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Eine persönliche Schutzausrüstung, von den Schuhen über den Einsatzanzug bis zum Helm, hat jedes Feuerwehrmitglied.
Eine persönliche Schutzausrüstung, von den Schuhen über den Einsatzanzug bis zum Helm, hat jedes Feuerwehrmitglied.

„Der Feuerwehrheld überlebt nur in Hollywood“

Innsbrucks Feuerwehren sind Tag für Tag zum Schutz der BürgerInnen im Einsatz. Damit dieser gewährleistet ist, müssen die Einsatzkräfte aber vor allem auf die eigene Sicherheit achten.

Unfälle, Brände, Einsätze in Tunnels, aber auch Tierrettungen und sonstige Hilfsdienste gehören zum täglichen Geschäft eines Feuerwehrmitglieds. Die Berufsfeuerwehr Innsbruck (BFI) und die zehn Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt stehen stets für die Sicherheit der InnsbruckerInnen bereit. Im Ernstfall müssen sie sich in erster Linie selbst schützen, um das Risiko für andere zu minimieren. „Ausbildung, Ausrüstung und Erfahrung sollen dazu führen, dass das Risiko für die Einzelne bzw. den Einzelnen auf ein vertretbares Restrisiko minimiert wird“, fassen Branddirektor Mag. (FH) Helmut Hager und sein Stellvertreter DI Martin Gegenhuber, MBA, zusammen. Der für das Feuerwehrwesen zuständige Vizebürgermeister Christoph Kaufmann fügt hinzu: „Natürlich sind die Feuerwehrfrauen und -männer durch ihren Beruf bereit, ein höheres Risiko einzugehen. Deshalb benötigt es Training und sie müssen ihre Grenzen genau kennen. Es ist wichtig, dass alle über eine gute, moderne Ausrüstung verfügen und alle Einsatzkräfte
stets gut geschult sind.“ 

Schutz der ganzen Mannschaft

Die BFI-Mitglieder absolvieren eine sechsmonatige Grundausbildung, die geprägt ist von Unfallverhütung, Vorschriften und der richtigen Handhabung der Geräte. Auch das richtige Verhalten im Notfall sowie das Erlernen von Löschtechniken sind wesentliche Punkte. „Ziel muss immer der Selbstschutz sein. Es ist wichtig für jede und jeden, dass die eigenen Grenzen und die der Ausrüstung gut eingeschätzt werden. Heldentum à la Hollywood ist nicht angebracht, vielmehr kompetente, zeitgemäße Arbeits- und
Vorgehensweisen“, betont Gegenhuber, der auf die dringende Notwendigkeit der Gefahreneinschätzung hinweist. „Junge, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nie alleine. Das Feuerwehrwesen ist ein Teamgeschäft. Die Aufgabe der Führungskräfte ist es, auf den Schutz der Mannschaft zu achten.“ Neben der fundierten Grundausbildung sind auch Weiterbildungen wichtig, damit die Einsatzkräfte auf Gefahrensituationen vorbereitet sind. 

Vorbereitung durch Weiterbildung

Durchschnittlich verbringt ein Mitglied der BFI rund 100 Stunden pro Jahr in Schulungen bzw. Kursen. Nicht eingerechnet sind dabei funktionsbedingte Spezialausbildungen. Die sechs Berufsfeuerwehren in Österreich, darunter auch jene in Innsbruck, bilden an ihren jeweiligen Standorten den Nachwuchs selber aus. Die Offiziersausbildung wird in Wien, Linz oder Graz absolviert. Mit der Landesfeuerwehrschule für die Freiwilligen Feuerwehren Tirols hat die BFI eine qualitative Kooperation, wie Gegenhuber betont: „Dort gibt es auch eine sehr gute Möglichkeit der Basisausbildung für den Branddienst. Praktische Übungen sind neben den Einsätzen entscheidend für das Sammeln von Erfahrung.“ Trainingszentren für weiterführende Ausbildungen befinden sich beispielsweise in Schwechat und in der Schweiz. Letzteres wird insbesondere für Weiterbildungen in der Tunnelbrandbekämpfung besucht.

„Damit sich die Innsbruckerinnen und Innsbrucker sicher fühlen können, müssen die Feuerwehrleute in erster Linie auf ihren eigenen Schutz achten. Sie leisten tolle Arbeit und tragen wesentlich zur Sicherheit der Stadt bei.“

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann

Persönliche Schutzausrüstung

„Die notwendigen Investitionen in Ausbildung und Ausrüstung sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen“, erläutern Vizebürgermeister und Gegenhuber unisono. Die Bekleidung und Ausrüstung wird durch die Einsätze mitunter massiv beansprucht, daher tauscht die Berufsfeuerwehr, je nach Abnutzung, die Bekleidung auch laufend aus. Die persönliche Ausrüstung beginnt bei den Schuhen und dem Einsatzanzug, der aus einer Schutzhose und einer Schutzjacke besteht. Außerdem zählen ein Helm und Handschuhe zum Standard-Equipment einer/s jeden. 

Feuerwehrwesen ist Teamarbeit

Für die eigene Sicherheit, aber auch damitin weiterer Folge die Sicherheit der InnsbruckerInnen gewahrt bleibt, macht Gegenhuber einmal mehr klar: „Es wird keiner allein gelassen. Wenn eine/r von der Mannschaft, beispielsweise im Brandeinsatz, zurückgehen muss, dann geht das gesamte Team, in dem Fall der gesamte Trupp. Besonders bei langen Einsätzen ist es wichtig, die Einsatzkräfte regelmäßig auszutauschen, um Gefährdungen durch Übermüdung und Überanstrengung möglichst auszuschließen.“ Daher kann man den Aspekt der Sicherheit nicht auf eine einzelne Person reduzieren. Das Feuerwehrwesen ist ein Vertrauensgeschäft, bei dem der Teamgeist eine große Rolle spielt. 

5.500 Einsätze pro Jahr

Unfälle können dennoch passieren: „Diese Zahlen sind aber glücklicherweise sehr gering. Es gibt sie, aber es sind nur sehr selten schwere Unfälle dabei“, erläutert der Branddirektor-Stellvertreter. Pro Jahr meistern die Männer und Frauen, auch immer wieder in Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren, rund 5.500 Einsätze. 22 BFI-Mitglieder plus einem Offizier sind im Standarddienst – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. (SAKU)