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Downhillroute am Paschberg

Stadtsenat fasste Grundsatzbeschluss
Der Trendsport Downhill sowie das Mountainbiken im Allgemeinen erleben in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung. Es wird im Wald jedoch oft auch abseits der dafür vorgegebenen Strecken gefahren, was nach den Bestimmungen des Forstgesetzes verboten ist. In jüngster Zeit kam es daher besonders am Paschberg, wo sich ein Großteil der Waldflächen in Privatbesitz befinden, zu erheblichen Nutzungskonflikten und Spannungen zwischen GrundbesitzerInnen, Erholungssuchenden und SportlerInnen. Zudem kommt es durch die starke Frequentierung zu nachhaltigen Waldschäden und starken Bodenerosionen.

Seitens des städtischen Forstamtes wird schon seit längerer Zeit an einem entsprechenden Modell zur Wahrung der Interessen der Waldwirtschaft und eines Angebots für eine geregelte und gesetzlich einwandfreie Ausübung des Downhill-Fahrens gearbeitet.

Der Stadtsenat fasste nun am 22. Juli einstimmig, auf Basis eines konkreten Projektvorschlages, den Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer offiziellen und legalen Downhillstrecke am Paschberg. Es ist die Errichtung einer ca. 1.800 Meter langen Downhillstrecke am Paschberg mit einer Befahrungsbreite von ca. einem bis maximal drei Metern geplant.

Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der betroffenen WaldeigentümerInnen unter Berücksichtigung vereinbarter Rahmenbedingungen. Innerhalb einer Arbeitsgruppe wurden so gemeinsam mit den betroffenen GrundbesitzerInnen ein Maßnahmenkatalog und konkrete Vereinbarungen erarbeitet. Zu diesen Bedingungen gehört die Klärung der Haftung und Entscheidungsfrage, Kontrolle der Routenbenützung, Aufrechterhaltung der Waldbewirtschaftung und des Jagdbetriebes sowie konfliktfreie Kreuzungsgestaltung zu den Forstwegen (etwa durch Unter- bzw. Überführungen).

„Unter Berücksichtigung dieser klaren Regelungen können auch wir dieser Lösung zustimmen“, so Franz Mayr (Ortsbauernobmann Amras), einer der betroffenen WaldeigentümerInnen: „Der Respekt vor dem Eigentum soll jedenfalls gewahrt bleiben.“ Derzeit laufen Verhandlungen, um die schriftlichen Zustimmungen aller WaldbesitzerInnen zu erreichen.

„Ich freue mich über den Grundsatzbeschluss dieses Pilotprojektes, ganz nach dem Motto ‚Angebote statt Verbote‘. Durch die nachhaltige Regelung des Downhillsportes wird so ein attraktives Angebot für die Innsbrucker Jugend geschaffen“, betonte Forst-, Sport-, Kinder- und Jugendreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann.: „Hier bieten wir Sportbegeisterten ein niederschwelliges Angebot – im Gegensatz zum anspruchsvollen Singletrail auf der Nordkette – das nicht nur Fortgeschrittene und Profis nutzen können.“

Legales Angebot anstelle von illegaler Benutzung
Die offizielle Route soll unter Einbindung der WaldbesitzerInnen, der Downhillcommunity und der IVB errichtet werden. Interessierte RadsportlerInnen können die Anlage unter Einhaltung gewisser Nutzungsbedingungen legal befahren. Sofern sich die SportlerInnen an die vorgegebene Route halten, soll weiters eine Freigabe zur Beförderung mit der IVB zum Lanser See erwirkt werden. Der Betrieb und die Betreuung der Downhillstrecke soll an einen Betreiber übertragen werden.

„Miteinander statt Gegeneinander steht im Vordergrund“, erklärte der Leiter des städtischen Forstamtes DI Andreas Wildauer: „Durch diese Lösung wird das Konfliktpotential zwischen Waldwirtschaft, Erholungssuchenden und Sportbegeisterten erheblich entschärft.“
22. Juli 2013