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„Der Wald besteht nicht nur aus einem Baum!“

Innsbrucker Stadtbücherei wurde wieder zur „Menschenbibliothek“.
Am 16. Mai hatten etliche SchülerInnen der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HBLA) West die Möglichkeit unter dem Motto „Wer bist du?“ Menschen und die verschiedenen Seiten ihres Lebens im Gespräch kennen und verstehen zu lernen. Als lebende Bücher – sogenannte „Menschenbücher“ – haben sich neben Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer auch der in der Türkei geborene Innsbrucker Rapper Güven Celik und der in Mexiko geborene Mag. Oscar Thomas-Olalde (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck) zur Verfügung gestellt.

Nach einer kurzen Einführung ins Asylrecht von Mag. Barbara Steiner (Bundesasylamt Innsbruck), folgte ein Impulsreferat von Dr. Bella Bello Bitugu. Er ist Lehrbeauftragter der Uni Innsbruck und unter anderem Koordinator der Aktivitäten von FairPlay in Westösterreich: „Ein altes afrikanisches Sprichwort sagt: ‚Man kann nur soweit denken, soweit man selber sehen kann‘. Das ist nicht geografisch zu verstehen – es soll heißen: Je mehr Menschen und Dinge man kennenlernt, umso aufgeschlossener wird eine Gesellschaft.“

Integration soll als Bereicherung verstanden werden. Darin waren sich auch die drei „Menschenbücher“ einig. Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer appellierte an die Schülerinnen: „Ihr seid die Verantwortungsträger der Zukunft und ihr entscheidet wohin sich die Gesellschaft entwickeln soll – ausgrenzend oder aber aufgeschlossen.“

Berührungsängste abbauen
„Ich spreche mit einem Akzent, denke aber ohne“, erklärte eines der „Menschenbücher“, Mag. Oscar Thomas-Olalde, der ursprünglich aus Mexiko stammt. Das Projekt Menschenbibliothek wird seit März 2010 von der Integrationsstelle der Stadt Innsbruck in Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Stadtbücherei durchgeführt. Das Konzept ist einfach: Im persönlichen Gespräch sollen Berührungsängste abgebaut, vielfältige Potenziale entdeckt, und ein Umgang mit Diversität entwickelt werden.
Das außergewöhnliche Schulprojekt ist langfristig angelegt und wird in Zukunft weiter ausgebaut. Im heurigen Schuljahr sind noch zwei weitere Termine in der Stadtbücherei geplant.
16. Mai 2011