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Entwicklungen im Wohnbereich

Steigende Zahlen bei WohnungswerberInnen in Innsbruck
Dem Thema Wohnen kommt insbesondere im Großraum Innsbruck eine immer größere Bedeutung zu. Steigende Mietpreise am privaten Markt erhöhen den Druck auf die Stadt Innsbruck, leistbares Wohnen für die BürgerInnen zu ermöglichen.

Der zuständige Vizebürgermeister Christoph Kaufmann informierte im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam mit Ing. Ronald Depaoli (Amtsvorstand Wohnungsservice) und Christian Zabernig (Referat Wohnungsvergabe) über die Jahresstatistik 2012 des Referates Wohnungsvergabe. Dabei wurden die Entwicklungen in Bezug auf den Stand der Wohnungssuchenden in Innsbruck sowie Fakten zu anstehenden Übergaben von Neubauprojekten thematisiert.

„Es ist stets eine große Herausforderung für die Stadt Innsbruck einen Ausgleich zwischen den gegensätzlichen Interessen zu schaffen“, lobte Vizebürgermeister Kaufmann die Arbeit des Amtes Wohnungsservice: „Es ist ein verhältnismäßig kleines Amt mit einem großen Aufgabenbereich.“

Bilanz Referat Wohnungsvergabe 2012
Im Jahr 2012 gab es in Innsbruck erneut einen Anstieg bei Neuanmeldungen für Wohnungs-, Garconnieren- und Eigentumsanträge. „Jedoch keinen signifikanten“, wie Kaufmann betonte. Gesamt stehen über 16.000 Wohnungen im Eigentum der Stadt Innsbruck. 2012 bearbeitete des Amt für Wohnungsservice 2.216 Mietwohnungsanträge und 909 Eigentumsanträge. 902 Mietverträge konnten abgeschlossen werden. 588 Ablagen waren zu verzeichnen – in diesen Fällen wurde entweder selbst auf eine städtische Wohnung verzichtet oder den Vergabekriterien nicht (mehr) entsprochen. „Derzeit haben wir etwa 2.400 Wohnungswerberinnen und -werber auf der Liste“, so Christian Zabernig.

Auch im Bereich der Delogierungen konnte Positives berichtet werden: „Unsere Rettungsschirme greifen und verhelfen zu sozialer Sicherheit“, so der Vizebürgermeister: „Mehr als 200 Delogierungen wurden beantragt, jedoch nur 26 im Jahr 2012 tatsächlich durchgeführt. Das entspricht gemessen an der Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Wohnungen etwa 1,6 Promille.“

Insgesamt 20.845 Beratungskontakte sowie 28 Überprüfungen in Sachen Mietrechtsangelegenheiten stehen für die Pflege der intensiven Beziehung zu den WohnungswerberInnen im städtischen Referat Wohnungsvergabe. „Zudem ist auch jede Änderungen in der Wohnbauförderung für die Vergabe von Vorteil“, begrüßte Kaufmann einmal mehr die Änderung der Wohnbauförderungsrichtlinien des Landes, die seit Oktober in Kraft sind.

Rückschau: August 2000 bis August 2013
Die Ursachen für den starken Anstieg an WohnungswerberInnen bis Februar 2007 liegen einerseits in der verbesserten Zugangsmöglichkeit durch die Änderung der Vergaberichtlinien 2003 und 2008, andererseits auch in der Anhebung der Einkommensgrenzen nach der Umstellung der Wohnbauförderungsrichtlinien im Jahr 2003.

„Hieran sieht man deutlich, wie wichtig eine sinnvolle Reform der Wohnungsvergaberichtlinien ist“, sprach Vizebürgermeister Kaufmann auch den mit allen beteiligten Ämtern ausgearbeiteten Vorschlag der Vergaberichtlinien an: „Es ist unsere oberste Maxime und unser Ziel, leistbaren Wohnraum zu bieten.“ Eine überladene Vormerkliste führe zu langen Wartezeiten, hakte auch Ing. Depaoli ein: „Um in einem angemessenen Zeitraum Wohnungen vergeben zu können, braucht es straffere Richtlinien.“

Positive Auswirkungen zeigten die Wohnungsvergaben am „Tivoli-Areal“ 2007/08 und dem Projekt „Lohbach II“ im Jahr 2008. Die Änderung der Richtlinien im Oktober 2008 brachte vorerst keine nachhaltige Erhöhung der Vormerkzahlen. Diese konnte durch die Vergabe des Projektes „Loden-Areal“ großteils abgefangen werden. Die Talbildung in der Statistik ist bedingt durch die Vergabe des Projektes „O3“. Der Anstieg ab Anfang 2011 ergibt sich einerseits aus den stärker gestiegenen Neuaufnahmen, andererseits durch Rückgang der Neubautätigkeit sowie der geringsten Zahl an Nachbesiedelungen seit 1997.

Aktuelle Neubauprojekte
Aktuell läuft die Vergabe von insgesamt 194 neuen Mietwohnungen. Die zwei Bauprojekte in der Sebastian-Scheel-Straße 2 bis 12 (122 Wohnungen) und Premstraße III (72 Wohnungen) können 2014 bezogen werden.

„Vor allem dem steigenden Bedarf an Single-Wohnungen versuchen wir gerecht zu werden, in dem wir bei der Neuerrichtung von Wohnraum besonders auf diese Entwicklung in der Gesellschaft Rücksicht nehmen“, berichtete Vizebürgermeister Kaufmann.

Hintergrund: Aufgaben des Referates Wohnungsvergabe
Das Referat für Wohnungsvergabe bietet Serviceleistungen bezüglich der Vormerkung und Vergabe sowohl von geförderten Mietwohnungen als auch von Mietkauf- und Eigentumswohnungen. Basis für die Vergabe von städtischen Wohnungen ist das vom Innsbrucker Stadtsenat beschlossene Punktesystem. Diese Richtlinien sehen vor, dass sowohl bei Miet- als auch bei Eigentumswohnungen für bestimmte Wohn- und Familienverhältnisse Punkte vergeben werden. Daraus ergibt sich eine Reihung, wobei jene/r AntragstellerIn mit den meisten Punkten an erster Stelle steht und dadurch die nächste frei werdende Wohnung in der der Familiengröße entsprechenden Kategorie (1 bis 4 Zimmer-Wohnung) angeboten erhält.



31. Oktober 2013