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„Heimerziehung in Tirol“: Wege in die Zukunft

Buchpräsentation am 14. Dezember im Plenarsaal.
„Keine leichte, aber eine notwendige Lektüre“ und „Ein wichtiger Schritt in Richtung Aufarbeitung“ – am 14. Dezember stellte der Historiker Univ.-Doz. Dr. Horst Schreiber im Plenarsaal des Innsbrucker Rathauses sein Buch „Im Namen der Ordnung: Heimerziehung in Tirol“ vor. Im Mittelpunkt des Buches stehen Augenzeugenberichte über Misshandlungen ehemaliger Heimkinder in öffentlichen Heimen und Erziehungseinrichtungen der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol.

Vizebürgermeister Franz Xaver Gruber hieß die zahlreichen Anwesenden im Namen von Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer willkommen. „Die Darstellung dieser bedrückenden Ereignisse soll und wird in der Gesellschaft einen Umdenkprozess auslösen und weist Wege in die Zukunft auf“, zeigte sich der Sozialreferent in seinen Begrüßungsworten überzeugt. „Die tragischen Fälle, die die öffentliche Debatte der letzten Monate geprägt haben, erfahren damit eine in die Tiefe gehende wissenschaftliche Aufarbeitung. Ich bewundere aufrichtig den Mut und die Kraft der Betroffenen, ihr Leid öffentlich zu machen.“

Es sei Aufgabe der Politik, die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen zu schaffen, um derartige Ereignisse künftig nicht mehr zuzulassen, so Vizebürgermeister Gruber. „Das Zusammenleben in unserer modernen Gesellschaft soll von Wärme und Nächstenliebe getragen sein.“

Soziallandesrat Gerhard Reheis berichtete über die Maßnahmen, die das Land Tirol bzgl. der Betroffenen eingerichtet habe. Ein wichtiger Bereich sei neben der Festlegung von Entschädigungszahlungen, Therapien und Prävention die öffentliche historische Aufarbeitung, wie sie nun in Schreibers Buch passiere: „Dieses Buch konfrontiert und informiert, schärft unsere Sensibilität und ermutigt dazu, künftig mit Courage zu reagieren“, so Reheis.

Es sei außergewöhnlich, dass die Politik die Verantwortung für diese Geschehnisse übernehme, betonte der Herausgeber Horst Schreiber: „Tirol nimmt damit eine Vorreiterrolle und eine Vorbildfunktion für ganz Österreich ein“. Das Buch „Im Namen der Ordnung: Heimerziehung in Tirol“ ist im Studienverlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.
15. Dezember 2010