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Equal Pay Day: Ab sofort arbeiten Frauen gratis

Der Equal Pay Day ist heuer am 4. Oktober.
Wenn es um Einkommensdifferenzen zwischen Männern und Frauen geht, nimmt Österreich keine Vorreiterrolle ein – im Gegenteil: Im Global „Gender Gap Report 2010“ des World Economic Forums landet Österreich bei der „ökonomischen Partizipation“ auf Platz 92 (von 134 Ländern), hinter Bolivien, Ecuador oder Sri Lanka. Diese Einkommensdifferenzen aufzubrechen, ist Ziel des internationalen Equal Pay Day, der heuer auf den 4. Oktober fällt. Wie aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria zu ersehen ist, verdienen Frauen durchschnittlich 24,3 % weniger als Männer (bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung und Vergleich des Brutto-Jahreseinkommens). Umgelegt auf die Kalendertage heißt das, dass Frauen ab dem 4. Oktober statistisch gesehen gratis arbeiten.

„Ökonomische und partizipatorische Gleichstellung sind Grundforderungen, die in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein sollten“, so Frauenstadträtin Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser: „Der Equal Pay Day soll nicht nur die Einkommensunterschiede sehr deutlich aufzeigen, sondern die Verantwortlichen auch zum Umdenken anregen. Und auch wenn die Frauen ab sofort statistisch gesehen ohne Lohn arbeiten, werden sie aber dennoch verlässlich weiterarbeiten!“

Auch „frau“ trägt Krawatte
Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes, der sich österreichweit für die Anliegen von Frauen einsetzt, widmet sich heuer anlässlich des Equal Pay Days mit der Aktion „Auch frau trägt Krawatte“ dem geringen Frauenanteil in den Führungsetagen heimischer Unternehmen. Mit 10,3 % Anteil in Aufsichtsräten und 4,4 % in den Vorständen sind die Aufstiegschancen für Frauen in Österreich nach wie vor schlecht. Es hilft auch nichts, dass Frauen in den letzten Jahren massiv in der Bildung aufgeholt haben: Immerhin sind 58 % der MaturantInnen weiblich und bei den Universitäten machen Frauen mittlerweile 55,6 % der AbsolventInnen aus.

Um männliche Karriereverläufe zu hinterfragen, sie auch ein wenig zu karikieren, trägt auch frau heuer zum Equal Pay Day Krawatte. In allen größeren Städten, darunter auch Innsbruck, werden Papierkrawatten von den lokalen Frauenbüros am Equal Pay Day verteilt. Die humorvolle Aktion der Frauenbeauftragten der Städte hat jedoch einen ernsten Hintergrund: Sie soll die Forderung des Frauenausschusses nach 40 %-Frauenquoten für die Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten österreichischer Kapitalgesellschaften untermauern.

Die Innsbrucker Stadtregierung geht hinsichtlich des Frauenanteils mit gutem Beispiel voran: Von den sieben Mitgliedern des Stadtsenates sind vier Frauen, und der Innsbrucker Gemeinderat verzeichnet eine Frauenquote von 37,5 %.

Weitere Informationen:
Referat Frauenförderung, Familien und Senioren
Mag.a Uschi Klee
Tel. 5360-4202
post.frau.familie.senioren@innsbruck.gv.at
04. Oktober 2011