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Gedenktafel am Adolf-Pichler-Platz bewahrt die Erinnerung

Eine Initiative des Innsbrucker Verschönerungsvereins.
Eine Säule aus Höttinger Breccie mit Gedenktafel erinnert ab sofort an die Vergangenheit des heutigen Adolf-Pichler-Platzes: Hinter der Spitalskirche und dem Stadtspital hat sich ab 1509 der alte Innsbrucker Stadtfriedhof befunden, der bereits 1869 aufgelöst, jedoch im Zuge von Grabungen im Jahr 2000 wieder entdeckt wurde. Am 3. Dezember wurde die Gedenksäule von Kulturstadträtin Dr. Patrizia Moser und Hermann Hell, dem Obmann des Innsbrucker Verschönerungsvereins, feierlich enthüllt.

„Damit bewahren wir das Gedenken an jene, die vor uns hier gelebt haben, und wir zeigen Respekt und Wertschätzung“, so die Kulturstadträtin in ihrer Ansprache. Anschließend nahm Propst Dr. Florian Huber die Segnung vor. An der Feierstunde, die von der Bläsergruppe der Musikkapelle Mariahilf-St. Nikolaus musikalisch umrahmt wurde, nahmen Vizebürgermeister Franz Xaver Gruber, die Gemeinderätinnen Mag. Gerti Mayr und Herlinde Keuschnigg-Ladurner sowie zahlreiche Interessierte teil.

Die Gedenksäule wurde auf Initiative des Verschönerungsvereins nach Plänen von Architekt DI Manfred Gsottbauer von Mag. Peter Kuttler aus Höttinger Breccie angefertigt, die Tafel wurde von der Firma Grassmayr gegossen. Die Stadt Innsbruck beteiligte sich mit 1.000 Euro an den Gesamtkosten von 4.500 Euro für die Errichtung der Gedenksäule.

Die Grabungen
Bei den Aushubarbeiten für den Rathaus-Neubau im Jahr 2000 wurde auf den pietätvollen und wissenschaftlich korrekten Umgang mit zutage getretenen Gebeinen bzw. Skeletten aus dem ehemaligen Innsbrucker Stadtfriedhof geachtet. Die Grabungsarbeiten wurden unter der Aufsicht des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Innsbruck (Dr. Alexander Zanesco) und des Instituts für Anatomie und Histologie (Ass.-Prof. Dr. Karl Heinz Künzel) durchgeführt. Die Skelettfunde gaben interessante Einblicke in frühere Epochen – u.a. Aufschlüsse über die Lebensweise und die Krankheiten der Menschen von damals. Eine Überraschung bedeuteten die prähistorischen Funde aus dem 3. bis 1. Jahrhundert vor Christus: Die Keramikscherben lassen darauf schließen, dass es auch im Innsbrucker Becken Siedlungen gegeben haben könnte.

Die Inschrift der Gedenktafel
„Dieser Platz entstand auf dem Areal des alten Innsbrucker Friedhofs, der 1509 hinter der Spitalskirche und dem Stadtspital angelegt und seit 1576 mehrmals erweitert wurde. Nachdem das Wachstum der Stadt 1856 die Anlage eines neuen Friedhofs notwendig gemacht hatte, kam es 1869 zur Auflösung des alten Gottesackers und zum Abbruch der Arkaden samt spätgotischer Kapelle. Der auf dem Gelände entstandene Platz erhielt 1909 ein Denkmal des Dichters und Geologen Adolf Pichler und 1930 dessen Namen. Im Zuge der Neugestaltung wurden im Jahre 2000 die Gräber vieler Generationen Innsbrucker Familien freigelegt. Ihre Gebeine wurden am städtischen Ostfriedhof in Pradl würdevoll bestattet. – Wir alle sind sterblich und hoffen, dass der Tod nur ein Durchgang zum Licht ist.“
03. Dezember 2010