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Ein amüsanter Streifzug durch Innsbrucks Geschichte

Buchvorstellung mit dem Titel "Innsbrucker Alltagsleben 1880-1930"
Der Plenarsaal im Innsbrucker Rathaus war am Abend des 6. Dezember bis auf den letzten Platz gefüllt, sogar Stehplätze gab es kaum noch. Grund dafür war eine Buchvorstellung der besonderen Art: Der Leiter des Stadtarchivs DDr. Lukas Morscher präsentierte sein neues Werk „Innsbrucker Alltagsleben 1880-1930“.

Was hat die Innsbruckerinnen und Innsbrucker des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts bewegt? Ob es nun tragische Begebenheiten wie ein Mord in Amras oder ein Selbstmord in der Kirche sind, skurrile Geschichten wie die Auflösung des Alkoholabstinenz-Vereins, ein Maiskolbendiebstahl in Hötting und ein Velocipedisten-Rennen oder schließlich Nachrichten von historischer Tragweite wie der Beginn und das Ende der beiden Weltkriege – Lukas Morscher hat alle Ereignisse, die den Alltag der Menschen beeinflusst haben, zusammengetragen und in einem amüsanten und informativen Lesebuch vereint.

Lesung durch Schauspieler Rudi Roubinek
Das Highlight des Abends war die Lesung von Rudi Roubinek, der als „Obersthofmeister Seyffenstein“ aus der beliebten TV-Comedy „Wir sind Kaiser“ zu nationaler Berühmtheit gelangt ist. Mit viel Humor und sprachlichem Einfühlungsvermögen trug er sowohl witzige, als auch besinnliche Buchausschnitte vor.

Akribische Recherchearbeit
Um die nötigen Informationen zusammenzutragen, hat der Autor in akribischer Detailarbeit, alle Ausgaben aus 50 Jahren „Innsbrucker Nachrichten“ gesichtet. „Bei rund 300 Ausgaben pro Jahr und 20 Seiten pro Ausgabe macht das in 50 Jahren 30.000 Seiten Info-Material, die sich Lukas Morscher alle durchgesehen hat“, beschreibt Mag. Roland Kubanda vom Stadtarchiv. Genauso sorgfältig ist Morscher bei der Auswahl der rund 200 Fotografien und Abbildungen verfahren, die teils noch nie veröffentlichte Ansichten vom Innsbruck vor 100 Jahren zeigen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist ein buntes Kaleidoskop an Zeitungsartikeln und Geschichten, die ein harmonisches Ganzes ergeben.

Mag. Georg Hasibeder vom Haymon-Verlag, in dem „Innsbrucker Alltagsleben 1880-1930“ erschienen ist, bezeichnete Morschers Buch als ein „Ticket für eine Zeitreise ins Innsbruck vor 100 Jahren, das ein facettenreiches Spiegelbild des damaligen Alltags abbildet.“ Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa, der die einleitenden Worte sprach, betonte vor allem den starken Gegenwartsbezug des Buchs: „Morschers Werk ist nicht nur eine geschichtliche Abhandlung, sondern es beschreibt das Leben in Innsbruck, wie die Menschen es um die Jahrhundertwende erlebt haben. Ich habe das Buch innerhalb eines Abends ausgelesen.“

Eine Bereicherung für das Stadtarchiv
Van Staa, der den Autor noch aus seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Innsbruck kennt, hob die großen Errungenschaften Morschers für das Stadtarchiv hervor: „Ich bin sehr froh, Lukas Morscher als Leiter des Stadtarchivs gewonnen zu haben. Er hat es zum Stadtmuseum ausgebaut, hat das Archivsystem auf einen modernen Stand gebracht und ein Team geformt, das sich durch große Liebe zur Wissenschaft und zur Stadt auszeichnet“, so der Landtagspräsident.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Autor persönlich bei allen, die am erfolgreichen Zustandekommen des Buchs und des Abends beteiligt waren und lies anklingen, dass er schon ein weiteres Projekt in Aussicht habe.
07. Dezember 2011