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Stadtrat Franz Xaver Gruber zeigte sich nach der Präsentation des Filmprojekts „Jetzt reden Wir!“ von Horst Schreiber und Christian Kuen (v.r.) beeindruckt.
Stadtrat Franz Xaver Gruber zeigte sich nach der Präsentation des Filmprojekts „Jetzt reden Wir!“ von Horst Schreiber und Christian Kuen (v.r.) beeindruckt.

„Jetzt reden Wir!“ – Ehemalige Heimkinder erzählen

Im Zuge eines von der Stadt Innsbruck geförderten Projektes zum Thema „Aufarbeitung der Heimerziehung durch die Stadt Innsbruck“ ist ein Film entstanden, in welchem 14 ehemalige Heimkinder von ihren Erfahrungen in städtischen Heimen erzählen. Das Resultat von Christian Kuen und Horst Schreiber, welches den Titel „Jetzt reden Wir!“ trägt, wurde gestern im Leo-Kino präsentiert.

Das Projekt wurde im Sommer 2014 vom Innsbrucker Gemeinderat angenommen und mit insgesamt 55.000 Euro unterstützt.

Stadtrat Franz Xaver Gruber war bei der Präsentation anwesend und zeigte sich im Anschluss beeindruckt: „Der Film ist einerseits bedrückend, aber auf der anderen Seite auch wichtig, um die Geschehnisse von damals aufarbeiten zu können.“

18 unterschiedliche thematische Zugänge

Auf 18 verschiedenen Wegen erzählen die Macher des Films die Geschichten von neun Frauen und fünf Männern, die ihre Kindheit und Jugend auf Pflegeplätzen und Erziehungsanstalten verbrachten. In Interviews berichten die Betroffenen über die Auswirkungen auf ihren weiteren Werdegang und ihr Ringen um ein Leben in Würde. Auch Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer ist das Thema ein großes Anliegen: „Wichtig ist, dass die Vergangenheit zwar nicht vergessen wird, aber vor allem, dass für die Zukunft gelernt wird: So etwas darf nie wieder passieren.“

Großer Andrang: Zusatzvorstellung

Die 240 Freikarten für die gestrige Vorstellung waren schnell vergriffen. Aufgrund des hohen Interesses wurde bereits ein Termin für eine zusätzliche Veranstaltung fixiert. Die Vorstellung am 25.01.2015 startet um 13:15 Uhr und ist ebenfalls kostenlos.

Aufarbeitung in mehreren Teilen

„Aufarbeitung der Heimerziehung durch die Stadt Innsbruck“ ist in zwei Teile geteilt. Während bei der Historischen Aufarbeitung einerseits ein wissenschaftlicher Bericht der Opferschutzkommission der Stadt Innsbruck erstellt wird, besteht der zweite Teil aus Bereichen wie einer Homepage, dem Filmprojekt sowie Manuskripten, die publiziert werden. Beide Teile sollen bis 2016 abgeschlossen sein. (DH)