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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer berichtete gemeinsam mit Magistratsdirektorstellvertreter Herbert Köfler (r.) und Irmgard Bibermann (Regisseurin des Theaterstückes, l.) über die historische Aufarbeitung der Heimerziehung in Innsbruck.
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer berichtete gemeinsam mit Magistratsdirektorstellvertreter Herbert Köfler (r.) und Irmgard Bibermann (Regisseurin des Theaterstückes, l.) über die historische Aufarbeitung der Heimerziehung in Innsbruck.

Stadt bekennt sich zur Heimaufarbeitung

Theaterstück dient zur Aufarbeitung und Erinnerung

In der öffentlichen Erziehung und Betreuung von Heimkindern sind in den Jahren von 1945 bis 1990 Fehler passiert – dazu bekennt sich auch die Stadt Innsbruck. Über die historische Aufarbeitung informierte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer mit dem für Heimaufarbeitung zuständigen Magistratsdirektorstellvertreter Dr. Herbert Köfler sowie Mag.a Irmgard Bibermann (Regisseurin des Theaterstücks).

„Die Augen dürfen nicht vor dem Geschehenen verschlossen werden. Oftmals ist eine direkte Ansprache der Dinge notwendig, um sie aufarbeiten zu können. Genau das war unser Ziel und konnte sehr gut umgesetzt werden“, erklärt Bürgermeisterin Oppitz-Plörer.

Magistratsdirektorstellvertreter Köfler führt weiter aus: „Die Opferschutzkommission der Stadt Innsbruck hat im März 2011 ihre Arbeit aufgenommen und bis dato mit über 120 Personen gesprochen. Die historische Aufarbeitung gliedert sich in zwei Teile: Einerseits in einen wissenschaftlichen Bericht dieser Kommission, andererseits in ein Kulturprojekt.“

1,6 Mio. Euro materielle Leistungen

Seit der Gründung der Opferschutzkommission flossen seitens der Stadt Innsbruck materielle Leistungen von insgesamt knapp 1,6 Millionen Euro. Nach den persönlichen Gesprächen mit den Betroffenen galt es, das Thema auch öffentlich aufzuarbeiten. Dafür wurde 2014 das zweijährige Projekt „Historische Aufarbeitung“ gestartet.

Ziel davon war, auch im Zeitraum von 1970 bis 1990 entstandene Reformen sowie beginnende innovative Sozialprojekte hervorzuheben. Diese hatten große Auswirkung auf die Arbeit der Jugendwohlfahrt sowie auf einen veränderten Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der öffentlichen Erziehung.

Filmprojekt, Theater & Buch zur Aufarbeitung

Außerdem wird das Geschehene kulturell aufgearbeitet: So veröffentlichte der Autor Horst Schreiber beispielsweise ein Buch das sich mit der Thematik beschäftigt. Außerdem startete er das Projekt „Jetzt reden wir!“. Dabei haben sich vierzehn ehemalige Heimkinder bereit erklärt, ihre Geschichte in Video-Interviews zu erzählen. Diese wurden auf DVD und auf einer Homepage (www.heimkinder-reden.at) veröffentlicht. Gleichzeitig hat die Theatergruppe nachtACTiv diese Gespräche als Basis für ein Theaterstück genommen: Die SchauspielerInnen beschäftigen sich in szenischer Form mit den Originalquellen – einerseits mit den schmerzhaften Erinnerungen an die Zeit in Heimen der Stadt Innsbruck, den menschenverachtenden Regeln des Zusammenlebens, der Entsolidarisierung der Zöglinge, den brutalen Erziehungsmethoden und andererseits auch mit dem Leben nach den Aufenthalten in den Heimen.

„In den Erzählungen der ehemaligen Heimkinder wird Erinnern sichtbar, hörbar und begreifbar. Mit dem Stück sollen besondere Wege der Vermittlung von Sozialgeschichte beschritten werden“, erläutert Projektleiterin und Regisseurin Irmgard Bibermann.

Nächste Termine:

11., 12. und 13. Dezember jeweils 20:00 Uhr, Freies Theater, Wilhelm Greil-Straße 23 (DH)