ein abgestimmtes Konzept und eine vorausschauende Liegenschaftspolitik für den gesamten Wirtschaftsraum Innsbruck betrieben wird.

Als Schlussfolgerung kommt die Studie zum Ergebnis, dass Schwerpunkte unterschiedlicher Nutzung der Flächen entwickelt werden müssen. Ein Hauptaugenmerk sollte zudem darauf liegen, aktiv zusätzlich Gewerbeflächen (vor allem in der Rossau-Süd) verfügbar zu machen, um dadurch kommunale Steuerungsmöglichkeiten zu erhalten. Die schwierige Aufgabe besteht aber vor allem darin, einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Flächenansprüchen (z. B.: Gewerbe versus Wohnen) bei einem insgesamt limitierten Angebot zu finden.
16. Mai 2013