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Ein Blick hinter die Kulissen des „Ziegelstadels“

VertreterInnen der Stadt besuchten die Justizanstalt
Zu einer ganz besonderen Besichtigungstour brachen am 5. Februar VertreterInnen der Stadt Innsbruck auf. Ziel von Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeister Christoph Kaufmann, Stadtrat Mag. Gerhard Fritz, Abteilungsleiter-Stellvertreter Mag. Ferdinand Neu (Personalwesen) und Abteilungsleiterin-Stellvertreterin Dipl.-Arch. Erika Schmeissner-Schmid (Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration) war die Justizanstalt Innsbruck.

Anstaltsleiter Oberrat Mag. Reinhard Potocnik und Chefinspektor Bruno Jäger führten die städtischen VertreterInnen durch die Haftanstalt. Auf dem Besichtigungsprogramm standen dabei Betriebsstätten wie die Tischlerei und die Schlosserei, der Sportplatz, der Jugendbetrieb, die Jugendabteilung (sowohl der Wohngruppenvollzug als auch der geschlossene Vollzug), das anstaltseigene Lebensmittelgeschäft, die Bücherei sowie die Besuchsräume. „Danke, dass Sie uns diesen interessanten wie informativen Rundgang ermöglichen“, freute sich Bürgermeisterin Oppitz-Plörer.

Dass zur anstaltseigenen Landwirtschaft etwa 16 Tiere der Rasse Tiroler Grauvieh zählen, die Justizanstalt Damwild hält und einmal im Jahr der Bischof die Anstalt besucht, waren nur einige Fakten, die Anstaltsleiter Potocnik seinen Gästen erzählte. Weiters berichtete er über die Freizeit- und Betreuungsmöglichkeiten der Inhaftierten. Diesen stehen etwa ein sozialer Dienst, ein psychologischer Dienst, ein ärztlicher Dienst mit Pflegedienst sowie eine seelsorgerische Betreuung zur Verfügung. Das Freizeitangebot setzt sich unter anderem aus Kraftsport, Radfahren, Tischtennis, Werken, Gruppenausgängen oder der Teilnahme an verschiedenen Gesprächsgruppen zusammen. „Gerade die Betätigung ist für die Insassen von enormer Bedeutung und so nehmen sie das Angebot auch gerne an“, fasste Potocnik zusammen.

Die Justizanstalt an der Völserstraße ist die größte Haftanstalt in Westösterreich: Derzeit beherbergt sie 533 InsassInnen (davon 27 im PK-Hall und 24 im elektronisch überwachten Hausarrest) und ist Arbeitsplatz von 173 MitarbeiterInnen.

Die Entwicklung der Justizanstalt
Im Jahre 1960 wurde mit dem Bau des Gefangenenhauses auf dem Areal der früheren Ziegelei Norer begonnen. Das Gebäude – bestehend aus einem Zellentrakt, einem Verwaltungstrakt und einem Wirtschaftstrakt – wurde im März 1967 fertiggestellt und im April des selben Jahres bezogen. 1968 wurde mit dem Bau eines eigenen Frauentraktes begonnen, welcher im Juli 1972 fertiggestellt und bezogen werden konnte. Von März 1999 bis September 2003 wurde die mittlerweile als Justizanstalt Innsbruck bezeichnete Anstalt einer Generalsanierung unterzogen. In den darauf folgenden Jahren wurden zwei Zubauten (vorwiegend für Wohngruppen) errichtet. Die Normalbelagsfähigkeit der Justizanstalt Innsbruck liegt damit derzeit bei 473 Personen.

Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
Die Innsbrucker Justizanstalt bietet Inhaftierten Ausbildungsmöglichkeiten in den Berufen Tischler, Schlosser, Kfz-Mechaniker, Maler, Wasserinstallateur, Konditor und Fleischer. Die Einrichtungen zur praktischen Ausbildung sind dabei größtenteils vorhanden, die Ausbildung erfolgt durch Justizwachebeamte mit Meisterprüfung bzw. Lehrausbildungsprüfung. Außerdem verfügt die Anstalt über eine eigene FreigängerInnenabteilung für InsassInnen, die an einem Kurs außerhalb teilnehmen oder einer Firma zur Arbeit beigestellt sind.
06. Februar 2014