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Ein Name für das freie Theater Innsbrucks

Eine neue Fassadengestaltung.
Gemeinsam mit einem interaktiven Hörmuseum (Arbeitstitel „Audioversum“) der Firma MED-EL findet die freie Theaterszene Innsbrucks in der Wilhelm-Greil-Straße 23 ab Herbst 2012 ein neues Zuhause. Am 11. Oktober wurden der Name und das Siegerprojekt des künstlerischen Wettbewerbs für die gemeinsame Fassadengestaltung im Erdgeschoß- und Eingangsbereich von Theater und Museum vorgestellt.

Als „Freies Theater Innsbruck“ wird das Theaterprojekt künftig die heimische freie Theaterszene beherbergen. „Dieser Name beschreibt also das, was drin ist“, so Kulturstadträtin Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser im Rahmen der Präsentation.

Die Bezeichnung des Projekts wurde aus über 70 Vorschlägen, die bis zum Ende der Frist im Mai 2011 im städtischen Kulturamt eingegangen sind, gewählt. Mag. Stefan Raab vom „Theater praesent“, der als Vertreter der freien Theaterszene in den Entscheidungsprozess der Arbeitsgruppe involviert war, betonte die Offenheit, die durch den Namen transportiert wird: „Hier lässt sich viel hinein subsumieren, niemand soll ausgegrenzt werden.“

Berge und Wellen laden ein
Die Entwürfe zur Fassadengestaltung von vier Künstlerinnen und Künstler wurden am 21. Juni in Einzelpräsentationen einer hochkarätigen Jury, die sich neben Kulturstadträtin Moser aus Dr. Eckhard Schulz (MED-EL), Andreas Pronegg (Vertreter des freien Theaters), Prof. Martin Gostner (Bildende Kunst) und DI Christoph Neier (leitender Architekt) zusammensetzte, vorgestellt.

Der Entwurf der Innsbrucker Künstlerin Katharina Cibulka wurde einstimmig zum Siegerprojekt gekürt: „Der Architekt hat die Fassade durch das emaillierte Glas vereinheitlicht und beruhigt, daher habe ich mich für eine Schriftgestaltung entschieden, die diese Ruhe nicht wieder durcheinander bringt“, so die Künstlerin über ihr Projekt.

Die Neon-Schriftgestaltung am Vordach der Fassade beginnt mit der Bergkulisse der Südseite Innsbrucks, geht über in den Namen des Hörmuseums der Firma MED-EL und schließt mit Ausschlags-Wellen ab, ähnlich den Wellen eines Seismographen. Die besondere Leuchtkraft soll eine reduzierte, aber ansprechende Form schaffen.
Direkt unterhalb des Vordachs wird der Name des Theaters in das emaillierte Glas geätzt und von hinten beleuchtet.

Das Konzept soll elegant und nachhaltig sowohl Ort, Name als auch Funktion des Gebäudes miteinander verbinden. Für die Umsetzung des Entwurfs stehen einschließlich Honorar 14.500 Euro zur Verfügung. Katharina Cibulka , geb. 1975 in Innsbruck, ist bildende Künstlerin, Filmemacherin und Mitbegründerin der Frauenband „telenovela“. Sie lebt und arbeitet in Innsbruck.

Ein Ort für die heimische, professionelle Theaterszene
Auf die Einbeziehung der gesamten freien Theaterszene hat man bereits in der Anfangsphase des Projekts größten Wert gelegt: Im Frühjahr 2010 wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der freien Szene bestehend aus Stefan Raab („Theater praesent“), Fabian Kametz (freier Regisseur), Andreas Pronegg (Theaterperformance) und Robert Renk (Kulturveranstalter) eingerichtet.

Diese Arbeitsgruppe hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren unter der Projektleitung der Theaterwissenschafterin Dr. Daniela Weiss-Schletterer (Kulturamt) sowohl mit der Gründung eines Trägervereins beschäftigt, als auch mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur Organisationsstruktur. Im Vorstand des Trägervereins finden sich unter anderem Theaterschaffende der Vereine „Theater praesent“, „Staatstheater“ und „Theater Melone“.

Die Möglichkeit, das Theater zu bespielen, soll nicht nur professionellen Innsbrucker Theatervereinen, sondern auch freien Projekten und Gastspielen offen stehen. Mindestens ein Drittel der gesamten Jahresspielzeit stehe für diese freien Projekte zur Verfügung. „Wir wollten eine Struktur für die extravagante freie Szene schaffen, die sehr viel zu leisten im Stande ist“, so Daniela Weiss-Schletterer über die Kernpunkte des Nutzungskonzepts. Auch der Förderung des heimischen Theaternachwuchses und damit dem „Theater von morgen“ ist der Trägerverein in besonderem Maße verpflichtet und bietet bei der Realisierung von Projekten bei Bedarf künstlerische und/oder organisatorische Hilfestellungen an.

Ein Innovationsprojekt der besonderen Art
Kulturstadträtin Moser bedankte sich im Anschluss an die Präsentation sowohl bei der Künstlerin, als auch bei allen beteiligten ProjektpartnerInnen: „Es ist schön, dass hier eine so große Vertrauensbasis existiert. Besonders freut es mich, mit der Firma MED-EL ein international renommiertes Unternehmen an unserer Seite zu haben.“

Das Nutzungskonzept des Gesamtprojektes wurde bereits am 7. Juli präsentiert. Mit ca. 1400 m² wird die Firma MED-EL im Erdgeschoß und im ersten Stock Ausstellungsräume, einen Seminarraum bzw. Vortragssaal, ein Café sowie ein Büro erhalten. Der Zugang zum Theaterbereich im Untergeschoß des Hauses führt über einen gemeinsamen Foyerbereich. Der Theaterbereich umfasst ca. 650 m², in dem sich ein Aufführungs- sowie einen Probenraum befindet.

Die Baukosten belaufen sich auf ca. 3,2 Millionen Euro. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit des Kulturamts der Stadt Innsbruck mit der IIG (Innsbrucker Immobilien GmbH und Co KG).

Informationen zum Projekt
Kulturamt der Stadt Innsbruck
Herzog-Friedrich-Straße 21
6020 Innsbruck
Tel. 5360-1655
daniela.weiss-schletterer@magibk.at
11. Oktober 2011