Logo Innsbruck informiert

Galerie im Andechshof: Frauenrealitäten in Wort und Bild

Ausstellungseröffnung der Künstlerin Birgit Kopp
Birgit Kopp verweist in ihren Arbeiten auf die kontroverse Rolle der Frau in unserer heutigen Gesellschaft und die daraus resultierenden Schwierigkeiten. Am Abend des 3. August wurde in der städtischen Galerie im Andechshof eine Werkschau der Künstlerin eröffnet.

Unter dem Motto „Gratwandlungen“ gibt die Künstlerin in der Ausstellung ein persönliches Statement zu ihrer eigenen Biographie, die geprägt ist von dem Spannungsfeld zwischen Widersprüchen und dem Wunsch, Gegensätze zu verbinden.

Diese Gegensätzlichkeit wird in Birgit Kopps Arbeit zum gestalterischen Prinzip. Basis ihrer Ausdrucksform sind die im ländlichen Raum immer noch häufig anzutreffenden bestickten Stoffbilder, welche dazu dien(t)en Sinnhaftes, Moralisches oder Humorvolles zu vermitteln aber auch um gesellschaftliche Normen an den Mann und vor allem an die Frau zu bringen.

Kopp transformiert diese Stickereien in eine zeitgemäße Form, um Realitäten und die daraus resultierenden Reflexionen den romantisch verfärbten oder nicht mehr gültigen Lebensweisheiten entgegenzustellen. Die „Stoffbilder“ mit markanten Schriftzügen, sowohl optisch als auch inhaltlich in starkem Kontrast zum traditionellen Hintergrund, verdeutlichen die schwierige Vereinbarkeit von traditionellem Rollenverhalten und modernen Erwartungen und Sehnsüchten von Frauen. Spitze dient dabei als Symbol für die typischen Frauenarbeiten wie Häkeln, Klöppeln oder Sticken, meist unbezahlt, seit Jahrtausenden und in allen Kulturen zu finden. Sie sind Teil aller Frauenrealitäten, der Sklavin wie der Fürstin, der Nonne wie der Fabrikarbeiterin und somit Symbol für Frauen-Vernetzung, -Gemeinschaften und -Solidarität.

Zur Vernissage am 3. August konnte Kulturamtsleiter und Galerieleiter Horst Burmann auch Kulturausschussobfrau GRin Mag.a Gerti Mayr sowie GRin Mag.a Uschi Schwarzl und GR Franz Hitzl begrüßen.

Zur Person
Birgit Kopp wurde 1961 in Innsbruck geboren und absolvierte 1996 ihr Studium der Architektur. Seither beschäftigt sie sich überwiegend mit Design und betreibt seit 2006 das Crossover Design-Geschäft „Blickfang“ in der Riesengasse/Altstadt. Die dort zum Verkauf stehenden Accessoires, Wohnobjekte und Bekleidungsartikel der Künstlerin und KünstlerkollegInnen sind Ausdruck einer harmonischen Symbiose von Kunst und Design.
04. August 2011