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„Die zweite Fremde – zehn jüdische Lebensbilder“

Buchpräsentation von Christoph W. Bauer im Zeichen der Erinnerung und Entfremdung
Der österreichische Autor und Wahl-Innsbrucker Christoph W. Bauer („Im Alphabet der Häuser“) präsentierte am 21. Mai im Plenarsaal des Innsbrucker Rathauses sein neuestes Werk „Die zweite Fremde“. Das Buch handelt von zehn Menschen, die in den Märztagen 1938 aus Innsbruck und Wien fliehen mussten. Bauer ist ihren Lebenswegen bis in die Gegenwart nachgegangen.

„Der heutige Abend steht ganz im Zeichen des Spannungsfeldes zwischen der stets präsenten Erinnerung an vertraute Lebensräume und der allmählichen Entfremdung“, so Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer: „Es freut mich sehr, dass sich mit Christoph W. Bauer ein Autor dieses Themas angenommen hat, der bereits in der Vergangenheit außerordentliches Feingefühl bei der Herangehensweise an das Thema bewiesen hat.“

Neben Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, Dr. Esther Fritsch (Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg) und Univ.-Doz. Dr. Horst Schreiber (Plattform erinnern.at) wohnten zahlreiche Ehrengäste der Veranstaltung bei – darunter Michael Graubart aus London und Peter Gewitsch (Träger zweier Verdienstorden der Republik Österreich) aus Israel, Nachfahren zweier vertriebener Familien. Die beiden Herren wurden auf Initiative der Stadt Innsbruck eingeladen und nutzten so die Gelegenheit ihre alte Heimat, also ihre „zweite Fremde“, seit langem wieder zu besuchen.

Wenn die Fremde zur neuen Heimat und die alte Heimat zur zweiten Fremden wird
Nach einer Einführung von Dorothea Zanon (Haymon Verlag) gab der Autor vor zahlreichen Gästen eine Kostprobe seines Werkes zum Besten. Ausgehend von Begegnungen und Gesprächen in England und Israel sind so zehn Porträts entstanden, die zu einer Geschichte über Heimat, Entfremdung und Erinnerung zusammenfinden. In bewegenden Bildern erzählen sie von Abschied und Flucht, aber auch vom Leben danach und dem Blick aus der Ferne auf die ehemalige Heimat.

„Die Darstellung der Schicksale ist nicht nur eine rein biografische Sammlung, es ist ein Dokument mit ganz persönlichen Akzenten des Autors“, bedankte sich Esther Fritsch bei allen Verantwortlichen von Stadt Innsbruck, Haymon Verlag und Israelitischer Kultusgemeinde für das Zustandekommen der Buchpräsentation.
22. Mai 2013