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„Hilde-Zach-Kompositionsstipendien“ vergeben

Wolfgang Mitterer und Hannes Kerschbaumer sind Preisträger
Zur Förderung zeitgenössischer Musik unterstützt die Stadt Innsbruck seit 2007 jährlich die Komposition zeitgenössischer Werke von KomponistInnen. Dafür ist ein Beitrag von jährlich 10.000 Euro vorgesehen. Die Fördersumme wurde 2013 in ein Kompositions- (dotiert mit 7.000 Euro) und ein Förderstipendium (dotiert mit 3.000 Euro) geteilt. In der Jurysitzung vom 19. Juni 2013 wurden Wolfgang Mitterer für das Kompositions- und Hannes Kerschbaumer für das Förderstipendium ausgewählt.

Am 9. August empfing Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer gemeinsam mit Abteilungsleiterin Mag.a Birgit Neu (Gesellschaft, Kultur, Gesundheit und Sport) und Mag.a Natalie Pedevilla (Referatsleiterin Kultur-Konzepte und Veranstaltungen) Hannes Kerschbaumer zur Preisübergabe im Rathaus und gratulierte dem Komponisten.

„Das Stipendium freut mich sehr, weil mich so etwas als Künstler pusht“, so Hannes Kerschbaumer, der den Geldpreis in die Komposition eines Tanztheaters investieren wird, die im kommenden Jahr uraufgeführt werden soll.

„Hilde Zach-Kompositionsstipendien“
Heimische Musikinstitutionen und Musikeinrichtungen, die im Bereich der zeitgenössischen Musik tätig sind, werden vom Kulturamt der Stadt Innsbruck eingeladen, je einen Namensvorschlag pro Stipendium einzubringen.
Die eingebrachten Vorschläge werden anschließend zur Begutachtung der Fachjury vorgelegt, die über das alleinige Beschlussrecht verfügt.

Durch die aktive Einbindung ansässiger Musikinstitutionen und Musikeinrichtungen sollen rasche und qualitätsvolle Uraufführungen der Werke im Interesse der KomponistInnen sowie der Öffentlichkeit ermöglicht und die Nachhaltigkeit der Förderung garantiert werden.

Die Auswahl der geförderten Kompositionsaufträge erfolgt durch eine jährlich wechselnde, unabhängige Fachjury, deren Mitglieder aus den Bereichen Musikwissenschaft, Musikvermittlung und Komposition kommen. 2013 war diese besetzt mit Francesco Angelico (Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchester Innsbruck), Bruno Strobl (Kärntner Komponist und Präsident der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, IGNM) und Prof. Christine Hook (Universität Mozarteum Salzburg).

Stipendiaten 2013

Wolfgang Mitterer (geb.1958, Lienz)
Wolfgang Mitterer wuchs im Umfeld von bodenständiger Kirchen- und Blasmusik auf. Seine ersten Schritte in Richtung Kompositions- und Orgelstudien machte er mit 15 Jahren 1973 am Konservatorium Innsbruck. Damals studierte er Orgel und Trompete. 1977 lenkte er sein Interesse an der Orgel in die geregelten Bahnen eines Instrumentalstudiums in Graz, ein Jahr später wechselte er an die Musikhochschule Wien und studierte Orgel bei Herbert Tachezi und Komposition bei Heinrich Gattermeyer.

1983 ging er zur Erforschung von Elektroakustik an das EMS Stockholm, 1988 verbrachte er ein Jahr als Stipendiat des Unterrichtsministeriums in Rom. Zu dem Zeitpunkt befand sich Wolfgang Mitterer bereits auf einer aufregenden musikalischen Reise durch experimentelle Regionen und war als Mitbetreiber von kollektiven Ensembles in verschiedenen stilistischen Grenzbereichen zwischen Jazz, Volksmusik, New Wave und Geräuschmusik unterwegs. Er musizierte mit Gruppen wie „Hirn mit Ei“, „Call Boys Inc.“, „Pat Brothers“, „Dirty Tones“, „Matador“ und mit Musikerinnen und Musikern wie Linda Sharrock, Gunter Schneider, Wolfgang Reisinger, Klaus Dickbauer, Hozan Yamamoto, Tscho Theissing und Tom Cora.

Hannes Kerschbaumer (geb.1981, Brixen, Südtirol)
Hannes Kerschbaumer lebt in Innsbruck und absolvierte Kompositionsstudien bei Gerd Kühr, Pierluigi Billone und Beat Furrer an der Kunstuniversität Graz sowie bei Georg Friedrich Haas an der Hochschule für Musik in Basel. Seine Musik wurde auf diversen Festivals aufgeführt, darunter das „Hörfest“ (Graz), das „Musikprotokoll“ im Rahmen des Steirischen Herbst, die Internationalen Ferienkurse Darmstadt sowie „Transart“, „Musik&Kirche“, an der Grazer Oper, bei den Klangspuren Schwaz oder beim Live-Konzert von „Zeitton“ auf OE1. 2009 erhielt er den Musikförderpreis der Stadt Graz, 2012 das Startstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.

Im vergangenen Jahr wurde ein Werk von Hannes Kerschbaumer mit dem Kammerorchester InnStrumenti aufgeführt. Aktuell hat Hannes Kerschbaumer einen Lehrauftrag für Harmonielehre am Konservatorium Bozen inne und arbeitet am „Master für Musiktheater“ an der Kunstuniversität Graz.

09. August 2013