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Eine „schwebende“ Stiege

Lebensqualität am Sonnenhang optimiert
Am Hang zwischen Anna-Stainer-Knittel-Weg und Speckweg wurde eine Stiegenanlage sowie ein weiterführender Gehsteig zur Sonnenstraße errichtet. Die Stiege ist ab sofort als kurze Fußwegverbindung offen. Gemeinsam mit DI Karl-Heinz Reckziegel (Amt Tiefbau, Referat Planung), Ing. Klaus Spiegl (Abteilungsleiter Strom Netz Service IKB) und Ing. Wolfgang Kerber (techn. Leiter Strom/Netz der IKB) machte sich Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider am 09. September vor Ort ein Bild von der „innovativen Stiege“.

„Mit der fertiggestellten Verbindung wurde ein lang geäußerter Wunsch aus der Höttinger Bevölkerung nun endlich erfüllt“, freut sich die Vizebürgermeisterin: „Damit rückt die Straßen- und Regionalbahn näher zu den Einwohnerinnen und Einwohnern des Gebietes Speckweg/Sonnenstraße. Auch wenn der Weg über 230 Stufen führt und damit von den Benutzerinnen und Benutzern eine gute körperliche Konstitution erfordert, schließt er dennoch eine Lücke im Fußwegenetz und dient damit der Nahversorgung.“

Lange Umwege gehören der Vergangenheit an
Von der Höttinger Sonnenstraße und vom Speckweg aus sind es nur knapp 120 m bis zur Höttinger Au. Der Höhenunterschied von rund 36 m und der unüberwindliche Steilhang haben jedoch bisher sehr lange Umwege erfordert. Die Stiegenverbindung verkürzt nun Umwege von rund 1.000 bzw. 1.300 m von der Kreuzung Speckweg/Sonnenstraße zum neuen Stadtteilzentrum „west“ in der Höttinger Au. Dieses bietet nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern beherbergt auch das Gymnasium „In der Au“. Daneben wurde kürzlich die neue Haltestelle für die Straßen- und Regionalbahn errichtet.

Eine Stiege, die sich optimal in ihr Umfeld einfügt
Im Zuge des Bauprojektes „Leben am Sonnenhang“ eines privaten Wohnbauträgers wurde der Stadt Innsbruck die unentgeltliche Dienstbarkeit des Gehweges für die Errichtung der Stiege eingeräumt. Sowohl für das Wohnprojekt als auch die Stiegenverbindung an einem bis dahin unberührten Steilhang waren naturschutzrechtliche Bewilligungen erforderlich. Um einen extensiven Bewuchs wieder aufkommen zu lassen, wurde aus naturpflegerischer Sicht ein gleichsam „schwebender“ Stiegenverlauf über dem Hang empfohlen.

Anstatt eine Treppenanlage in den Hang zu bauen, wurde daher eine brückenartige Stahlkonstruktion ausgeführt, welche nur an ihren Treppenpodesten punktförmig auf Fundamenten aufliegt. Die Stiegenanlage behindert den natürlichen Bewuchs des Hanges in minimalster Weise. Sie befindet sich im Luftraum rund 1,40 m und maximal 3,60 m über dem begrünten Hang. Am oberen Ende der Stiegenanlage entstand, rund um eine neu gepflanzte Blutbuche, eine Aussichtsplattform. Diese wird noch mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.

Anschließend an die Stiegenanlage wurde auf rund 120 m Länge ein Gehsteig bis zur Bushaltestelle Sonnenstraße gebaut. Wegen der scharfen Kurve an der Kreuzung Speckweg/Sonnenstraße wurden auf eine Länge von 33 m Betonleitwände zur Verkehrssicherheit aufgestellt. Diese sollen das Abkommen von Fahrzeugen von der Fahrbahn verhindern.

Eine intelligente Beleuchtung
Die Beleuchtung des neuen Fußweges erfolgt besonders sensibel und umweltfreundlich durch die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG. Die gewählten so genannten „Dark-Sky-Leuchten“ in LED-Technik vermeiden überflüssige Lichtemissionen. Durch die speziellen Lichtverteilungen der Leuchten werden ungewollte Lichtemissionen für AnwohnerInnen und nachtaktive Tiere (z. B.: Insekten) vermieden.

Die LED-Leuchten strahlen in variabler Intensität. Grundsätzlich leuchten sie die Stiege gleichmäßig aus und bilden dadurch ein geregeltes Lichtband. Wenn niemand die Treppe benutzt, wird die Helligkeit jedoch auf ein Minimum reduziert. Erst wenn mittels intelligenter Umgebungsmeldung Aktivität registriert wird, wird die Lichtanlage auf die maximale Helligkeit hochgeregelt. Auf diese Weise lassen sich bei gleich bleibender Sicherheit auf der Stiege Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent realisieren. „Die Benutzerinnen und Benutzer der Stiege gehen in der Dunkelheit wie auf einem Lichtteppich, der Schritt für Schritt die nahe Umgebung vollständig ausleuchtet“, erläuterten Ing. Klaus Spiegl und Ing. Wolfgang Kerber der IKB in Vertretung von DI Roland Tiwald, Leiter des Geschäftsbereiches Strom Netz, das innovative Funktionsprinzip dieser LED-Leuchten.

Technische Daten
Die Baukosten für die Stiege belaufen sich auf 340.000 Euro. Es wurden insgesamt 17 t Stahl verbaut, 286 lfm Erdanker gebohrt, 90 m² Gitterrost verlegt und 230 lfm Geländer montiert. Der Gehsteigabschnitt am Speckweg ist 120 m lang, 1,50 m breit und wurde behindertengerecht ausgeführt. Die Baukosten des Gehsteiges und der Leiteinrichtungen betragen rund 60.000 Euro.

Zu den Vorteilen der LED-Beleuchtung der Stiege zählen:
• hohe Energie- und Kosteneinsparung
• weniger Lichtverschmutzung
• längere Lebensdauer bei gleichbleibender Helligkeit
• geringerer Wartungsbedarf und Instandhaltungskosten
• kann gedimmt werden
• gerichtetes, d. h. leicht zu lenkendes Licht
• weißes Licht für gute Sichtbarkeit und Farbwiedergabe
• quecksilberfrei, ohne UV-Strahlung
09. September 2014