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„Erinnerungskulturen“

Projekt schafft Bewusstsein für die Geschichte der Migration in Tirol
) Bewusstsein für Geschichte(n) der Zuwanderung in Tirol zu schaffen, ist das Ziel des Projektes „Erinnerungskulturen“, das in diesem Jahr in Innsbruck und Tirol durchgeführt wird. Für die Projektleitung ist das Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) verantwortlich, KooperationspartnerInnen sind das Land Tirol, die Stadt Innsbruck, das Tiroler Bildungsforum und das Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck.

„MigrantInnen haben auch in der Geschichte Tirols Spuren hinterlassen, und diese Spuren möchten wir sichtbar machen“, betonten Landesrätin Dr.in Christine Baur und der für Integration zuständige Innsbrucker Stadtrat Mag. Gerhard Fritz im Rahmen eines Pressegesprächs am 09. Mai unisono.

Schwerpunkt des Projektes ist die Arbeitsmigration, die in Tirol vermehrt ab den 1960ern einsetzte. Heuer vor 50 Jahren unterzeichneten Österreich und die Türkei ein Abkommen zur Anwerbung von Arbeitskräften. Dieses Jubiläum ist Anlass, einen Blick zurück zu werfen. „Viele der damaligen EinwanderInnen sind geblieben und haben die Gesellschaft seither entscheidend mitgeprägt“, so der Leiter des ZeMit, Dr. Gerhard Hetfleisch. Die Erinnerungen an diese Zeit und die Erfahrungen von ZeitzeugInnen wurden bisher allerdings kaum als Teil der Geschichten der Städte und Gemeinden wahrgenommen. Das will das Projekt „Erinnerungskulturen“ ändern, indem Erinnerungen an diese Zeit gesammelt und zugänglich gemacht werden.

Um die Geschichte(n) der Zuwanderung erlebbar zu machen, wurden Innsbruck, Jenbach und Fulpmes ausgewählt. In diesen drei Pilotgemeinden bietet sich die Möglichkeit, über die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes interkulturelle Dialoge zu führen. Geschichten der Migration sind bisher verborgen und wenig bekannt. Persönliche Erinnerungen und Erlebnisse von ZeitzeugInnen sind genauso wichtig, wie ein Blick in die Archive und Chroniken der Gemeinden und Vereine. Geplant sind „Erinnerungswerkstätten“, bei denen ZeitzeugInnen, Mitglieder von Vereinen und Beratungsinstitutionen, OrtschronistInnen sowie Gemeindebedienstete zu Wort kommen. Persönliche Erzählungen aus unterschiedlichen Perspektiven sollen ein neues Licht auf die vielfältigen Entwicklungen in den Gemeinden werfen. Dabei wird den Fragen nachgegangen, wie Migration von unterschiedlichen sozialen Gruppen erinnert wird, welche Stimmen in der Öffentlichkeit Gehör finden und wie Migration als Teil der Ortsgeschichte wahrgenommen wird.

Die Erinnerungen und Erzählungen vor Ort werden vom Projektteam dokumentiert und dann in Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel ist, dass die Ergebnisse aus den Dialogen eine nachhaltige Basis für den weiteren interkulturellen Dialog schaffen und Eingang in die Dokumentationen der OrtschronistInnen finden. So werden die Projektergebnisse unter anderem in einer Studie und in der Zeitschrift „Tiroler Chronist“ veröffentlicht. Zudem wird auch die jährliche Integrationsenquete des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck im Herbst „Migrationsgeschichte“ zum Thema machen.

Neben dem Europäischen Integrationsfonds, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck fördert auch der Österreichische Städtebund/ Landesgruppe Tirol das Projekt. Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer begründete dies als deren Vorsitzende wie folgt: „Die Geschichte(n) der Migration sind nicht nur für Innsbruck wichtig und es ist sehr begrüßenswert, dass hier gemeindeüberbergreifend ein Bewusstsein für dieses Thema geschaffen wird.“

09. Mai 2014