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Herwig Kaltenhauser, Mitarbeiter im Fundamt, hat den Überblick über die Dinge, die abgegeben werden.
Herwig Kaltenhauser, Mitarbeiter im Fundamt, hat den Überblick über die Dinge, die abgegeben werden.

Verloren, gefunden: 146 Quadratmeter voller Überraschungen

Das Innsbrucker Fundamt ist Endstation für tausende verloren geglaubte Dinge.

Vom Autoreifen über Teile eines Gebisses bis hin zum Rollator – das Innsbrucker Fundamt ist Endstation für die unterschiedlichsten verlorengeglaubten Gegenstände. Nur die Hälfte der Dinge wird wieder abgeholt.

Oftmals finden Fundstücke aber auch wie von selbst zurück zu ihren BesitzerInnen. Dafür sorgen die MitarbeiterInnen des Fundbüros: Ein grauer Rucksack liegt auf dem Schreibtisch im Fundamt in der Fallmerayerstraße. Gerade eben hat die engagierte Mitarbeiterin mit dem Besitzer telefoniert. Ausfindig gemacht hatte sie ihn über gekonnte Recherche. Unterlagen, die sich im Rucksack befanden, gaben den entscheidenden Hinweis. Abgegeben wurde das Gepäckstück von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) – der Besitzer hatte ihn in einem Zug vergessen. Nun kann er durchatmen, der Rucksack ist samt Inhalt zu ihm nach Niederösterreich unterwegs.

Das Fundamt wurde 2003 bei der Stadt Innsbruck angesiedelt. Warum dies eine richtige Entscheidung war, erklärt Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer: „Beinahe jeden Tag werden Dinge gefunden und verloren, das Innsbrucker Fundamt stellt eine zentrale Anlaufstelle dar. Dass die Innsbruckerinnen und Innsbrucker ehrliche Finderinnen und Finder sind, zeigt sich daran, dass im vergangenen Jahr beinahe 7.000 Fundstücke abgegebenen wurden.“

Dass Fundstücke von den ÖBB geliefert werden, ist ebenso wenig ungewöhnlich wie die Tatsache, dass die BesitzerInnen gar nicht aus der Tiroler Landeshauptstadt kommen: „Seit Mitte 2014 ist das Innsbrucker Fundamt auch für ÖBB-Fundstücke zuständig“, erklärt Referatsleiterin Sabine Kröß-Tunner. „Innsbruck ist für Fundstücke ein Endbahnhof. Alles was beispielsweise in den Zügen von Wien Richtung Innsbruck verloren oder vergessen und nicht nach wenigen Tagen am Bahnhof abgeholt wird, kommt zu uns.“

Aufgrund der steigenden Zahlen an Fundstücken musste bereits ein zusätzlicher Lagerraum angemietet werden. „Langsam wird es eng“, so Kröß-Tunner: „Durch den jährlichen Freihandverkauf schaffen wir immer wieder Platz im Fundbüro.“

Rollstuhl, Rollator & viel Freude

Während die Entgegennahme von Schlüsseln oder Kleidungsstücken im Fundbüro auf der Tagesordnung stehen, werden auch ab und an wahre Kuriositäten abgegeben: „Gebissteile sind zum Beispiel immer wieder dabei. Wir haben aber auch einen Rollstuhl und einen Rollator hier“, weiß Herwig Kaltenhauser, Mitarbeiter im Fundamt. Gerne erinnert er sich auch an die meist große Freude bei den Personen, die etwas wiederbekommen haben: „Erst kürzlich haben wir einem deutschen Herrn, der zu Besuch in Innsbruck war und seine Geldtasche verloren hatte, diese nachgeschickt. Als Dank dafür bekamen wir eine äußerst freundliche Dankeskarte.“

Wiederfinden rund um die Uhr

VerlustträgerInnen steht zu jeder Tageszeit das Onlineportal fundamt.gv.at zur Verfügung. Dort können alle abgegebenen Fundgegenstände eingesehen und gleichzeitig Verlustmeldungen gemacht werden. Außerdem können Verluste rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0900/600200 (gebührenpflichtig) gemeldet werden. (DH)