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Gleiches Recht für alle – auch für die WK Tirol

Stadt Innsbruck ist weiterhin offen für Gespräche mit der Wirtschaftskammer Tirol
„Wir bedauern es sehr, dass hier eine städtebauliche Chance vertan wurde – die Schuld trifft allerdings die Wirtschaftskammer Tirol und nicht die Stadt Innsbruck“, zeigt sich der für Stadtplanung und Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Mag. Gerhard Fritz über die Reaktion der Wirtschaftskammer Tirol bezüglich des Neubaus in der Wilhelm-Greil-Straße verwundert:
„Die Kammer soll bitte bei der Wahrheit bleiben und nicht die Tatsachen verdrehen. Wir haben bereits in mehreren Verhandlungsrunden am runden Tisch diese Thematik intensiv diskutiert. Wirtschaftskammerpräsident Dr. Jürgen Bodenseer weiß, wie er mich oder Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer auch weiterhin jederzeit erreichen kann“, so Stadtrat Fritz. „Wir können uns neuerlich zusammenreden und die Dinge sachlich besprechen. Dann kann sich die Wirtschaftskammer die Kosten für teure und inhaltlich falsche Medieneinschaltungen sparen und das Geld lieber in die Baukultur investieren“, so Stadtrat Fritz.

Unter dem Motto „Die Wirtschaftskammer öffnet sich“ ist seitens der Kammer eine Passage von der Meinhardstraße in die Wilhelm-Greil-Straße geplant. „Die Wirtschaftskammer hatte zuerst ein Bauansuchen für vier Geschosse eingebracht. Dieses wurde auf Grundlage des zu der Zeit geltenden Bebauungsplans auch genehmigt“, erklärt Stadtrat Fritz. Den Planungsauftrag habe die Kammer direkt, also ohne Wettbewerb vergeben.

„Die Wirtschaftskammer vergisst in ihrer medial dargestellten Polemik aber, dass sie – während schon der Rohbau entstand – ein ‚Penthouse‘ als fünftes Geschoss nachträglich genehmigt haben wollte. Das erfordert in jedem Fall eine Änderung des Bebauungsplanes“, betont Stadtrat Fritz. „Erst danach regte der Innsbrucker Gestaltungsbeirat an, statt einem kleinen Zubau am Dach doch lieber gleich ein komplettes Vollgeschoss mit einheitlicher Fassade zu planen. Damit wäre nicht nur mehr Nutzfläche entstanden, sondern hätte die Öffnung zur Innenstadt wunderbar betont werden können.“

Mehrwert für die Stadtgesellschaft gefordert
Als Gegenleistung für diesen Vorteil, höher als im gesamten Umfeld genehmigt bauen zu dürfen, sollte durch Eintragung einer Dienstbarkeit im Grundbuch der Öffentlichkeit der Durchgang durch diese neu entstehende Innenstadtpassage zugesichert werden. „Auch abends und am Samstag zumindest zu den Öffnungszeiten des Innenstadthandels und nicht nur zu den Sperrzeiten der Kammerbürokratie“, ergänzt Fritz. „Im Austausch für eine höhere Verwertung des Grundstückes haben wir, wie von jedem anderen Bauherrn und von jedem privaten Investor auch, einen Mehrwert für die BürgerInnen und die Stadtgemeinschaft gefordert.“
Tatsächlich habe Wirtschaftskammerpräsident Bodenseer über dieses eingetragene Recht der Öffentlichkeit nicht einmal reden wollen, so Fritz weiter: „Deshalb ist aus einem markanten Tor-Gebäude nichts geworden und eine städtebauliche Chance vertan. Aber nicht durch die Stadt bzw. den Gemeinderat, sondern durch die Engstirnigkeit und Kleingeistigkeit der Kammerverantwortlichen.“

Weiterhin Gesprächs- und Handlungsbereitschaft seitens der Stadt
Heute beschließt der Gemeinderat die Auflage eines neuen Bebauungsplan-Entwurfes für das Gebäude am neuen Eingang der Wirtschaftskammer Tirol in der Wilhelm-Greil-Straße. Auf einstimmiger Empfehlung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wohnbau und Projekte mit vier Geschossen anstatt mit fünf, wie in einem ersten Entwurf vorgesehen war.
Die Tür sei aber noch nicht zu, signalisiert der Planungsstadtrat weiterhin Gesprächs- und Handlungsbereitschaft. „Während der Auflagefrist des Bebauungsplanes, und wenn es sein muss auch danach, ändern wir gerne den Plan und lassen den ‚Turm‘ fertig bauen – sofern die Wirtschaftskammer vom hohen Ross steigt und für ihren Vorteil, höher bauen zu dürfen, der Stadtgesellschaft auch etwas zurückgibt“, schließt Stadtrat Fritz.
27. Februar 2014