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Ein Handbuch, das für pädagogische Qualität steht

Präsentation des "Qualitätshandbuches"
Klar definierte Qualitätsstandards tragen zur Orientierung und Professionalisierung der täglichen Arbeit in den Innsbrucker Kindergärten bei. Mit Hilfe eines neuen „Qualitätshandbuches“ werden die pädagogische Arbeit und die Vermittlung des elementaren Bildungsauftrages nun auf eine professionelle Grundlage gestellt. Am 16. Oktober präsentierte der für Bildung, Kindergärten und Schulen zuständige Stadtrat Ernst Pechlaner gemeinsam mit Amtsvorständin Mag.ª Brigitte Berchtold (Kinder- und Jugendbetreuung), Dr. Martina Zabernig (pädagogische Fachberatung), Direktorin Mag.ª Christa Meixner und Abteilungsvorständin Mag.ª Beate Klausner-Walter (beide Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik) das tirolweit erste pädagogische „Qualitätshandbuch“ im Innsbrucker Übungskindergarten.

Feierlich vorgestellt und an die städtischen Kindergärten übergeben wird das Handbuch heute um 18.00 Uhr in der BTV Filiale Stadtforum (Gilmstraße 1).

„Der wahre Schatz der Zukunft unserer Stadt sind die Begabungen und Talente unserer Kinder und Jugendlichen. Um diese zu fördern, hat die Stadt Innsbruck in den vergangenen Jahren viel getan“, so Stadtrat Pechlaner: „Das Betreuungsangebot für unsere Kinder wurde kontinuierlich ausgebaut: quantitativ und qualitativ.“ In Bezug auf das Qualitätshandbuch berichtete er, dass es das Ergebnis eines Prozesses sei, welcher auf dem Grundprinzip „Von der Basis für die Basis“ aufgebaut wurde: „Es ist aus der Praxis für die Praxis entwickelt. Alle Kolleginnen und Kollegen konnten ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Kompetenzen einfließen lassen und haben dadurch zum Entstehen des vorliegenden Handbuches beigetragen.“

Auch Amtsleiterin Berchtold freute sich besonders über die Tatsache, dass das Handbuch von den Teams, die das Projekt vor Ort in den Kindergärten umsetzen und leben, geschaffen wurde. Außerdem dankte sie all jenen, die bei der Erarbeitung dieses „gelungenen Qualitätshandbuches“ beteiligt waren.

„Das Qualitätshandbuch ist kein abgeschlossenes Projekt, es lebt durch eine ständige Erweiterung“, erklärte Martina Zabernig, die bei der Erarbeitung des Buches federführend war. Zudem zeigte sie sich erfreut, „dass es durch Einbindung und Wertschätzung der Basis nun gelungen ist, alle auf einen gemeinsamen Weg zu bringen.“

Direktorin Meixner bestätigte, dass eine ständige Weiterbildung der PädagogInnen von enormen Wert sei: „Wer in seiner Ausbildung stehen bleibt, bleibt auch mit der Qualität stehen.“ „Bereits in der Schule ist die Auseinandersetzung mit pädagogischen Grundsätzen wichtig“, fügte Abteilungsvorständin Klausner-Walter hinzu.

Was ist das „Qualitätshandbuch“
Ziel des Amtes für Kinder- und Jugendbetreuung ist es, pädagogische Qualität zu definieren und damit sichtbar zu machen. Dabei geht es sowohl um die Zufriedenheit der Kinder und Eltern als auch um jene der MitarbeiterInnen. Im Vordergrund stehen unter anderem Faktoren wie emotionale Sicherheit, Bildungsförderung oder die Zusammenarbeit mit Eltern. Diese und viele weitere Bereiche werden mit dem „Qualitätshandbuch“ aufgegriffen, welches somit als professionelle Grundlage in den städtischen Kindergärten für die pädagogische Arbeit und die Vermittlung des elementaren Bildungsauftrages gilt. Die inhaltliche Grundlage des „Qualitätshandbuches“ bildet der „BildungsRahmenPlan“.

Die Entstehungsgeschichte
Der Prozess, Qualitätsstandards zu definieren, begann bereits 2009 mit einer Gruppe von 15 KindergartenpädagogInnen der Stadt Innsbruck. Im letzten Kindergartenjahr wurden die so erarbeiteten Standards mit den PädagogInnen aller Kindergärten implementiert und in der Praxis erprobt bzw. umgesetzt. Es entstand ein qualitativ hochwertiges Konzept für die Betreuung von Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren. Mit dem entstandenen „Qualitätshandbuch“ wird eine profunde Grundlage für eine innovative Elementarpädagogik geliefert. Auch im Bereich des Schülerhorts ist ein solches „Qualitätshandbuch“ geplant.

Eine Broschüre für alle Interessierten
Neben dem „Qualitätshandbuch“ gibt es mit der Broschüre „Pädagogische Grundsätze“ eine grobe Zusammenfassung der Qualitätsstandards für Eltern, Erziehungsberechtigte und alle Interessierten. Darin werden Faktoren wie etwa das Bild vom Kind, die emotionale Sicherheit und die Selbstbildung kurz beschrieben. Die Broschüren liegen in den städtischen Kindergärten sowie im Amt für Kinder- und Jugendbetreuung im Rathaus auf.

Ein facettenreiches pädagogisches Angebot
Insgesamt orientiert sich das pädagogische Angebot der städtischen Kindergärten an den Interessen und den aktuellen Fragen der Kinder. Die PädagogInnen sind dabei BegleiterInnen kindlicher Strategien. Neben der gezielten Förderung der Grob- und Feinmotorik sowie der kognitiven Entwicklung ist auch Sprache ein zentrales Thema der Bildungsarbeit. Selbstverständlich wissen die PädagogInnen auch um die Bedeutung von Sport und Gesundheit für die Entwicklung der Kinder – das Angebot für Bewegung ist entsprechend groß. Eine ebenso große Rolle spielt auch die Naturwissenschaft, die sich den Kindern durch Beobachten, Staunen und im Spiel erschließt.

Netzwerkpartner für eine gemeinsam Professionalisierung
Die Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (einschließlich Hort- und Krippenpädagogik) bilden PädagogInnen, die den Anfang einer Bildungsbiographie eines Kindes maßgeblich mitgestalten, aus. Die Bundesbildungsanstalt für Kindergarten- und Hortpädagogik in der Haspingerstraße ist eine der drei Ausbildungsstätten für ElementarpädagogInnen in Tirol. Derzeit besuchen 258 SchülerInnen die Schule, 57 davon sind Studierende des Kollegs. Seit September 2013 verfügt die Ausbildungsstätte über ein neu renoviertes „Haus des Kindes“, welches die schuleignen Praxisstätten (Krippe, Kindergarten, Hort) beheimatet.

Die elementarpädagogischen Einrichtungen der Stadt Innsbruck stehen der Bundesbildungsanstalt im Professionalisierungsprozess als Netzwerkpartner zur Seite. Der gegenseitige Austausch zur Sicherung von pädagogischer Qualität leistet einen wesentlichen und wichtigen Beitrag zur Theorie-Praxisdiskussion der berufspraktischen Ausbildung.
16. Oktober 2013